Wettbewerb

Nur die flinksten Dirigenten geben in Baden den Takt an

Wer das Blasorchester Baden Wettingen am besten dirigiert, darf am Freitag am Schweizerischen Dirigentenwettbewerb im Trafo teilnehmen.

Barbara Scherer
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David McVeigh gewann den letzten Dirigentenwettbewerb im Jahr 2013.

David McVeigh gewann den letzten Dirigentenwettbewerb im Jahr 2013.

zvg

Den Taktstock elegant zwischen die Finger geklemmt, die Arme durch die Luft wirbelnd: Im schwarzen Frack und mit ernstem Blick gibt der Dirigent den Takt an. Anlässlich des Schweizerischen Dirigentenwettbewerbs dürfen Dirigenten von Blasorchestern diesen Freitag und Samstag ihr Können unter Beweis stellen. Der Anlass findet im Trafo statt. Partner vor Ort ist das Blasorchester Baden Wettingen.

«Die Grundidee des Wettbewerbs ist, jungen Talenten eine Plattform zu bieten», sagt Christian Noth, Präsident der Musikkommission des Dirigentenwettbewerbs und Dirigent des Blasorchesters Baden Wettingen.

Alle Teilnehmer würden schon seit einer Weile dirigieren, ständen aber oft noch ganz am Anfang ihrer Karriere. «Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, ein grosses Orchester in der Öffentlichkeit zu dirigieren», erklärt Noth. Dieses Jahr ist allerdings kein Teilnehmer aus dem Aargau dabei.

Teilnehmen können Dirigenten mit Wohnsitz in der Schweiz sowie ausländische Dirigenten, die einen Verein dirigieren, der dem Schweizerischen Blasmusikverband angehört. Auch müssen die Teilnehmer unter 35 Jahre alt sein. Der Wettbewerb findet dieses Jahr zum achten Mal statt.

Spontaneinsatz im Halbfinal üben

In einer nicht öffentlichen Vorrunde treten heute und morgen zwölf Dirigenten gegeneinander an und dirigieren das hiesige Blasorchester. Sechs dieser Teilnehmer werden dann am Freitag im Halbfinale erneut gegeneinander antreten – dieses Mal vor Publikum.

Jeder Dirigent erhält acht Minuten, um mit der Brass Band Musikgesellschaft Reiden eine der Band bekannte Komposition zu proben. Anschliessend wird diese vorgeführt. «Diese Situation simuliert einen Spontaneinsatz», sagt Noth. So könne es passieren, dass ein Dirigent morgens erfährt, dass er am Abend dirigieren muss. «In diesem Fall hat der Dirigent oft nur eine Stunde Zeit, das Orchester kennenzulernen», erklärt Noth.

Akzente setzen

Ins Finale am Samstag werden es nur drei Dirigenten schaffen. Dort wird es nicht auf die Spontanität ankommen, sondern vielmehr um die musikalische Leistung. Zuerst dürfen die drei Finalisten mit der Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach je eine Stunde üben. Danach wird jeder der drei Dirigenten ein 20-minütiges Konzert geben. «Im Finale zählt es, Akzente zu setzen und ob der Dirigent seine persönliche Note setzen kann», sagt Noth. Bewertet werden die Teilnehmer von Franco Cesarini, Rolf Schumacher und dem Niederländer Jan de Haan.

Trotz Unterstützung der Stadt und der Gemeinde Wettingen ist die Veranstaltung, die es seit 23 Jahren gibt, ein Nullsummenspiel. «Blasmusik in dieser Form ist ein Nischenprodukt. Wir sprechen mit dem Dirigentenwettbewerb vor allem ein Fachpublikum an», sagt Noth. Die beteiligten Blasorchester würden natürlich angemessen entschädigt. Aber auf die Gewinner wartet keine Geldsumme. Es zähle vielmehr die Auszeichnung als solche, so Noth.

Ob man den Wettbewerb nicht für ein breiteres Publikum attraktiv machen möchte? North: «Es gibt Ideen dafür, aber es ist schwierig, den Anlass massentauglich zu machen, ohne die Musik zu schmälern.»