Wettingen

Wie der neue Kommandant das Image des Zivilschutzes verbessern will

Wettingen Kommandant Ronald Rickenbacher will das Image des Zivilschutzes verbessern. Zudem führt er eine digitale Reform durch.

Matthias Steimer
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Ronald Rickenbacher, Zivilschutzkommandant.

Ronald Rickenbacher, Zivilschutzkommandant.

Sandra Ardizzone

2. Januar, 22.20 Uhr, das Handy vibriert. Eine Whatsapp-Nachricht vom Zivilschutzkommandanten Ronald Rickenbacher: «Herren, wer von euch ist morgen erreichbar?» Angehängt eine eindringliche Unwetterwarnung wegen des aufkommenden Sturms Burglind. Der Zivilschutz musste sich auf einen spontanen Einsatz gefasst machen, denn in Wettingen drohte ein Gerüst einzustürzen. Innert kürzester Zeit stand so eine Gruppe für den – glücklicherweise nicht eingetretenen – Ernstfall bereit. Effiziente Organisation dank modernster Kommunikationsmittel, generationengerecht obendrein: «Die Jungen achten eher auf eine Whatsapp-Nachricht als auf einen Anruf von irgendeiner Nummer», sagt der 32-jährige Hauptmann Rickenbacher.

Die Neuerungen passen ins Konzept Rickenbacher. Seit er vor einem Jahr Kommandant der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal wurde, arbeitet er eisern an einer Imagekorrektur für den Zivilschutz. Effizienz und Leistung lautet die Devise. Am Freitag waren sämtliche rund 500 Zivilschützer aufgeboten, um eine neue Ausrüstung zu fassen. Die Reform trifft alle Ebenen, digital und analog.

Der neue Kommandant arbeitet eisern an einer Imagekorrektur: Er liess alle rund 500 Mitglieder der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal in Reih und Glied aufstellen. ZVG/David Henzmann

Der neue Kommandant arbeitet eisern an einer Imagekorrektur: Er liess alle rund 500 Mitglieder der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal in Reih und Glied aufstellen. ZVG/David Henzmann

Infos auf Facebook und Instagram

Noch beschränkt sich die Whatsapp-Gruppe auf das oberste Kader. Die Digitalisierung will sich Rickenbacher indes in weiteren Bereichen zunutze machen. Die jährlichen Vorinformationen über die Einsatztage werden nicht mehr per Post verschickt – die Dienstanzeigen erscheinen auf der neuen Homepage, die am 1. Februar online geht. «So sparen wir Material- und Personalkosten», erläutert Ronald Rickenbacher. Er möchte eines Tages auch die Dienstaufgebote elektronisch verschicken, was heute noch nicht zugelassen ist.

Zudem setzt er sich beim Kanton dafür ein, dass die Soldaten ihren Sold künftig nicht mehr im Couvert erhalten, sondern elektronisch aufs Bankkonto. Zur digitalen Strategie gehören ebenso die sozialen Medien. Die Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal wird demnächst auf Facebook und Instagram über ihre Aktivitäten informieren.