Gemeindeversammlung

Millionen für die Gemeindekasse: Würenlingen verlängert Zwilag-Vertrag

Die Gemeindeversammlung in Würenlingen stimmt der weiteren Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle bis im Jahr 2049 zu.

Andreas Fretz
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Gibt es weiterhin: Atommüll-Transport ins Zwilag in Würenlingen.

Gibt es weiterhin: Atommüll-Transport ins Zwilag in Würenlingen.

Michael Spillmann

Es war ein hartes Ringen bis zum ersten erfolgreichen Vertragsabschluss im Jahr 1989: Ein «Rat der Weisen» musste zwischen der Gemeinde Würenlingen und der Betreibergesellschaft des Zwischenlagers vermitteln. Im Dorf erwuchs Opposition. Gegen das Ja der Gemeindeversammlung wurde das Referendum ergriffen. Heute, 28 Jahre später, gestalten sich die Dinge einfacher: Es ging darum, den 2021 auslaufenden Vertrag bis 2049 zu verlängern. Die Akzeptanz des Zwischenlagers beim Paul-Scherrer-Institut ist inzwischen gross. Das bestätigte die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend. Einstimmig wurde dem weiteren Betrieb bis 2049 zugestimmt. Auch die Ortsbürger sagten Ja zur Zwilag: In ihrem Fall zur Verlängerung des Baurechtsvertrags für die Umladestation, die auf einer Ortsbürger-Parzelle mit Bahnanschluss steht.

Der neue Vertrag zwischen der Einwohnergemeinde und der Zwilag AG stütz sich in den wesentlichen Punkten auf das Werk von 1989. Erneut soll drei Jahre vor dem Vertragsende, also 2046, über eine Verlängerung verhandelt werden. Als freiwillige Ausgleichszahlung bezahlt die Zwilag AG der Gemeinde Würenlingen 1,938 Millionen Franken pro Jahr. Davon gehen 688 609 Franken an die Nachbargemeinden. Döttingen erhält 9,9 Prozent des Gesamtbetrags, Böttstein 15,5 und Villigen 10,1 Prozent. Neu erhält Würenlingen in den Jahren 2021 und 2022 eine Zahlung über je 3 Millionen Franken für die «Bereitschaft der Gemeinde».

Kontroverser als der Zwilag-Entscheid gestaltete sich der Überweisungsantrag betreffend einer Umzonung der Parzelle Käppeli. Der Gemeinderat empfahl, den Überweisungsantrag abzulehnen. Die Mehrheit der 283 anwesenden Stimmbürger (von insgesamt 2792) folgte der Exekutive. Mit 128:105 Stimmen wurde der Überweisungsantrag nach ausgiebiger Diskussion abgelehnt.

Das Reglement über die familienergänzende Kinderbetreuung wurde mit acht Gegenstimmen genehmigt. Diskussionslos wurden das Budget 2018 und der Steuerfuss von 100 Prozent angenommen. Würenlingen gibt den dreiprozentigen Abtausch mit dem Kanton an die Steuerzahler weiter. Am Ende der Gmeind wurden Vizeammann Josef Schmidlin und der langjährige Gemeindeschreiber Andreas Senn verabschiedet.