Oberrohrdorf

Kulante Fasnächtler: Für einmal wurde der Polteri nicht gehängt

Mit dem Gruusige Mettwuch ist die Fasnacht auf dem Rohrdorferberg nun offiziell eröffnet. Nach dem Gerichtsurteil zum Polteri folgt am Samstag mit dem Hinterbächli-Ball der nächste Höhepunkt.

Patrick Hersiczky
Drucken
Teilen
Zeremoniemeister Ivan Stulz eröffnet die Rohrdorfer Fasnacht
11 Bilder
Schrille Kostüme, knallige Farben
Sascha Bärtschi ist der alte und der neue Zunftmeister
Knallige Farben und schrille Kostüme zum Fasnachtsmotto Las Vegas
Fasnacht Oberrohrdorf 2014.
Frauenclique in Las Vegas
Fasnacht wider Wind und Wetter
Echte Guggenmusiker trotzen dem Regen
Cowgirl dirigiert Rohrdorfer Chessler-Guggen-Musik
Die beiden Cowgirls freuen sich auf die ausgelassene Feier an den Fasnachtstagen
Ankläger Roland Schürmann verliest die Anklageschrift

Zeremoniemeister Ivan Stulz eröffnet die Rohrdorfer Fasnacht

Patrick Hersiczky

Der sogenannte Gruusige Mettwuch machte seinem Namen alle Ehre: Zeigte sich zutage das Wetter noch von seiner besten frühlingshaften Seite, setze am frühen Abend ein kalter Nieselregen ein, der auch dem letzten Fasnächtler im Aargau klar machte: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen.

Vor dem Roten Löwen versammelte sich die Rohrdorfer Fasnachtszunft mit ihren Guggenmusiken und eröffnete mit ihrer traditionellen aber nicht ernst gemeinten Gerichtsverhandlung das einwöchige Narrentreiben.

Für Zunftmeister Sascha Bärtschi, der auch ein weiteres Jahr amten wird, ist klar: «Entweder ist man an der Fasnacht oder man macht Ferien und sucht das Weite.» Dass das närrische Treiben aber mehr als die bekannten Klischees wie etwa Wein, Weib und Gesang darstellt, weiss Bärtschi genau:

«Für diese Veranstaltung hat unser Verein seit August gearbeitet.» Es sei enorm viel Freiwilligenarbeit geleistet worden. Und: «Wir können es uns gar nicht erlauben, ständig alkoholisiert zu sein, da wir gegenüber Schulen und dem Dorf eine Vorbildfunktion haben.»

Besoffene Fasnächtler unerwünscht

Gerade am Hinterbächli-Ball, der am Samstag stattfinden wird, hätten die Organisatoren ein Mindesteintrittsalter festgelegt und Security angestellt: «Besoffene und pöbelnde Fasnächtler wollen wir nicht», sagt Sascha Bärtschi.

Dass es auch ohne Alkohol ausgelassen und gar bissig zu und her gehen kann, zeigte die traditionelle Gerichtsverhandlung, an welcher man den Polteri, eine übergrosse Stoffpuppe, aburteilt. Mit Schnitzelbänken konnten die Fasnächtler dem Polteri mit Schalk, aber auch ernst gemeintem Witz anklagen: So sei es im vergangenen Januar der Polteri gewesen, der die Fahrbahn bei Birmenstorf angehoben und so den Bagger-Unfall und Mega-Stau verursacht habe.

Aber auch die Badener mit ihrer Pförtneranlage sowie das Gerücht, dass in Fislisbach Ähnliches geplant sei und damit Stau auf dem Rohrdorferberg verursacht werde, sorgte für Applaus, der auch kalte Fasnächtlerhände wärmte.

Die Anklage gegen den armen Polteri waren letztlich zwar schwerwiegend, führte aber dennoch zu einer Freisprechung. So wurde dieser nicht aufgehängt, aber dennoch liegend abgeführt, sodass er im kommenden Jahr wieder Spott und Hohn über sich ergehen lassen muss.

Hinterbächli-Ball Samstag, 1. März,
ab 19 Uhr, Turnhalle Hinterbächli,
Oberrohrdorf