Baden

Nomen est Omen: Warum sich die «Langmatt»-Sanierung lange hinzieht

Bis zur Sanierung des «Langmatt»-Museums dauert es noch einige Jahre – im Sommer sollen aber erste Weichen gestellt werden. Vor 2020 soll es aber nicht losgehen.

Martin Rupf
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Die Villa Langmatt in Baden.

Die Villa Langmatt in Baden.

Walter Schwager

Es waren alarmierende Töne, die der neue Langmatt-Direktor Markus Stegmann im «Badener Tagblatt» vor gut einem Monat anschlug: «Wir haben Wasser im Keller, Kamine drohten einzustürzen und unser Depot war ungenügend gesichert und durch Wasserleitungen gefährdet.» Die Sicherheitsinstallationen habe man aber inzwischen «auf einen üblichen Standard gebracht». Es ist schon lange bekannt: Die Villa Langmatt muss saniert werden. Die Stiftung ist schon seit Jahren im Gespräch mit der Stadt und der Denkmalpflege. Und auch die Legislaturziele 2015-2018 des Stadtrats halten fest: «Für das Museum Langmatt sind rechtliche, betriebliche und bauliche Massnahmen eingeleitet.» Passiert ist bisher nichts.

Der Reihe nach: Ende 2010 sprach der Einwohnerrat einen Verpflichtungskredit in Höhe von 200 000 Franken gut «für die Erarbeitung von baulichen, betrieblichen und rechtlichen Entscheidungsgrundlagen». Grund war die Tatsache, das die Stiftung «Langmatt Sidney und Jenny Brown» den jährlichen Beitragsverslust mit den Erträgen aus Eintritten, Sponsoring und Wertschriften nicht mehr decken konnte. Hinzu kommt ein grösser Sanierungsbedarf der Liegenschaft nach 26 Betriebsjahren. Ziel war es, dem Einwohnerrat einen entsprechenden Bericht bis 2012 vorzulegen. Doch wegen «umfangreicheren Abklärungen» verzögerte sich das Ganze, erst letzten Sommer wurde der Bericht dem Stadtrat vorgelegt. Seither wartet man darauf, dass der Einwohnerrat über das Geschäft befinden kann.

Stiftungsratspräsident Lukas Breunig: «Wir sind im Gespräch mit der Stadt; die Verhandlungen laufen.» Ziel sei es, dem Einwohnerrat diesen Sommer den Bericht und die weiteren Schritte zu präsentieren. Das bestätigt auch Patrick Nöthiger, Projektleiter und Leiter der Abteilung Kultur bei der Stadt: «Wir peilen die Augustsitzung an.» Wichtig sei, dass die Stadt als Gründerin der Stiftung und die Stiftung mit einer Stimme auftreten würden.
Ein Baukredit werde dem Einwohnerrat im August aber nicht vorgelegt. «In erster Linie geht es darum, dem Rat den Bericht und die umfassende Analyse zu präsentieren, verbunden mit einem allfälligen Antrag, Mittel für das weitere Vorgehen zu sprechen», so Nöthiger.
Wann mit der Sanierung und einem allfälligen Umbau begonnen wird, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fakt ist, dass im Finanzplan 2015 bis 2018 keine Mittel für ein solches Unterfangen budgetiert sind. «Der Zeitpunkt des Sanierungsstarts hängt auch von den Ressourcen ab – und natürlich davon, wie der Einwohnerrat den Bericht grundsätzlich aufnehmen wird», so Nöthiger. Wie Langmatt-Direktor Stegmann rechnet auch er damit, dass es nicht vor 2020 losgehen wird.

Auch für Stadtrat und Kulturvorsteher Erich Obrist (parteilos) ist der Handlungsbedarf unbestritten. «Fakt ist, dass die Stiftung die Sanierung nicht allein stemmen kann.» Wohin es mit der «Langmatt» gehe, sei noch offen. «Erst wenn wir hier Klarheit haben, wird die umfassende Sanierung an die Hand genommen», hält Obrist fest.

Jahresbeitrag von 270 000 Franken

Schon heute beteiligt sich die Stadt am Betrieb des Museums und dessen Parkanlage. So finanziert sie die durch den Werkhof ausgeführte Gartenpflege in Höhe von jährlich rund 70 000 Franken. Seit 2014 wird zudem jährlich ein Kulturförderbeitrag von 200 000 Franken gesprochen. «Dafür kann die Stadt beziehungsweise die Kulturkommission bei der Festsetzung inhaltlicher und betrieblicher mitreden», so Nöthiger. Zudem sprach der Einwohnerrat letzes Jahr 100 000 Franken für bauliche Notmassnahmen gut. Weiter erhält das Museum einen jährlichen Förderbeitrag von 170 000 Franken vom Kanton.

Ob die Stiftung langfristig selber für ihren Betrieb aufkommen kann, bezweifelt Nöthiger. «Sicher ist, dass die Stadt Baden ein grosses Interesse daran hat, dass die Stiftung und somit auch das Museum hier in Baden weiterleben.» Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass sich die Stadt Baden auch künftig mit einem Förderbeitrag an der «Langmatt» beteiligen werde. Aber, so Nöthiger: «Wichtig ist, dass wir eine Diskussion über den Wert des Museums lancieren – und zwar auf Bundes- wie auch auf Kantonsebene, in der Region wie auch bei Privaten.» Damit spricht Nöthiger die Verantwortung und daraus abgeleitete Unterstützungsbeiträge an.