Brugg/Schinznach-Bad

Das sagen die Bürger kurz vor Abstimmung zum Fusionskredit

Im Brugger Einwohnerrat und an der Gemeindeversammlung in Schinznach-Bad steht das Traktandum zum Fusionskredit an – die az hat die Bevölkerung gefragt, was sie dazu meint.

Janine Müller
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So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

Grafik/Barbara Adank

Stramm flattert die Schweizer Fahne im Wind. Am Himmel drehen zwei Raubvögel ihre Kreise. In der Ferne summt ein Rasenmäher, im nahen Vorgarten schneidet ein Mann die Hecke. Hier, im Quartier zwischen der Kindergarten- und Schulhausstrasse in Schinznach-Bad, herrscht klassische Schweizer Einfamilienhausidylle.

Ein ähnliches Bild zeigt sich einige Kilometer flussabwärts auf der gleichen Aareseite im Brugger Westquartier. Ein paar Senioren erledigen mit dem Rollator ihre Kommissionen, Frauen spielen mit Kindern auf dem Spielplatz. Die Situationen ähneln sich. Werden die beiden Gemeinden einst zu einer zusammenwachsen?

Am Donnerstag stimmt die Gemeindeversammlung in Schinznach-Bad über den Fusionskredit ab. Ende Juni entscheidet auch der Brugger Einwohnerrat über den Kredit. Werden die je 50 250 Franken von beiden Gemeinden bewilligt, kann die mögliche Fusion vertiefter ausgearbeitet werden.

Vorabklärungen sind getroffen

Im Vorfeld hat bereits eine Projektgruppe, bestehend aus Markus Leimbacher (externer Projektleiter und Experte für Gemeindefusionen), Yvonne Reichlin (Leiterin Gemeindeabteilung Kanton Aargau), Yvonne Brescianini (Stadtschreiber Brugg), Stefan Huber (Leiter Finanzen Brugg), Nicole Seiler (Gemeindeschreiberin Schinznach-Bad) und Brigitte Zürcher (Leiterin Finanzen Schinznach-Bad), einige Vorabklärungen getroffen. Die Gruppe kam zum Schluss, dass durch einen «allfälligen Zusammenschluss der Gemeinden keine nennenswerten Nachteile zu erwarten sind». Für Brugg wäre ein Zusammenschluss ein weiterer Schritt zu einem grösseren Gebilde. Die Verantwortlichen erhoffen sich einen Anstoss «zu einer dynamischen Entwicklung in der Region Brugg».

Schinznach-Bad hingegen würde in finanzieller Hinsicht profitieren, in dem der Steuerfuss gesenkt wird (dieser liegt heute bei 110 %, in Brugg bei 100 %). Und was Gemeindeammann Oliver Gerlinger immer wieder betont: «Stellvertretungsprobleme in der Verwaltung und die Probleme in der Besetzung von politischen Ämtern könnten eliminiert werden.»

Eine Umfrage der az in den betroffenen Gemeinden zeigt: Die Meinungen zum Thema gehen auseinander. Wobei die Befürworter in der Umfrage Überhand haben.

Gemeindeversammlung Schinznach-Bad am Donnerstag, 11. Juni, Aula, um 19.30 Uhr.

Einwohnerrat Brugg, am Freitag, 26. Juni, Rathaussaal, 19.30 Uhr.

Yolanda Eicher, 69, Umiken: «Ich finde, dass Brugg zuerst mit Windisch fusionieren sollte, bevor man in die Dörfer raus geht. Es wäre wichtiger, das Zentrum zu stärken und gemeinsam geschlossen aufzutreten. Und da wären ja auch noch die Gemeinden Riniken oder Villnachern, die man anfragen könnte.»

Yolanda Eicher, 69, Umiken: «Ich finde, dass Brugg zuerst mit Windisch fusionieren sollte, bevor man in die Dörfer raus geht. Es wäre wichtiger, das Zentrum zu stärken und gemeinsam geschlossen aufzutreten. Und da wären ja auch noch die Gemeinden Riniken oder Villnachern, die man anfragen könnte.»

Janine Müller
Ruth (81) und Hans (86) Bieri, Schinznach-Bad Hans: «Viele Leute meinen immer noch, dass eine kleine Gemeinde das Ideal der Demokratie ist. Aber das geht heute einfach nicht mehr. Es ist schwierig geworden, Leute für die Ämter zu finden. Den Behörden wird eine immense Arbeit aufgehalst. Darum bin ich dafür, dass man die Fusion mit Brugg prüfen soll.» Ruth: «In Schinznach-Bad gibt es nicht mehr so viele Ureingesessene. Viele sind sowieso Richtung Stadt orientiert und weniger Richtung Schenkenbergertal. Zudem sind wir ja auf derselben Seite der Aare wie Brugg. Und früher mussten die Schüler auch nach Brugg in die Bezirksschule. Den Kredit sollte man also annehmen.»

Ruth (81) und Hans (86) Bieri, Schinznach-Bad Hans: «Viele Leute meinen immer noch, dass eine kleine Gemeinde das Ideal der Demokratie ist. Aber das geht heute einfach nicht mehr. Es ist schwierig geworden, Leute für die Ämter zu finden. Den Behörden wird eine immense Arbeit aufgehalst. Darum bin ich dafür, dass man die Fusion mit Brugg prüfen soll.» Ruth: «In Schinznach-Bad gibt es nicht mehr so viele Ureingesessene. Viele sind sowieso Richtung Stadt orientiert und weniger Richtung Schenkenbergertal. Zudem sind wir ja auf derselben Seite der Aare wie Brugg. Und früher mussten die Schüler auch nach Brugg in die Bezirksschule. Den Kredit sollte man also annehmen.»

Janine Müller
Sieglinde Blumer (61), Brugg mit Enkeltocher Angela (20 Monate) «Es ist eine gute Idee, die Fusion mit Schinznach-Bad zu prüfen. Ich finde sowieso, dass kleine Gemeinden fusionieren sollten, da die Aufgaben immer komplexer werden. Zudem fände ich es schön, wenn Brugg so zu einem Thermalbad käme.»

Sieglinde Blumer (61), Brugg mit Enkeltocher Angela (20 Monate) «Es ist eine gute Idee, die Fusion mit Schinznach-Bad zu prüfen. Ich finde sowieso, dass kleine Gemeinden fusionieren sollten, da die Aufgaben immer komplexer werden. Zudem fände ich es schön, wenn Brugg so zu einem Thermalbad käme.»

Janine Müller
Claudia Mattenberger (33), Schinznach-Bad, mit Mia (3½) und Ben (10 Monate) «Ich habe mich noch nicht so sehr damit auseinandergesetzt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass man den Projektierungskredit annimmt. Für beide Gemeinden hätte es Vorteile. Schinznach-Bad könnte beispielsweise Kosten sparen. Das wäre schon eine gute Sache.»

Claudia Mattenberger (33), Schinznach-Bad, mit Mia (3½) und Ben (10 Monate) «Ich habe mich noch nicht so sehr damit auseinandergesetzt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass man den Projektierungskredit annimmt. Für beide Gemeinden hätte es Vorteile. Schinznach-Bad könnte beispielsweise Kosten sparen. Das wäre schon eine gute Sache.»

Janine Müller
Jean-Bernard Thiévent (59), Schinznach-Bad «Ich sage Nein zum Kredit. Denn wir haben zweimal Ja gesagt zu einer Fusion mit den Schenkenberger Gemeinden. Persönlich würde ich eine Fusion mit dem Tal bevorzugen, da ich damit emotional stärker verbunden bin. Es ist durchaus möglich, dass sich diese Fusionsgemeinde später Brugg anschliesst. Der Gemeinderat argumentiert beispielsweise damit, dass Schinznach-Bad schon vieles mit Brugg gemein hat, die Spitex oder den Zivilschutz. Aber das haben die Schenkenberger Gemeinden ebenfalls. Ich frage mich auch, wie man das Problem mit der Schule zu lösen hätte. Oder was dann mit dem Schwimmbad passiert. Ob Brugg da auch mitmacht?»

Jean-Bernard Thiévent (59), Schinznach-Bad «Ich sage Nein zum Kredit. Denn wir haben zweimal Ja gesagt zu einer Fusion mit den Schenkenberger Gemeinden. Persönlich würde ich eine Fusion mit dem Tal bevorzugen, da ich damit emotional stärker verbunden bin. Es ist durchaus möglich, dass sich diese Fusionsgemeinde später Brugg anschliesst. Der Gemeinderat argumentiert beispielsweise damit, dass Schinznach-Bad schon vieles mit Brugg gemein hat, die Spitex oder den Zivilschutz. Aber das haben die Schenkenberger Gemeinden ebenfalls. Ich frage mich auch, wie man das Problem mit der Schule zu lösen hätte. Oder was dann mit dem Schwimmbad passiert. Ob Brugg da auch mitmacht?»

Janine Müller
Rosa Grossmann (92), Brugg «Ich habe 40 Jahre in Schinznach-Bad gelebt. Jetzt bin ich hier in der Alterssiedlung in Brugg. In beiden Gemeinden fühle ich mich wohl, darum finde ich, dass man eine Fusion prüfen sollte. Schinznach-Bad könnte davon sicher profitieren, denke ich.»

Rosa Grossmann (92), Brugg «Ich habe 40 Jahre in Schinznach-Bad gelebt. Jetzt bin ich hier in der Alterssiedlung in Brugg. In beiden Gemeinden fühle ich mich wohl, darum finde ich, dass man eine Fusion prüfen sollte. Schinznach-Bad könnte davon sicher profitieren, denke ich.»

Janine Müller
Franklin de Jesus Jimenez Moni (44), Brugg «Eine Fusion mit Schinznach-Bad ist doch eine super Idee. Gemeinsam ist man stark. Und wir sind ja sowieso Nachbarn, darum macht es Sinn, wenn sich Brugg in diese Richtung vergrössern will. Vielleicht kriegen wir ja ein Spital zurück, wenn die Gemeinde dann genügend gross ist.»

Franklin de Jesus Jimenez Moni (44), Brugg «Eine Fusion mit Schinznach-Bad ist doch eine super Idee. Gemeinsam ist man stark. Und wir sind ja sowieso Nachbarn, darum macht es Sinn, wenn sich Brugg in diese Richtung vergrössern will. Vielleicht kriegen wir ja ein Spital zurück, wenn die Gemeinde dann genügend gross ist.»

Janine Müller
Urs Näf, 73, Umiken «Diese Fusion sollte unbedingt geprüft werden. Diese kleinen politischen Gemeinden sind heutzutage überflüssig. Zusammen kann man doch viel besser grössere Projekte anreissen. Der einzige Nachteil ist halt, dass man als einzelner Bürger weniger zu sagen hat.»

Urs Näf, 73, Umiken «Diese Fusion sollte unbedingt geprüft werden. Diese kleinen politischen Gemeinden sind heutzutage überflüssig. Zusammen kann man doch viel besser grössere Projekte anreissen. Der einzige Nachteil ist halt, dass man als einzelner Bürger weniger zu sagen hat.»

Janine Müller