Wettingen

Eine schicke "Limmat" fürs Handgelenk

Goldschmied Roger Loosli lanciert die erste Uhrenmarke der Region. Das Besondere daran: Der Kunde kann sich die Komponenten aussuchen und muss sie eigenständig zu einer Uhr zusammenbauen.

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Goldschmied Roger Loosli präsentiert seine neue "Limmat"-Uhr

Goldschmied Roger Loosli präsentiert seine neue "Limmat"-Uhr

Alex Spichale

Die Idee schwirrte Roger Loosli schon viele Jahre im Hinterkopf. Wirklich Zeit, sich ihr anzunehmen, hatte der Inhaber der Loosli Schmuck AG in Wettingen aber nie. Im Sommer 2015 hat er sich dann doch hingesetzt. Die Idee reifte und nahm Formen an. Heute führt sie Loosli nicht ohne Stolz vor: die Uhr mit dem Namen «Limmat».

Nach eigenen Wünschen zusammenstellen

Mit der Lancierung erhält die Region ihre erste, eigene Uhrenmarke. Doch das Besondere an der Uhr ist nicht nur das Design, sondern auch das Konzept: «Die Uhr kann nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden», sagt Roger Loosli.

So stehen Kunden vier Zifferblattfarben, vier grosse sowie sechs kleine Zeiger zur Auswahl. Zusätzlich können sie aus 30 verschiedenen Uhrenbändern aussuchen. Sind einmal alle Einzelteile beisammen, geht es erst richtig los: «Die Kunden stellen ihre Uhr in einem rund dreistündigen Workshop eigenhändig zusammen.» Dabei steht ihnen ein Uhrenmacher zur Seite, der die rund 50 Arbeitsschritte überwacht.

«Dass die Uhr nicht im fertigen Zustand gekauft werden kann, ist Absicht. Wir wollen den Kunden das ganze Erlebnis bieten», sagt Loosli. Dazu gehöre auch das Zusammenbauen.

1580 Franken kostet die Uhr

Die neue Uhr aus Wettingen trägt das Gütesiegel Swiss Made und ist für 1580 Franken zu haben. Das sei zwar nicht gerade billig, gesteht der Goldschmied, doch biete die Uhr einen Mehrwert im Vergleich zu gewöhnlichen Zeitmessern. «Wir möchten diejenigen Kunden abholen, die Freude an mechanischen Uhren haben und auf der Suche nach etwas Speziellem sind», sagt Loosli.

Mit der Lancierung des iPhones im Jahr 2007 und dem einsetzenden Smartphone-Boom wurden die Uhren zunehmend überflüssig. Ob Roger Loosli diesem Trend entgegenwirken will? «Nein», sagt er sogleich. Das Geschäft sei nicht abhängig vom Uhrenverkauf: Drei Viertel des Umsatzes erziele er mit Schmuck, ein Viertel mit Uhren.

Der Grund liege im Gestalterischen. «Ich und mein Team sind in erster Linie Goldschmiede und stellen viele Schmuckkollektionen selber her. Nun wollten wir auch mal bei den Uhren unsere Fantasie walten lassen», erklärt er.

Die Umsetzung entpuppte sich dann aber schwieriger als gedacht. «Anders als grössere Firmen können wir uns keine Computeranimationen leisten», sagt Loosli. So habe sich das Team auf das Bauchgefühl verlassen und die Pläne von Hand zeichnen müssen.

«Schlussendlich sind wir dann doch ans Ziel gelangt. Und das erst noch auf einem finanziell schlanken Weg», fügt er an. Auch der Name für das neue Produkt habe man schnell gefunden: «Wir wollten etwas, zu dem die Leute einen Bezug haben. ‹Limmat› drängte sich geradezu auf.» Der Stern, der ebenfalls zum Logo gehört, symbolisiere zum einen Wettingen, zum anderen Qualität und Träume, sagt der Goldschmied.

Auch Markus Dieth baute eine "Limmat"

Derzeit bietet die Roger Loosli AG ein Modell der «Limmat» an. Für die Zukunft sind zwar weitere Modelle geplant, doch gilt der Fokus erst einmal der vor kurzem lancierten Uhr. «Mein Ziel ist es, zwischen zehn bis fünfzehn Stück pro Jahr zu verkaufen. Wenn wir das erreichen, bin ich glücklich.» Auf die Frage, ob es die Leute nicht auch abschrecken beziehungsweise überfordern könnte, dass sie die Uhr selber zusammenbauen müssen, schüttelt Loosli den Kopf: «Im Gegenteil. Das ist sicher etwas, das begeistern kann.»

Dann fügt er mit einem Schmunzeln das Beispiel von Gemeindeammann Markus Dieth an: «Als Jurist und Nicht-Feinhandwerker hat er während der Präsentation die erste Uhr zusammengebaut. Und dies mit sehr gutem Ergebnis. Sie funktioniert super.»