Baden

Gewalt und Überfälle – wie sicher ist eigentlich die Stadt Baden noch?

Stadtammann Geri Müller hat nicht das Gefühl, dass er seine Kinder vor Kriminalität in Baden warnen müsse. Das Bild einer «ruhigen» Stadt bestätigt ihm auch Martin Brönnimann, Leiter der Öffentlichen Sicherheit. Vorfälle werde es immer geben.

Erna Lang-Jonsdottir
Drucken
Teilen

In den vergangen acht Wochen sind in Baden gleich zwei Männer überfallen und dabei verletzt worden: Am Samstag überfielen vier rund 20-jährige Männer einen 33-Jährigen, der vom Badener Bahnhof in Richtung Ennetbaden unterwegs war (az online berichtete). Sie bedrohten ihn mit einem Messer, raubten ihn aus und verletzten ihn dabei.

Ähnliches geschah kurz vor Weihnachten 2013: Zum Opfer eines Raubüberfalles wurde ein 34-jähriger Schweizer. Zwei Asylbewerber griffen ihn an, schlugen ihn nieder und klauten sein Handy.

«Gewalt wird es immer geben»

«Kriminalität in einem kleinen Rahmen hatten wir in Baden schon immer. Damit müssen wir leben, wir können sie nicht eliminieren», sagt Stadtammann Geri Müller. Müller äusserte erst kürzlich gegenüber dem «Blick», dass man trotz aller Kriminalität im Aargau, in Baden getrost nachts alleine unterwegs sein könne, ohne gleich attackiert zu werden.

Trotz des aktuellen Falls in Ennetbaden hält er an dieser Aussage fest. «Baden ist eine sichere Stadt. Wird man selber überfallen, kann sich dieses Sicherheitsgefühl natürlich ändern.» Er habe aber noch nie das Gefühl gehabt, dass er seine Kinder vor Kriminalität warnen müsse, sagt er.

Martin Brönnimann, Leiter Öffentliche Sicherheit der Stadt Baden, bestätigt: «Ich komme aus Bern und bin mir deshalb auch andere Verhältnisse gewöhnt. Baden ist eine sichere Stadt, sie ist eher beschaulich und ruhig.» Kriminalität und Schlägereien gebe es überall. «Dort wo viele Menschen zusammenkommen, liegt es in der Natur der Sache, dass sie aneinander geraten können», sagt er.

In Baden sei dies an Wochenenden vor allem bei der Ausgangsmeile der Fall – unter anderem vor den Lokalen an der Stadtturmstrasse.

Viele Asylanten beim Unterstand

Doch nicht nur in der Innenstadt wird getrunken – die Gassenleute beim Holzunterstand auf dem unteren Bahnhofplatz sind in der Regel nicht nüchtern. Wie Brönnimann erklärt, gibt es mit den Gassenleuten aber weniger polizeiliche Probleme, als mit den jungen Erwachsenen beim «Blinddarm». «Die Gassenleute sind uns gegenüber grundsätzlich friedlich, zwischendurch hören sie zu laut Musik», sagt Brönnimann.

Die Polizei kontrolliere den Bahnhofplatz regelmässig. Bisher habe es keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. Generell gelte: «Wer einen Drogenhandel, Gewalt, Belästigungen oder Ähnliches wahrnimmt, sollte dies der Polizei melden.» Die Polizei könne nicht allgegenwärtig sein.

Müller und Brönnimann sind sich einig, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Überfällen auf die Fussgänger – die in unmittelbarer Nähe des Bahnhofplatzes geschehen sind – und den Gassenleuten gibt.

Wie az-Leser berichten, verkehren vermehrt stark angetrunkene, dunkelhäutige Menschen auf dem Bahnhofplatz. Daniela Fleischmann, Geschäftsleiterin vom christlichen Sozialwerk Hope, bestätigt: «Die Gassenleute haben sich in zwei Gruppen geteilt. Ein paar der üblichen Gassenleute haben sich distanziert, unter anderem, weil sich viele Asylanten beim Holzunterstand aufhalten.» Müller: «Natürlich gibt es Menschen, die kein Geld und keine Beschäftigung haben, die andere überfallen», sagt Müller, «dass die Gassenleute überfallen, davon habe noch nie was gehört». Fleischmann: «Die Gassenleute wollen keinen Ärger.»