Familiendrama Spreitenbach

Enkel starb an Schuss- und Stichverletzungen – Forensiker Sachs: «Es ist sehr ungewöhnlich»

Die Obduktion der drei toten Personen aus Spreitenbach hat ergeben, dass der 77-jährige Mann seine Frau und seinen Enkel umgebracht hat. Für Gerichtspsychiater Josef Sachs handelt es sich um einen ungewöhnlichen Fall.

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Mit einem Küchenmesser hat der 77-jährige Mann aus Spreitenbach auf seinen vierjährigen Enkel eingestochen und mit einem Revolver auf ihn geschossen. Nachbarin Manuela Hirschi, die Täter und Opfer kannte, ist schockiert: «Ich kann es mir nicht erklären, warum er so ausgetickt ist und den Kleinen so zugerichtet hat», sagt sie gegenüber «Tele M1».

Auch seine Ehefrau bringt der 77-Jährige mit mehreren Schüssen um. Im Gegensatz zu seinem Enkel weist sie allerdings keine Stichverletzungen auf. Warum der Täter ausgerechnet das Kleinkind so brutal umgebracht hat, ist auch für Forensiker Josef Sachs schwer verständlich: «Es ist sehr ungewöhnlich. Es muss eine Situation bestanden haben, über die man noch sehr viel herausfinden muss», so Sachs.

Das Tötungsdelikt von Spreitenbach AG vom vergangenen Freitag ist noch nicht restlos geklärt. Vor allem steht noch nicht fest, wie sich der 77-jährige Mann selber umgebracht hat.
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In diesem Wohnblock am Glattlerweg kam es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 16. Februar 2018, zu einem Tötungsdelikt. Ein Ehepaar und eine Junge starben.
Der Mann oder die Frau dürfte das Delikt verübt und sich danach selbst gerichtet haben. Er war der Stiefgrossvater des Buben, die Frau dessen Grossmutter.
Die Polizei hat die Wohnung versiegelt.
Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus.
Der Wohnblock befindet sich im Glattlerpark.
Blick auf die Wohnungstür: Der Ehemann war Schweizer (77). Die Ehefrau (55) und der Knabe (4) besassen die peruanische Staatsangehörigkeit.
Die Polizei stellte eine Schusswaffe in der Wohnung sicher.
Angehörige hatten das Ehepaar nicht mehr erreichen können und die Polizei informiert.
Ein Journalist vor der versiegelten Tür.
Angehörige hatten das Ehepaar nicht mehr erreichen können und die Polizei informiert.
Die Gemeinde Spreitenbach, bekannt für ihre Einkaufszentren.
Spreitenbach zählt knapp 12'000 Einwohnende und grenzt an die Zürcher Kantonsgrenze.
Impressionen vom Wohnblock.
Impressionen vom Wohnblock.
Ein Polizeiwagen nahe des Wohnblocks, in dem es zu den Todesfällen kam.

Das Tötungsdelikt von Spreitenbach AG vom vergangenen Freitag ist noch nicht restlos geklärt. Vor allem steht noch nicht fest, wie sich der 77-jährige Mann selber umgebracht hat.

Keystone/MELANIE DUCHENE

Unklar ist auch, wie der Täter selbst ums Leben kam. Äussere und innere Verletzungen konnte das Institut für Rechtsmedizin keine feststellen. Laut Staatsanwaltschaft laufen derzeit toxikologische und andere Untersuchungen. Hat sich der Mann mit Medikamenten das Leben genommen? Auch das wäre für Sachs ungewöhnlich: «Dass noch andere Methoden in diesem Zusammenhang angewendet werden, habe ich so noch nie gesehen.»