Aargauer Bauern: Gurken wieder gefragt, Salat nicht

Seit klar ist, dass die Ehec-Erreger nicht auf Gurken zu finden sind, erholt sich der Gurkenverkauf im Aargau wieder. Beim Salat sieht das anders aus. Das hat aber nicht nur mit der Ehec-Panikmache zu tun, wie ein Experte gegenüber der az bestätigte.

Adrian Hunziker
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Der Gurkenverkauf steigt wieder an.

Der Gurkenverkauf steigt wieder an.

Keystone

«Der Gurkenverkauf verbessert sich stetig, seit die Deutschen Behörden bekannt gaben, dass auf diesem Gemüse keine Ehec-Erreger vorhanden sind», sagt Paul Meier, Präsident der Aargauer Sektion des Schweizerischen Gemüseproduzenten. Die Verkäufe seien mittlerweile auf 90 Prozent des durchschnittlichen Verkaufs der letzten Jahre angelangt. «In den ländlichen Gebieten verkauft sich das Gemüse besser als in den städtischen», schätzt Meier ein.

Auch die Salatzahlen fielen in den Keller

Als die Behörden vom Verzehr von Gurken abrieten, schlossen sie Tomaten und Salat mit ein. Deshalb sanken auch die Zahlen des Salatverkaufs stetig. Die Salatverkäufe haben sich bisher nicht so gut erholt wie die der Gurken. Das liegt aber nicht nur an der Ehec-Krise. «Bei schönem Wetter kaufen die Kunden viel mehr Salat, Gurken und Tomaten. Sie wollen Frischgemüse für Grilladen und Feste. Wenn es aber regnet, greifen die Kunden vermehrt auf Kochgemüse wie Broccoli und Blumenkohl zurück», erklärt Meier.

Er meint, dass man derzeit nicht sagen könne, ob die Salatumsätze immer noch wegen des Ehec-Wahns oder wegen des zwischendurch schlechten Wetters nicht steigen. Aber Meier weiss, dass die Ehec-Geschichte Panikmache war: «Wir Produzenten sind unschuldig. Unser Gemüse war nie betroffen. Es wurden einige hundert Proben gemacht und es gab keine einzige positive Probe. Das war reine Hysterie.»

Fehlinterpretation der heissen Tage

Aber auch de Dürre, die anfangs Juni herrschte, hatte wenig Einfluss auf den Salatverkauf-Einbruch. Ganz im Gegenteil: «Wir haben bei der Dürre viel produziert. Die ‹Gemüsler› verfügten über genügend Wasser. Das Gemüse ist beinahe von alleine gewachsen», so Meier. Weil in letzter Zeit so viel Gemüse produziert werden konnte, sind derzeit die Märkte übersättigt. Darum versucht jeder Bauer sein eigenes Produkt zu verkaufen. Dies ist nur möglich mit immer noch billigeren Preisen.

Die Dürre hat aber nicht nur seine positiven Seiten. Die heisse Periode hat einen grossen Mehraufwand verursacht. Die Bauer mussten Wasser besorgen und Rohre verlegen, um das Wasser auf den Feldern zu verteilen. Das schlimmste ist zwar überstanden, weil es zwischendurch mal regnete, aber ganz über den Berg sind die Gemüsebauern noch nicht. «Die Lage hat sich beruhigt. Aber der tiefe Boden ganz unten ist immer noch trocken», bleibt Meier vorsichtig optimistisch.