Brugg

Das Beste der Alpennordseite: Metal trifft auf staubigen Stoner Rock

Was lange währt, wird endlich gut: Die vier Jungs von North Alps veröffentlichen nach Jahren im Bandraum und im Tonstudio ihr Debütalbum «Devil’s Bridge». Gefeiert wird das Erstwerk mit einer lauten Plattentaufe im Badener Kulturlokal Werkk.

Lukas Scherrer
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Vier intellektuelle Köpfe, eine Leidenschaft für die Musik: Am Samstag taufen die North Alps ihr Debüt «Devil’s Bridge».

Vier intellektuelle Köpfe, eine Leidenschaft für die Musik: Am Samstag taufen die North Alps ihr Debüt «Devil’s Bridge».

ZVG

Jahrelang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet – ihre Finger in endlosen Jamsessions wundgespielt, akribisch an den Songs gefeilt und unzählige Stunden im Tonstudio zugebracht. Jetzt ist das Debütalbum der Band North Alps im Kasten und für alle Zeiten auf CD gebannt. Doch zum Feiern fehlt den vier Musikern aus Brugg gerade schlicht die Zeit. «Ich schreibe diese Woche noch einige Prüfungen», seufzt Bassist Benjamin Ruf, der sich zwischen dem Büffeln Zeit nimmt, über die Band und die Entwicklung ihres Erstwerks «Devil’s Bridge» zu plaudern.

Nicht anders geht es Oliver Aeschbacher (Gesang und Gitarre), Samuel Schafer (Schlagzeug) und Davide Merz (Gitarre), die ebenfalls alle studieren und sich mit Prüfungen plagen. Doch die Party zum Albumrelease wird steigen: morgen Samstag im Badener Kulturlokal Werkk mit einer ausgiebigen – und vor allem lauten – Plattentaufe.

Aufwand zahlt sich aus

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis», sagt Benjamin über das fertige Debüt. «Wir konnten während der Entstehung des Albums extrem viel lernen.» Trotzdem sei es nicht immer ganz einfach gewesen. Ursprünglich war der Release von «Devil’s Bridge» für Anfang 2015 geplant, gebremst wurde er vom Qualitätsanspruch der Band. «Vier Songs waren bereits im Kasten», erinnert sich der Bassist. «Als wir einige Zeit später im Studio noch ‹Alien›, den letzten Track des Albums, einspielten, war die Aufnahme so klar und perfekt, dass wir alle anderen Lieder noch einmal überarbeiteten.»

Ein Aufwand, der sich ausgezahlt hat. Der Sound auf «Devil’s Bridge» kommt – für das Debüt einer jungen Schweizer Band – professionell, dicht und mächtig daher. Die fünf überlangen Songs bestechen mit ihrem Mix aus grimmigen Metal-Riffs, staubtrockenem Stoner Rock und überraschend atmosphärischen Parts, die das Merkmal von North Alps sind. «Die ruhigen Momente zwischen den härteren Passagen sind ein Pluspunkt», so Benjamin. Er ist überzeugt: «Damit können wir auch Leute begeistern, die nicht nur auf Rock der härteren Gangart stehen.» In den Texten verarbeiten die Musiker gesellschaftskritische Themen. «Devil’s Bridge» ist dabei eine Anspielung auf die bekannte Urner Sage. «Der Mensch ist oft hinterhältiger als der Teufel», erläutert Benjamin den Vergleich.

Grosi als Namensgeberin

Auf den Bandnamen angesprochen, muss er lachen. «Das ist eine coole Geschichte: Die Grossmutter unseres Schlagzeugers Samuel sagt über gute Dinge immer, sie seien das Beste von der Alpennordseite. Sie hat damit unserer Band den Namen gegeben.» Ausserdem würde die raue Natur der Alpen gut zum Sound der North Alps passen.

Diesen galt es erst zu finden, was uns in die Teenagertage der Jungs zurückführt. Benjamin und Samuel begannen gemeinsam im Keller zu musizieren. Nach unzähligen Jamsessions wollten die beiden mehr und suchten nach Musikern. In der Schule lernten sie Davide kennen, Oliver wurde ihnen über Benjamins Basslehrer vermittelt. Es folgten Jahre des Jammens und der Suche nach dem passenden Stil. «Wir spielten alles: Punk über Funk bis Rock», sagt Benjamin. Erst der Heavy Rock, wie North Alps heute ihren Stil bezeichnen, hat dann für alle gestimmt.

2009 setzte sich die Band bei einem Wettbewerb gegen fünf Mitstreiter durch. Beflügelt vom Erfolg, spielten die vier zahlreiche Konzerte, sammelten Studioerfahrung und feilten an «Devil’s Bridge» – womit wir in der Gegenwart sind. Benjamin wagt bereits einen Blick in die Zukunft nach der Plattentaufe: «Erst einmal mit der Band essen gehen und das Album feiern. Dann wollen wir mehr Auftritte an Land ziehen.» Er ist sicher: «Noch ist die Musik ein Hobby. Sie darf aber gerne mehr werden.»