Baden

Sie wollte Pfarrerin werden, er in Singapur leben: Talk bringt Überraschendes zutage

Die neue Talkreihe «Tremp & Gäste» im Kulturcafé fühlt Badener Persönlichkeiten auf den Zahn. Zum ersten Gespräch eingeladen waren die Leiterin des Historischen Museums Baden, Carol Nater Cartier, und der Präsident des STV Baden, Hansruedi Hagen.

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Journalist Urs Tremp lud im Kulturcafé zum ersten Gespräch der Talkreihe "Tremp & Gäste": Hansruedi Hagen, Präsident STV Baden, und die Leiterin des Historischen Museums Baden, Carol Nater Cartier.

Journalist Urs Tremp lud im Kulturcafé zum ersten Gespräch der Talkreihe "Tremp & Gäste": Hansruedi Hagen, Präsident STV Baden, und die Leiterin des Historischen Museums Baden, Carol Nater Cartier.

Carol Nater Cartier, Leiterin Historisches Museum Baden, und Hansruedi Hagen, Präsident STV Baden, sind die ersten Gäste in der neuen Talkreihe «Tremp & Gäste». Er war noch nie im «Melonenschnitz» und sie noch nie an einem Handballmatch des STV. Beide wissen also nur wenig voneinander.
Und das gehört zum Konzept von Journalist Urs Tremp: «Ich bringe künftig Menschen mit einer besonderen Beziehung zu Baden und unterschiedlichsten Hintergründen zusammen. Im Gespräch entdecken sie Parallelen und Gegensätze und zeigen sich dem Publikum von ihrer ganz persönlichen Seite.» Weder Nater Cartier noch Hagen sind vorbereitet auf die Fragen, die ihnen gestellt werden und oft Überraschendes zutage bringen. Wer hätte gewusst, dass sie einmal Theologie studierte und Pfarrerin werden wollte? Oder, dass er in seiner Tätigkeit als Verkaufsingenieur bei der BBC fast in Singapur geblieben wäre, wenn die Fusion mit der Asea ihn nicht zurück in seine Heimat geführt hätte?

Für den HC Davos geschwärmt

Die in Zürich lebende Nater Cartier gesteht, dass ihre jetzige Tätigkeit in Baden für sie noch nicht die letzte Station auf ihrer Laufbahn sei. Sie sehe sich in zehn Jahren ziemlich sicher woanders. Und Hagen, der in Ennetbaden wohnt, sagt einmal: «Ich bin im STV zuoberst, weil niemand anders gefunden wurde.» Er hat eine Affinität zur Kultur wie auch sie zum Sport. «Ich besuche bei jeder Städtereise Museen und Ausstellungen», erzählt Hagen. Nater Cartier tanzt und schwimmt gerne. Als Teenager schwärmte sie für den HC Davos.

Tremp will wissen, ob der Turnverein in Anbetracht der vielen Fitnesscenter ein Auslaufmodell sei? «Wir haben keine Nachwuchsprobleme, aber aktive Vereinsmitglieder zu generieren, ist schwierig geworden. Der Trend zur Individualität ist stark spürbar», meint Hagen.» Nater ist sich gewiss: «Das Bedürfnis, in eine Gruppe zu gehören, wird mit der Globalisierung wieder stärker. Die Leute suchen Halt und Stabilität. Da haben Vereine wichtige Funktionen.»

«Unser Haus ist offen und unkompliziert»

Wie bringt Nater Cartier mehr Publikum ins Museum? «Wir führen durch Ausstellungen mit spannenden Technik- und Multimediaelementen vom angestaubten Image weg. Unser Haus ist offen und unkompliziert. Man kann auch mal auf einen Kaffee vorbeikommen.» Hagen äussert sich über die nicht einfache Konkurrenzsituation mit fünf Handballvereinen und Handballclubs in der Region.

Den Zuhörern gefällt der sehr spontan gestaltete Talk, der künftig alle zwei Monate stattfindet. Welche Gäste Tremp dann einlädt, verrät er nicht. «Ich habe aber Zusagen von spannenden Menschen», meint er vielversprechend.

Der nächste Talk „Tremp & Gäste“ (mit Brunch) findet am 26. März um 11 Uhr im Kulturcafé, Rütistrasse 3a in Baden, statt.