Zirkus

Circus Royal gastiert in Wettingen: Die Trapezartisten montieren ihr Arbeitsgerät selbst

Der Circus Royal ist dieses Wochenende zu Besuch in Wettingen. Der Aufbau glich dem Treiben in einem Ameisenbau. Derweil werden Erinnerungen wach an einen Vorfall rund um den Zirkus vom letzten Jahr.

Marian Märki
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Der Circus Royal hat sein Zelt in Wettingen aufgeschlagen.
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 Der Geschäftsführer des Circus Royal, Oliver Skreinig.
Circus Royal zu Gast in Wettingen
Es herrscht emsiges Treiben.
Paletten, Kabel und fleissige Arbeiter hier und da.
Als erstes war die Kuppel an der Reihe, damit die Trapezartisten ihre Vorrichtung montieren konnten.
Der Circus Royal ist bekannt für seine Tiernummern.
Für die tierischen Künstler führt man Heu mit.
Die Stars sind ebenfalls schon eingetroffen.

Der Circus Royal hat sein Zelt in Wettingen aufgeschlagen.

Sandra Ardizzone

Der Circus Royal, bekannt für seine Tiernummern, gastiert ab heute Freitag auf der Zirkuswiese in Wettingen. Bereits am Donnerstag wurde das grosse Zelt aufgestellt.

Die vier Stahlpfosten stehen schon. Rundherum herrscht emsiges Treiben, wie in einem Ameisenbau. Das Zirkuszelt, das Herz der Zirkusgemeinschaft, wird aufgebaut. Es liegen Kabel, Scheinwerfer, Seile und Eisenstangen herum. Zuerst wird die Kuppel zusammengebaut, dann können die Trapezartisten ihr Arbeitsgerät installieren. «Das ist das Einzige, was die Artisten mit dem Aufbau bei uns zu tun haben», sagt Zirkusdirektor Oliver Skreinig.

Der Rest werde von 60 Arbeitern erledigt. Das ist mehr als die Hälfte der 108 köpfigen Belegschaft. Wenn alles an der Kuppel montiert ist, wird sie von Hand hochgezogen. So könne man die Kuppel einfacher justieren, mit einem Motor sei dies fast nicht möglich. Wenn Die Kuppel hochgezogen ist, werden die Tribünen, das Vorzelt und das Verpflegungszelt aufgebaut. Angesprochen auf die Dauer eines solchen Aufbaus sagt Skreinig: «Am Anfang der Tournee ist der Aufbau immer etwas holprig. Aber gegen Ende der Tour können die Männer das Zelt innerhalb von zehn Stunden abbauen, transportieren und am neuen Ort wieder aufbauen.»

Nicht nur gute Erinnerungen

Der Circus Royal hat nicht nur gute Erinnerungen an Wettingen. So gab es letztes Jahr eine Demonstration gegen den Zirkus. Die Regionalpolizei führte damals mehrere Personen ab. Ziel war es, die Zirkusbesucher «auf das Leid der Tiere hinter der Manege» aufmerksam machen. Der Zirkusdirektor rechnet nicht damit, dass das dieses Jahr wieder passiert.

«Der Vorwurf von Tierquälerei war hart und vor allem falsch. Darum läuft jetzt auch ein Strafverfahren wegen Verleumdung gegen die Demonstranten.» Der Circus Royal werde pro Jahr bis zu 50 Mal von staatlichen Tierärzten unangemeldet kontrolliert. «Bisher gab es keine Beanstandungen. Zudem wissen die Leute nicht, dass die Zirkustierhaltung immer die modernste ist. Wenn es neue Regeln gibt, müssen die innerhalb eines Jahres umgesetzt sein, damit wir unsere Tourgenehmigung erhalten.

Ein Zoo hat manchmal bis zu zehn Jahre Zeit, die Vorschrift umzusetzen», so Skreinig. Er betont: «Mir ist der Tierschutz sehr wichtig. Nur muss man an einem anderen Ort ansetzen und nicht die Zirkustiere abschaffen. Zum Beispiel sollten wir unser Essverhalten überdenken, denn hierbei sterben massenhaft Tiere. Auch bei der Heimtierhaltung muss man stärker kontrollieren.»