Niederrohrdorf
Die älteste Lego-Eisenbahn von 1966 nimmt wieder Fahrt auf – im Ortsmuseum

Nachdem sie zweimal verschoben werden musste, fand am Wochenende in Niederrohrdorf eine Lego-Ausstellung statt. Für Nostalgie war dank alter Exponate gesorgt. Doch auch Eigenkonstruktionen waren zu sehen.

Luca Giannini
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Chirstoph und Levin Marti mit ihren nostalgischen Lego-Eisenbahnen.

Chirstoph und Levin Marti mit ihren nostalgischen Lego-Eisenbahnen.

Luca Giannini

Normalerweise zeigt das Ortsmuseum im alten Niederrohrdorfer Ortsschulhaus Exponate, die für diese Art Museum typisch sind: Es sind Darstellungen zum alten dörflichen Gewerbe, Aufnahmen aus vergangenen Zeiten des Dorfes oder von früherem Vereinsleben. Ganz anders präsentierte sich das Museum am vergangenen Wochenende. Acht Aussteller zeigten ihre Legokonstruktionen in allen Farben, so dass Harry Meier, Mitglied der Museumskommission, konstatierte: «Das ist wohl die farbenfrohste Ausstellung, die wir hier jemals hatten.»

Wie kamen die Verantwortlichen nun aber auf Lego? «In Ortsmuseen wird die örtliche Vergangenheit gezeigt, also dachten wir: Warum probieren wir nicht mal etwas anderes?», so Richard Irniger, Präsident der Museumskommission. Lego habe in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Zudem zögen die Spielsteine alle Generationen an. Auf diese Weise könne das Museum etwas belebt werden. Und tatsächlich: Die Hoffnung bestätigte sich: Viele Familien mit Kindern bestaunten die Kunstwerke.

Der Taj Mahal.
10 Bilder

Der Taj Mahal.

Bilder: Luca Giannini

Unter den Ausstellern waren der 14-jährige Levin Marti und sein Vater Christoph aus Niederrohrdorf. Früher hatten die beiden oft zusammen Lego gebaut, dann Levin alleine. Als sie in der «Bergpost» den Aufruf für die Ausstellung sahen, kramten Vater und Sohn alte Lego-Eisenbahnen hervor, die aus den späten 60er- und den 70er-Jahren stammen. Die Sets waren komplett zerlegt, die Anleitungen aber noch in den Schachteln. «Einige Teile gingen über die Jahre verloren. Mit viel Geduld konnte ich sie im Internet zusammensuchen und bestellen», so Christoph Marti. So fährt Martis Eisenbahn, die 1966 auf den Markt kam und damit die älteste von Lego ist, nun mit einer belgischen Batterie.

Gleich neben den historischen Stücken präsentierte Levin Marti seine Fahrzeug-Flotte, zu der etwa ein Mercedes-Lastwagen mit Hebekran und ein Bagger mit Schaufel gehören. Daneben steht ein «work in progress», eine Star-Wars-Landschaft, die nie lange gleich bleibt. «Ich verändere sie ständig, mal gibt es eine neue Szene, mal kaufe ich noch Teile hinzu», erklärt Levin.

Neben den Martis konnten die Besucherinnen und Besucher mit einem Blick in eine dreistöckige Vitrine in die weite Welt reisen. Guido A. Meier konstruierte den Big Ben, den Taj Mahal und Schloss Hogwarts, bekannt aus Harry Potter.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung lieferte Robin Gebistorf aus Würenlos. Legobauen ist sein grösstes Hobby und das nicht einfach nach vorgegebenem Plan. Der 13-Jährige entwirft Eigenkonstruktionen. «Das hier ist meine erste Ausstellung, ich war aber schon einmal an einem Wettbewerb im Letzipark», sagt er stolz.

Robin Gebistorf mit seinem selbstkonstruierten Kriegsschiff.

Robin Gebistorf mit seinem selbstkonstruierten Kriegsschiff.

Luca Giannini

In Niederrohrdorf präsentierte er unter anderen ein Kriegsschiff und ein mehrstöckiges Haus. Für die ganze Konstruktion brauche er jeweils ein paar Monate, der Prozess ist dabei laufend, plötzlich hat Robin eine Idee und ändert dann einen Teil oder alles wieder. Seine Legokunstwerke sind nicht nur selbst erdacht, sie sind auch äusserst detailliert. Unter dem Dach des Hauses kommt beispielsweise eine Bar hervor, ausgestattet mit drei Zapfhähnen.

Richard Irniger zeigte sich denn auch zufrieden mit dem grossen Interesse. Zweimal musste die Lego-Ausstellung wegen der Pandemie verschoben werden, zuerst im Frühling 2020, dann im Herbst. Erfreulich sei, dass acht der ursprünglich zehn angemeldeten Aussteller nun immer noch dabei seien, nur zwei hatten in der Zwischenzeit abgesagt. «Acht passen auch ganz gut, sonst wäre es noch knapp mit dem Platz hier im Dachstock geworden», meint Irniger schmunzelnd.