Baden

«Eine Trennung ist nie leicht» – Badener Ehrenbürger verkauft Kunstwerke

Der Badener Ehrenbürger Sepp Schmid zeigt im ehemaligen «Form und Wohnen» am Löwenplatz Bilder aus seiner eigenen Sammlung – und bietet sie zum Verkauf an.

Daniela Jeanneret
Drucken
Teilen
Sepp Schmid erzählt die Geschichte hinter seinen Bildern.

Sepp Schmid erzählt die Geschichte hinter seinen Bildern.

zvg

«Tut mir leid, ich habe soeben Post aus Helsinki erhalten», sagt Sepp Schmid, als er in den hellen Raum tritt. Im Haus zum Engel am Löwenplatz in Baden, in dem früher Schmids Einrichtungshaus Form und Wohnen war, nutzt der Badener Ehrenbürger jetzt die Gelegenheit, um einen Teil seiner über Jahre gesammelten Bilder zu verkaufen.

Das Päckchen legt er zur Seite, er richtet sich auf und konzentriert sich voll und ganz auf die Kunstwerke, welche die Wände zieren. Der grosse Raum im vierten Stock diente während eines Jahres als Ausstellungssaal der Galerie Kulstrunk.

Da diese den Mietvertrag nicht verlängert hat, nutzt Sepp Schmid das leere Stockwerk, um einen Teil seiner Sammlung der Öffentlichkeit zu zeigen und zu verkaufen.

Im Zentrum der Gemälde und Fotografien stehen die Stadt Baden und Badener Künstler. Mit seiner lebhaften und leidenschaftlichen Art erklärt Schmid die Geschichten hinter den Kunstwerken.

Viele Bilder hat Schmid vor langer Zeit selbst gekauft, manche aber auch geschenkt bekommen: «Bei mir kommen Kunstwerke an einen Ort, an dem sie geschätzt werden.»

Bilder sollen an der Wand hängen

Mit 20 Franken bis 3 500 Franken muss man beim Kauf der Bilder rechnen. Auf manche Werke ist Schmid besonders stolz. Vor allem ein Gemälde der Papa-Moll-Erfinderin Edith Oppenheim und des Badener Künstlers Hans Buchstätter seien wahre Schätze für den Käufer. Wieso trennt sich Schmid von all diesen wertvollen Kunstwerken?

«Eine Trennung ist nie leicht, das ist schliesslich meine Welt. Aber manche Schätze hängen noch bei mir an der Wand», sagt er. Ausserdem seien die Bilder doch auch da, um an der Wand zu hängen, und nicht um im Estrich zu verrotten, fügt er lachend hinzu.

Anschliessend zeigt Schmid eine Fotografie, auf der man einen Baum in den vier Jahreszeiten sieht. Den Baum hat Schmid selbst während eines Jahres aus dem immer gleichen Winkel fotografiert. Diese Fotografie verkauft er für 50 Franken.

Für die Ausstellung, die jeweils an den Wochenenden bis Anfang März geöffnet hat, wünscht sich Sepp Schmid, nicht nur ein älteres Publikum begrüssen zu dürfen. «Junge Grafiker würden die Bilder lieben. Und auch für Architekten habe ich ein paar interessante Dinge vor Ort. Ausserdem sind es wahre Schnäppchen, die ich da anbiete.»