Tunnel

Wettingen hat jetzt auch eine Neat-Röhre - unter der Landstrasse

Anfang Juli wird in Wettingen ein Teil der Landstrasse gesperrt. Der Grund: Unter der Strasse wird ein Tunnel errichtet. Lesen Sie hier, weshalb das nötig ist.

Martin Rupf
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Die Neat-Röhre in Wettingen

Die Neat-Röhre in Wettingen

Aargauer Zeitung

Nächstes Jahr feiert die Tägerhard Kies AG ihr 60-Jahr-Jubiläum. Fast ebenso lange baut das Unternehmen in Wettingen Kies ab. Weil sich die Vorräte auf dem Gebiet Tägerhard-Ost langsam dem Ende neigen - in zwei Jahren ist der Abbau hier beendet - soll im Lugibachtal Kies abgebaut werden. Nach mehrjährigem Baubewilligungsverfahren wird in gut einem Jahr mit dem Kiesabbau auf der anderen Seite der Landstrasse begonnen.

Dank Förderband keine Lastwagen

Der Kies soll aber nicht mit Lastwagen ins bereits bestehende Kieswerk im Tägerhard transportiert werden, sondern mittels eines Förderbandes. Dieses wird vom künftigen Abbaugebiet, unter der Landstrasse und über die - dann wieder aufgefüllte - Kiesgrube Tägerhard-Ost zum Kieswerk führen.

Vom 8. bis 11. Juli soll der Wellblechtunnel für das Förderband unter der Landstrasse, gleich neben dem neu gestalteten Lugibach, erstellt werden. Zu diesem Zweck wird die Landstrasse aufgerissen und ein zirka 5 Meter tiefer und 10 Meter breiter Graben erstellt. «Hätten wir einfach ein Loch unter der Strasse bohren wollen, hätte der Tunnel einiges tiefer liegen müssen», erklärt Pius Roggensinger, Geschäftsführer der Tägerhard Kies AG. Dies hätte wiederum zur Folge, dass das Förderband links und rechts der Landstrasse wieder auf ein höheres Niveau angehoben werden müsste.

Auch RVBW-Busse sind betroffen

Der Einbau des Tunnels hat eine vollständige Sperrung der Landstrasse zwischen der Furttalkreuzung und der Lugibachstrasse zur Folge. Der Verkehr wird über die Lugibachstrasse umgeleitet; für eine klare Verkehrsführung ist gesorgt. «Wir haben extra ein Wochenende in den Sommerferien gewählt, damit die Belastung so klein als möglich ausfällt», sagt Werner Twerenbold, Verwaltungsratspräsident der Tägerhard Kies AG.

Nachdem der 75 Meter lange Wellblechtunnel mit einem Durchmesser von 3 Metern im Boden versenkt ist, wird die Strasse wieder «geflickt». Am Montagmorgen, 11. Juli soll die Umleitung wieder aufgehoben werden. «Bei schlechtem Wetter verschiebt sich der Bau um eine oder zwei Wochen», sagt Roggensinger.

Busse müssen umgeleitet werden

Auch der öffentliche Verkehr ist von den Bauarbeiten tangiert. So werden RVBW-Busse während der der dreitägigen Sperrung über die Tägerhardstrasse geleitet. Die beiden Haltestellen «Kreuzkappelle» und «Peterhans» werden nicht bedient und werden dementsprechend beschildert.

Die Erstellung des Tunnels und des Förderbandes kostet insgesamt rund 250000 Franken. Diese Investition rechne sich ökonomisch wie auch ökologisch, so Twerenbold, da man auf Lastwagentransporte verzichten könne. «Und wer weiss: Vielleicht kann man den Wellblechtunnel - dieser war bereits bei der Neat-Baustelle im Einsatz - eines Tages als Unterführung nutzen.»

Bauern erhalten Entschädigung

Während 15 bis 20 Jahren sollen rund 1,5 Millionen Kubikmeter Kies im Lugibachtal abgebaut werden. Zwar können die dort ansässigen Bauern in dieser Zeit keine oder nur sehr reduzierte Landwirtschaft betreiben. Dafür erhalten sie pro abgeführten Kubikmeter Kies eine Entschädigung. «Der Abbau wird in Etappen erfolgen, weshalb immer ein Teil des Gebiets landwirtschaftlich genutzt werden kann», erklärt Twerenbold. Und wenn der Abbau beendet ist, werden alle Grubenabschnitte wieder aufgefüllt und rekultiviert.