Lupfig/Scherz
Das Thema Fusion wirft in Lupfig noch keine Wellen

Die Fachhhochschule Nordwestschweiz führte eine Umfrage in der Gemeinde Lupfig zum Thema Fusion mit Scherz durch. Die Ergebnisse wurden an einer Informationsveranstaltung präsentiert. Doch nur wenige kamen.

Elisabeth Feller
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Kommen sie je zusammen? Die Eigenämter Gemeinden Lupfig und Scherz wollen fusionieren.

Kommen sie je zusammen? Die Eigenämter Gemeinden Lupfig und Scherz wollen fusionieren.

by/az-archiv

Eine Ehe will gut überlegt sein. Deshalb preschen die beiden Eigenämter Gemeinden Lupfig und Scherz auch nicht vor. Vor zwei Jahren hatten sie bekannt gegeben, dass sie Vorabklärungen für eine gemeinsame Zukunft treffen. Die Grundlage dafür hatte eine Umfrage unter der Scherzer Bevölkerung geliefert, die im Winter 2010 an einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde. Diese hatte damals ergeben, dass «eine nennenswerte Mehrheit einem Fusionsprojekt mit Lupfig gegenüber positiv eingestellt ist».

Wie sieht es in Lupfig aus? Das wollte der Gemeinderat wissen, weshalb er bei der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW, Hochschule für Wirtschaft) einen Fragenkatalog in Auftrag gab. An einer – da ohne Beteiligung von Scherzer Seite – explizit für die Lupfiger Bevölkerung anberaumten Veranstaltung, präsentierten die Studierenden der FHNW ihre Auswertungen. Eines fällt sofort auf: Eine Mehrheit ist in Lupfig für eine Fusion. Aber: Für eine ganz grosse Mehrheit darf eine Heirat mit Scherz keine Kostenkonsequenzen haben.

Auf die Frage, ob eine Fusion durch den Gemeinderat gefördert werden solle, antwortete eine komfortable Mehrheit mit «Ja, ab sofort». Deutlich dahinter befinden sich jene mit dem Votum: «Ja, in 2 Jahren». Ob Lupfig bei einer Fusion mit Scherz profitieren könne, wollten die Studierenden ebenfalls wissen. Auf der Skala von 1 (keinesfalls) bis 6 (sehr stark) findet sich der Ja-Anteil bei 4.

«Fehlt das Interesse?»

Ist somit eine klare Mehrheit in Lupfig für eine gemeinsame Zukunft mit der Nachbargemeinde? Gemeindeammann Richard Plüss holt etwas aus und differenziert: «Wir haben zu unserer Informationsveranstaltung viele Einwohner erwartet. Leider sind aber nicht so viele gekommen, nämlich nur etwa 70. Da ist es natürlich klar, dass sich der Gemeinderat fragt: Fehlt das Interesse? Dabei geht es doch um eine Weichenstellung für die Zukunft.»

Alle Vor- und Nachteile abwägen

Plüss bedauert, dass auch aus der Diskussionsrunde keine Rückmeldungen kamen. «Was sollen wir daraus schliessen?», fragt er und fügt hinzu: «So wissen wir ja nicht, in welche Richtung die Bevölkerung denkt.» Trotz der Ungewissheit muss sich der Gemeinderat Lupfig laut Plüss «in den nächsten Monaten eine Meinung bilden». Aber wie? «Indem er versucht, die Antworten des Fragebogens einzubeziehen und alle Vor- und Nachteile abzuwägen, denn solche gibt es sowohl für Scherz wie Lupfig.»

Ob es in der Folge zu einem Antrag an einer der nächsten Gemeindeversammlungen kommt, um ein Fusionsprojekt konkret anzupacken und umzusetzen, könne zum heutigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden, unterstreicht Plüss: «Den dazu notwendigen Meinungsprozess haben wir im Gemeinderat noch nicht durchlaufen.»

Vorhaben muss reifen

Für Hans Vogel, den Gemeindeammann in Scherz, ist die Nachbargemeinde Lupfig «der natürliche Partner». Sowohl ihm wie Richard Plüss ist jedoch bewusst: Ein Vorhaben muss reifen, bevor es möglicherweise zu einer Verschmelzung zweier Gemeinden kommt. «Erfahrungen von gescheiterten Fusionen haben gezeigt, dass diese erst ganz zuletzt abgelehnt wurden», sagt Richard Plüss und doppelt sofort nach: «Wir möchten nicht erleben, dass wir für ein Projekt viel Zeit und Geld aufwenden, das eine Mehrzahl der Bevölkerung gar nicht will.»

Die Faust im Sack?

Er habe mit vielen Personen über das Thema Zusammenschluss diskutiert, sagt der Lupfiger Gemeindeammann. «Persönlich kann ich sagen, dass ich von niemandem eine klar negative Meinung gespürt habe. Die meisten zeigten sich positiv bis leicht kritisch.»

Aber das sei schwierig zu gewichten, so Richard Plüss, denn: «Beim Fragebogen haben sich ja nur 30 Prozent beteiligt. Aber was denken die anderen 70 Prozent? Interessiert sich eine Mehrheit gar nicht für das Thema Fusion? Oder macht diese Mehrheit die Faust im Sack und reagiert erst im Schlussspurt?»

Umfrage www.lupfig.ch

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