Brugg
Beim Sportausbildungszentrum Mülimat besteht Handlungsbedarf

Trotz verbesserter Sauberkeit in den Turnhallen: Es liegen Defizite vor beim Sportausbildungszentrum Mülimatt, stellt der Brugger Stadtrat fest. Die Hauswartung und Reinigung sollen neu organisiert werden.

Michael Hunziker
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Fehlende Kontrolle bei der Benutzung: Heute stehen im Sportausbildungszentrum Mülimatt oft keine Ansprechpersonen vor Ort zur Verfügung.

Fehlende Kontrolle bei der Benutzung: Heute stehen im Sportausbildungszentrum Mülimatt oft keine Ansprechpersonen vor Ort zur Verfügung.

Bild: mhu (23. Oktober 2017)

Beim Unterhalt und Betrieb des Sportausbildungszentrums Mülimatt besteht Handlungsbedarf. Zu diesem Schluss kommt der Brugger Stadtrat. Trotz Optimierungen in den letzten Jahren müsse festgestellt werden, dass Defizite vorliegen.

An seiner nächsten Sitzung am 7. Mai entscheidet der Einwohnerrat über die Schaffung von 340 Stellenprozenten für Hauswartung und Reinigung ab 2022 sowie einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 283'000 Franken. Ebenfalls zur Diskussion steht ein einmaliger Kredit von 50'000 Franken für die Beschaffung von Gerätschaften für das Reinigungspersonal.

Vandalenakte zu später Stunde häufen sich

Die fehlende Kontrolle bei der Benutzung, die Verschmutzung oder die fehlende Ansprechperson vor Ort hatte Jürg Baur im 2017 moniert. Damals war er Einwohnerrat der CVP, heute sitzt er für die gleiche Partei im Stadtrat. Baur forderte eine professionelle Aufsicht. Anfang 2018 wurde seine Motion vom Stadtrat entgegengenommen. Die Kritik, hält der Stadtrat nun «nach eingehender Analyse» fest, sei berechtigt, auch wenn die Sauberkeit in den Turnhallen verbessert werden konnte.

Jürg Baur, damals CVP-Einwohnerrat, heute CVP-Stadtrat, hat die Motion zum Sportausbildungszentrum Mülimat im 2017 eingereicht.

Jürg Baur, damals CVP-Einwohnerrat, heute CVP-Stadtrat, hat die Motion zum Sportausbildungszentrum Mülimat im 2017 eingereicht.

Bild: zvg

Eigentümer des Sportausbildungszentrums Mülimatt sind zu je 50 Prozent der Kanton Aargau und die Stadt Brugg. Zu den Hauptnutzern gehören die Fachhochschule Nordwestschweiz sowie das Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Brugg.

Die Hauswartung ist seit der Eröffnung im 2010 einem externen Dienstleister übertragen worden. Die vereinbarten Leistungen werden generell zwar zufriedenstellend erbracht, führt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat aus. Allerdings übernehme der externe Dienstleister keine Präsenzfunktion und Verantwortung für die Nutzung des Gebäudes ausserhalb der Schulzeiten. «Übergaben in den Abendstunden und über das Wochenende sind ungeregelt, was immer wieder zu kritischen Situationen führt», so die Behörde. Und weiter:

«Die Defizite der aktuellen Organisation zeigen sich in einer Häufung von Vandalenakten, die sich mehrheitlich zu späten Abendstunden ereignen. Zu diesen Zeiten wirkt die Anlage durch Abwesenheit eines Objektverantwortlichen anonym.»

Es gelinge selten, die Verursacher zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Die dadurch ausgelösten Aufwendungen, Reparaturkosten sowie zusätzlichen Kontrollgänge der Regionalpolizei seien stark angestiegen.

Bei Ferienabwesenheiten ist Stellvertretung geregelt

Einem verantwortlichen, aufmerksamen Hauswart mit einem Team werde es gelingen, das Verhalten der Nutzer zu beeinflussen und eine adäquate Verhaltenskultur zu etablieren, ist der Stadtrat überzeugt. Das Team bestehe aus einem Fachmann Betriebsunterhalt sowie einem Pool von Reinigungsfachkräften. Sichergestellt werden die Präsenz vor Ort sowie die regelmässigen Reinigungen insbesondere von Garderoben, Sanitäranlagen und Hallenböden. Der Stadtrat hält fest:

«Für die Identifikation mit der Aufgabe ist eine direkte und langfristige Anstellung bei der Stadt Brugg als Miteigentümerin die beste Voraussetzung.»

Durch die Integration in das Team der Hauswarte der Stadt Brugg könne überdies die Stellvertretung bei Ferienabwesenheiten und ungeplanten Ausfällen gesichert werden.

Das Reservationswesen, das heute durch eine externe Stelle abgewickelt wird, soll künftig analog andere Objekte durch die Abteilung Planung und Bau mit einer internetbasierten Lösung abgewickelt werden – durch die Automatisierung übrigens ohne Erhöhung des Stellenaufwands.

Für die Entlöhnung wird für den Hauswart (60%) mit einer Lohnsumme von 64'000 Franken kalkuliert, für den Fachmann Betriebsunterhalt (100%) mit einer Lohnsumme von 80'000 Franken und für die Reinigungsfachkräfte (180%) mit einer totalen Lohnsumme von 134'000 Franken. Bei zehn Wochenstunden während Nacht- und Wochenendarbeitszeiten würden zusätzliche Kosten von rund 5000 Franken anfallen.

Einwohnerrat Freitag, 7. Mai, 19.30 Uhr, Campussaal.

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