Bezirksgericht Baden

Halbe Million Franken bei vierzig Einbrüchen: Serbe zu Gefängnisstrafe verurteilt – sogar länger als gefordert

Ein Serbe soll rund vierzig Einbrüche getätigt haben, wobei er bei der Hälfte seiner Taten in Kirchen eingebrochen ist. Für diese Einbrüche soll der Täter nun ins Gefängnis.

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Rund vierzig Einbrüche soll ein Serbe zwischen 2014 und 2016 begangen haben. Dafür wurde ihm am Dienstag vom Bezirksgericht Baden der Prozess gemacht. Die Richter verurteilten den Mann zu sechs Jahren Haft – ein Jahr mehr als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Das bestätigte auch Dominik Aufdenblatten, leitender Staatsanwalt, gegenüber dem Regionalsender Tele M1: «Der Angeklagte hat alles bestritten, was ihm nicht ganz klar nachgewiesen werden konnte.» Dafür habe er nun den Preis bezahlt, so Aufdenblatten.

Laut der Staatsanwaltschaft erbeuteten der Serbe und sein Komplize, der bereits verurteilt ist, insgesamt rund eine halbe Million Franken. Auffällig dabei ist, dass die Täter 19-mal in Kirchen eingebrochen waren. Zwar gab der Angeklagte während der Gerichtsverhandlung an, es sei ihm nie bewusst gewesen, dass er in Kirchen eingestiegen ist.

Wut oder Gewohnheit

Für Dorothee Fischer, Seelsorgerin vom Pastoralraum Brugg-Windisch, ist das jedoch unverständlich: «Da muss ein Groll oder Wut auf die Kirche sein, die vielleicht mit der Geschichte der Täterschaft zu tun hat.» Rund eintausend Franken hatten die Diebe aus der Kollekte der katholischen Pfarrei Windisch geklaut, nachdem sie durch ein Fenster eingestiegen waren.

In Wettingen konnten die Täter bei vier Raubzügen sogar fast 10'000 Franken erbeuten. Obwohl der Opferstock täglich geleert werde, wie Gemeindeleiter Markus Heil bestätigt, werde es immer noch versucht: «Das hat sich ja schon fast eingebürgert.» Man wisse eben, dass dort Geld drin sei, so Heil.

Ob der Serbe, der auch in Restaurants, Büros und Privathäuser eingebrochen war, das Urteil akzeptiert oder an das Obergericht weiterzieht, ist derzeit noch nicht klar. (phh)