Gebenstorf
«Was hat der Dezember, das ich nicht habe?»

Die Menschen lieben den Monat Dezember besonders – das macht die anderen Monate neidisch: Die Schauspielerin Annette Wunsch und die Pianistin Rahel Sohn haben ihr Weihnachtsstück aufgeführt.

Erina Allmendinger
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Anette Wunsch trägt ein Gedicht über einen Schneemann vor.

Anette Wunsch trägt ein Gedicht über einen Schneemann vor.

Für viele Menschen ist der Dezember der schönste Monat im Jahr. «Dann riecht es in der Luft nach Zimt, Mandarinen und Nüssen», schwärmt Annette Wunsch. Die professionelle Schauspielerin aus Baden hat im Gemeindesaal Gebenstorf die Weihnachtsgeschichte «Die anderen Monate» vorgetragen.

«Ich bin noch nicht ganz wach und noch ziemlich vollgefressen», gähnt der Januar, gespielt von Annette Wunsch. «Aber ich kann die schönsten Winterlandschaften zaubern und die Menschen können Schlittschuh laufen gehen.» Der Januar versteht nicht, was am Dezember so besonders sein soll und schneit die anderen Monate ein. Begleitet wird die Geschichte von Klaviermusik, gespielt von der Badener Pianistin Rahel Sohn.

«Wegen mir können alle schlitteln»

Auch der Februar ist der Meinung, er mache alles richtig. «Wegen mir können alle schlitteln, Ski fahren gehen und an der Fasnacht bunte Kostüme anziehen.» Der Februar fuchtelt wild mit seinen Skistöcken herum und bestreut die Kinder mit Konfetti. Sie lachen laut.

Der Juli findet sich selbst den absolut besten Monat. «Wann gibt es sonst laue Sommernächte, farbige Drinks und so lange Ferien?» Annette Wunsch giesst sich ihren Cocktail über den Kopf.

Der träge August liegt mit einem riesigen Hut im Schatten und macht Siesta. «Ich verstehe diese Hektik nicht, die der Dezember immer macht», sagt er. Der November trägt eine Stirnlampe auf dem Kopf und singt ein Lied. «Ich bin grau und neblig, niemand mag mich», sagt er weinend. «Aber habt ihr denn noch nie gesehen, wie schön meine Nebelschwaden über einem See aussehen?» Die Kinder stimmen zu.

Alle Monate waren so damit beschäftigt, sich zu zeigen, dass sie gar nicht merkten, wie der Dezember näher kam. Am sechsten Dezember drücken die Kinder ihre Nasen an die Scheibe und warten auf den Samichlaus. Die Menschen backen Guetzli und schreiben Wunschlisten. Die anderen Monate sehen den Glanz in den Augen der Menschen und müssen zugeben, dass der Dezember schon etwas Besonderes sei. Sie folgen dem Stern zum Stall, in dem das Jesuskind geboren war. Als sie vor der Krippe stehen, zieht der Februar sogar sein Fasnachtskäppi ab.

«Wir haben dieses Stück bereits letztes Jahr im Theater Baden aufgeführt», sagt Annette Wunsch. Sie selbst sei eher ein Sommermensch, obwohl sie den Dezember auch sehr gerne mag.