Brugg-Windisch

Auf Reservestrom: Im Campus-Neubau sind Steckdosen Mangelware

Lichtsensoren und Bücherscanner – der Neubau der Fachhochschule Brugg-Windisch geizt nicht mit technischen Finessen. Doch etwas ganz Simples fehlt: Die Steckdosen.

Luisa Bider
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FHNW-Student Timon Balmer findet es mühsam, so zu arbeiten.

FHNW-Student Timon Balmer findet es mühsam, so zu arbeiten.

Betritt man den ersten Stock des Campus-Neubaus in Brugg Windisch, hört man das konzentrierte Geklapper der Notebooktastaturen. Hier wurden grosszügige Lernflächen geschaffen, um den Studierenden Raum zum Austausch und Selbststudium zu schaffen.

Auch in den Unterrichtsräumen sind die Laptops omnipräsent: Es wird notiert, recherchiert und programmiert.

Doch leuchtet das rote Lämpchen eines Notebooks auf und warnt «Batterie fast leer», fängt die mühsame Suche nach einer Steckdose an. Nur 2 der 16 Unterrichtsräume pro Stock sind mit Steckdosen an den Tischen ausgerüstet, wie man es noch vom alten Haller-Gebäude der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) kennt.

Mit den vorhandenen Steckdosen können nur rund ein Drittel der Computer ihren Strom beziehen. Zudem befinden sich die Steckdosen ausschliesslich an den Wänden. Sitzt man also in der Mitte des Unterrichtsraums, braucht man zum Aufladen ein Verlängerungskabel.

Überall liegen Kabel rum

Besonders die Studierenden der technischen Hochschule leiden unter den fehlenden Steckdosen, wie Systemtechnik-Student Timon Balmer erklärt: «Wir haben nur einmal pro Woche in einem gut ausgerüsteten Zimmer des Neubaus Unterricht. Da wir häufig mit Software arbeiten und daher die Laptops benötigen, ist das mühsam.»

Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat auf den Mangel an Steckdosen reagiert und verschiedene Steckleisten sowie Verlängerungskabel in die Zimmer gestellt. «Ich hoffe jedoch, dass das eine Übergangslösung ist. Am Boden liegen überall Kabel rum, man kann einfach stolpern, und die Geräte können vom Tisch gerissen werden», so Balmer, der im dritten Semester studiert.

Adrian Dömer, Leiter Services der FHNW in Brugg, muss die Studierenden jedoch enttäuschen: «Wir haben keine festen Pläne, Steckdosen an den Tischen anzubringen.» Dass die Situation anders gelöst wurde als im Haller-Gebäude, liegt am technischen Fortschritt. «Da man früher nur mit Kabel Internet beziehen konnte, wurden an allen Tischen Internet- und Stromstecker eingebaut. Heute bezieht man praktisch nur via WLAN Internet, und es braucht keine Stecker – also hat man sie ganz weggelassen», so Dömer.

Dafür bleiben die Tische mobil

Ohne Steckdosen und Kabel bleiben die Tische mobil, und in den Zimmern kann umgestuhlt werden. «Besonders in den Pädagogik- und Wirtschaftsstudiengängen nutzt man diese Möglichkeit – mit fest installierten Steckdosen wäre das nicht möglich.»

Dömer ist sich sicher, dass sich die Studenten daran gewöhnen werden: «In zwei Jahren ist diese Diskussion sowieso müssig. Dann haben alle Laptops längere Akkulaufzeiten und müssen nicht so oft aufgeladen werden.»

Zur Sicherheit empfiehlt er, ein Verlängerungskabel mitzutragen oder in den Arbeitsbereichen ausserhalb der Unterrichtszimmer aufzuladen: Dort habe es genügend Steckdosen.