Neue Erkenntnisse

Familiendrama in Spreitenbach: 77-Jähriger brachte seine Frau und ihren Enkel um

Jetzt ist klar: ein 77-jähriger Mann hat am Freitag seine 55-jährige Frau und deren vierjährigen Enkel getötet. Die Frau starb an drei Schussverletzungen, das Kind an Schuss-, Stich- und Schnittverletzungen – das hat die Obuktion ergeben.

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Tote in Spreitenbacher Wohnung
15 Bilder
Der Mann oder die Frau dürfte das Delikt verübt und sich danach selbst gerichtet haben. Er war der Stiefgrossvater des Buben, die Frau dessen Grossmutter.
Die Polizei hat die Wohnung versiegelt.
Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus.
Der Wohnblock befindet sich im Glattlerpark.
Blick auf die Wohnungstür: Der Ehemann war Schweizer (77). Die Ehefrau (55) und der Knabe (4) besassen die peruanische Staatsangehörigkeit.
Die Polizei stellte eine Schusswaffe in der Wohnung sicher.
Angehörige hatten das Ehepaar nicht mehr erreichen können und die Polizei informiert.
Die Wohnung war verschlossen. Es musste ein Schlüsseldienst beigezogen werden. Im Innern stiessen die Polizisten auf die drei leblosen Personen.
Die Gemeinde Spreitenbach, bekannt für ihre Einkaufszentren.
Spreitenbach zählt knapp 12'000 Einwohnende und grenzt an die Zürcher Kantonsgrenze.
Impressionen vom Wohnblock.
Impressionen vom Wohnblock.
Ein Polizeiwagen nahe des Wohnblocks, in dem es zu den Todesfällen kam.

Tote in Spreitenbacher Wohnung

Melanie Duchene

In der Nacht auf vergangenen Freitag waren in einer Wohnung in Spreitenbach ein Ehepaar im Alter von 77 und 55 Jahren sowie der vierjährige Enkel der Ehefrau tot aufgefunden worden. Nach dem Familiendrama kursierten in der Nachbarschaft verschiedene Versionen des Tathergangs. Nun teilt die Aargauer Staatsanwaltschaft mit, dass gemäss forensischen Untersuchungen der 77-jährige Schweizer seine 55-jährige Ehefrau und deren 4-jährigen Enkel getötet hat. Die angeordnete Obduktion am Institut für Rechtsmedizin hat gezeigt, dass das Kind an den Folgen von Schuss-, Stich- und Schnittverletzungen gestorben ist. Die 55-jährige Grossmutter des Jungen ist an den Folgen von Schussverletzungen umgekommen.

Auf Nachfrage sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bei der Frau seien drei Schusswunden festgestellt worden, beim Kind eine Schussverletzung. In welcher Reihenfolge die Opfer starben, gibt die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Klar sei aber, dass der Senior die vier Schüsse abgegeben und dem Kind die Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt habe.

Laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft wurden die vier Schüsse nicht aus einer Armeewaffe abgefeuert. «Bei der gefundenen Tatwaffe handelt es sich um einen Revolver», sagt Strebel. Wem dieser gehörte, ist unklar. «Die Tatwaffe war nicht eingelöst und der 77-jährige Mann hatte keinen Waffentragschein», sagt Strebel auf Nachfrage. Neben dem Revolver konnte in der Wohnung des Ehepaars ein Küchenmesser sichergestellt werden, das ebenfalls als Tatmittel infrage kommt.

Noch nicht geklärt ist die Todesursache des 77-jährigen Ehemannes. Bei ihm konnte das Institut für Rechtsmedizin weder innere noch äussere Verletzungen feststellen. Deshalb stehe «ein inneres Geschehen» im Vordergrund, heisst es in der Medienmitteilung. Strebel sagt, derzeit liefen toxikologische und andere Untersuchungen, um die Todesursache des Mannes festzustellen. Die Kantonspolizei ermittelt derweil weiter bezüglich Tatmotiv und Tathergang im Familiendrama von Spreitenbach. Klar ist jetzt schon, dass das Verfahren am Ende eingestellt wird, weil alle Beteiligten verstorben sind.