«Jetzt oder nie – ich wage es»: Die Stimme des Kantonsspitals bricht zu neuen Ufern auf

Von Baden-Dättwil nach Frick: Marco Bellafiore, Kommunikationshef des Kantonsspitals Baden, wagt mit 54 Jahren einen beruflichen Wechsel – nach Frick, ins Alterszentrum Bruggbach.

Elisabeth Feller
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Marco Bellafiore
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Marco Bellafiore in einem fürs KSB typischen langen Gang – das Spital war ihm jahrzehntelang eine berufliche Heimat.
Das Alterszentrum Bruggbach in Frick. (Archiv)
Das Kantonsspital Baden: Bellafiore hat hier am Dienstag, 31. Januar 2017, seinen letzten Arbeitstag.

Marco Bellafiore

«Darüber kann Ihnen Marco Bellafiore mit Sicherheit Auskunft geben.» Wie oft hat man diese Worte gehört, wenn man das Kantonsspital Baden (KSB) angerufen hat. Egal, ob es sich um eine neue medizinische Errungenschaft, die Gedenkstätte für frühverlorene Kinder oder die verspielte malerische Gestaltung der Kinderabteilung handelte: Marco Bellafiore war «die» Informationsquelle schlechthin. Wenn diese bloss nicht versiegt, bangte man stets.

Aber nun kommt alles anders. Der Leiter Kommunikation/Qualität verabschiedet sich übermorgen nach über 30 Jahren tatsächlich vom KSB. Um dies gleich vorwegzunehmen: Nicht im Zorn, sondern mit Wehmut. Weshalb dann das Adieu? Weil für den 54-Jährigen eine Stelle winkt, von der er begeistert erzählt: «Als ich die Stellenausschreibung und das Anforderungsprofil las, ging mir sofort dies durch den Kopf: Das alles ist auf mich zugeschnitten, und: Jetzt oder nie – ich wage es.» Worauf freut er sich besonders? «Einerseits, dass ich mit Menschen zusammenarbeiten kann. Andererseits, dass ich mich gemeinsam mit diesen um das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen sowie die Arbeitsprozesse gestalten kann.» Marco Bellafiore wird ab 1. März das Alterszentrum Bruggbach in Frick leiten. Damit, so der langjährige KSB-Kommunikationschef, kämen seine kommunikativen Fähigkeiten sowie seine Sozialkompetenz wohl noch stärker als bis anhin zum Zuge.

Doch der Reihe nach. Schon als Jugendlicher interessiert er sich für den medizinischen Bereich, «weil man mit Menschen zu tun hat». Insbesondere die Pflege hat es dem in Wettingen aufgewachsenen Sohn italienischer Einwanderer angetan. «Das ist ein toller, spannender Beruf», denkt Marco Bellafiore, weshalb er sich in Zürich zum diplomierten Krankenpfleger ausbilden lässt und nach einem Praktikum in den 80er-Jahren «im damals modernsten Spital der Schweiz», dem KSB, bleibt. Über 30 Jahre. Das ist eine heutzutage von manchen bestaunte, unglaublich lange Zeit. Eine jedenfalls, die Marco Bellafiore nutzte, um sich, «vom KSB immerzu unterstützt», fortwährend weiterzubilden. Er wird unter anderem Leiter der Intensivstation, Ausbildungsleiter sowie Lehrer für Krankenpflege – und merkt dabei, wie sehr ihm auch «das Führen Freude macht». Von Routine also keine Spur, denn: «Es kam ja laufend Neues hinzu.»

Wie 2007, als Marco Bellafiore – nach einem Abstecher als Fallmanager einer grossen Krankenversicherung – ans Kantonsspital Baden zurückkehrt und dort Leiter Kommunikation/Qualität wird. Weg vom Klinischen hin zur Vermittlung – um fortan nach aussen zu kommunizieren, was sich im KSB tut: natürlich im Medizinischen («Wir haben so viele Fortschritte gemacht»), aber auch im Baulichen oder Menschlichen.

Auf eines legt der Kommunikationschef besonderen Wert: Positive Geschichten. Ja, bestätigt Marco Bellafiore auf eine diesbezügliche Frage nachdenklich: «Es ist schade, dass es das Positive so schwer hat. Heute interessieren negative Schlagzeilen in den Medien mehr.» Schwingt da ein Quäntchen Bedauern mit? Falls ja, gilt dieses Bedauern wohl eher dem bevorstehenden Abschied von einem Spital, das Bellafiore jahrzehntelang eine berufliche Heimat war, und von «ganz vielen Menschen, die ich mit Sicherheit vermissen werde». Mit dem Wechsel von Baden nach Frick verlässt er «das riesige KSB für das familiäre Alterszentrum Bruggbach mit 176 Mitarbeitenden».

Mehr Zeit zum Tanzen

Übermorgen ist offiziell Schluss. Sogleich in die neue Arbeit stürzen wird sich Marco Bellafiore allerdings nicht. Er tritt seine neue Stelle in Frick erst am 1. März an. «Bis dahin», betont er, «brauche ich Zeit, um abzuschliessen und mich auf das Neue vorzubereiten.» Nicht verlassen wird er seinen Wohnort Niederrohrdorf, weshalb zum Beispiel auch der Turnverein Fislisbach künftig seinen festen Platz im Terminkalender von Marco Bellafiore haben wird. Genau wie etwas anderes, für das der Vater zweier erwachsener Töchter eine wahre Passion an den Tag legt: Tanzen. Am liebsten tanzt Marco Bellafiore übrigens Salsa – gemeinsam mit seiner Partnerin im Tanzclub Baden.