Coronakrise

Im Kantonsspital Baden sind 100 Betten frei – das bedeutet eine happige Umsatzeinbusse

Die Zahl der Corona-Patienten in den Aargauer Spitälern geht zurück. Auf den Intensivstationen müssen derzeit 23 Personen künstlich beatmet werden. Der CEO des Kantonsspitals Baden äussert sich zur aktuellen Situation.

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Im 12. Stock des Kantonsspitals Baden (KSB) behandeln die Ärztinnen und Ärzte Corona-Patienten. Werden es mehr, kann das Spital schnell Stock für Stock mehr Platz für die Covid-19-Kranken machen. Das sei derzeit nicht nötig, erklärt KSB-CEO Adrian Schmitter gegenüber dem Regional-TV-Sender Tele M1. Er sagt: "Man ist immer angenehm überrascht, wenn es gut herauskommt." Es zeige sich, dass man sich richtig vorbereitet habe. "Die Zahl der Patienten ist ausserdem nicht so hoch, dass man total überschwemmt wird", sagt Schmitter.

Im Spital sind derzeit rund 100 Betten frei, weil nur dringend nötige Operationen stattfinden. Das bedeutet, dass der Umsatz 30 bis 50 Prozent zurück geht. Keine einfache Situation für Schmitter: "Wir zahlen pro Monat rund 20 Millionen Franken Löhne. Auch wenn nur das halbe Haus belegt ist, müssen Sie diese 20 Millionen hinbringen." Das Spital ist allerdings nicht auf Fremdkapital angewiesen, um die Löhne bezahlen zu können. Dies, weil die Finanzen stimmen. Ebenso beantragt das KSB im Gegensatz zum Kantonsspital Aarau keine Kurzarbeit. Man baue Ferien-Guthaben aus vergangenen Jahren sowie Überstunden ab und habe Personal umgeschult, sagt Schmitter.

Obwohl noch vieles unklar ist, wagt er eine Prognose: "Wir müssen gewappnet sein. Im Herbst könnte eine neue Covid-Welle kommen." Auf den Sommer hin rechnet er zunächst mit einer Entspannung. Er ist überzeugt, dass die Verhältnisse in der Schweiz nicht so schlimm wie in der Lombardei werden. Dort sind die Spitäler teils massiv überlastet. Der Gesundheitsbeauftragte der am stärksten betroffenen Region in Italien sagte schon Mitte März: "Die Spitäler sind am Ende der Kräfte." Die Stadt Mailand schloss Anfang April sogar ihr grösstes Krematorium wegen Überlastung.

Die Zahl der hospitalisierten Corona-Patienten ist im Aargau am Mittwoch von 84 auf 79 gesunken. 23 liegen auf der Intensivstation und werden künstlich beatmet. (mwa)