Brugg

Der Tourismus-Verein der Region zeigt: Hier gibt es mehr als nur Autobahnen

Der Tourismusverein zeigt an praktischen Beispielen wie sich Brugg und Umgebug vermarktet: Seien es interessante Angebote im Jurapark, eine Weinwanderung oder das regionale Gastro-Angebot — das Freizeit-Angebot ist vielfältig.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Das Gebiet zwischen Laufenburg, Rheinfelden, Aarau und Brugg zeichnet sich durch einen hohen Natur- und Landschaftswert aus.

Das Gebiet zwischen Laufenburg, Rheinfelden, Aarau und Brugg zeichnet sich durch einen hohen Natur- und Landschaftswert aus.

Sandra Ardizzone

Vor 104 Jahren wurde der Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubünden gegründet. Damals konnte sich noch niemand vorstellen, dass es dereinst in der Schweiz noch 16 weitere Naturpärke geben wird. Einer davon ist der Jurapark Aargau mit der Geschäftsstelle im Bözberger Ortsteil Linn.

Dieser regionale Naturpark von nationaler Bedeutung ist seit sechs Jahren in Betrieb. Sein Gebiet umfasst 27 Aargauer und eine Solothurner Gemeinde (Kienberg). Die Grösse sei vergleichbar mit derjenigen des Kantons Zug, sagte Geschäftsleiterin Christine Neff am Apéro des Vereins Tourismus Region Brugg am Montagabend im Forum Odeon.

Sechs Jahre ist es her, seit der Jurapark Aargau seinen Betrieb aufgenommen hat. Auf der Geschäftsstelle im Bözberger Ortsteil Linn arbeiten neun Personen.

Anders als beim Schweizerischen Nationalpark, wo die höchste Schutzklasse gilt, geht es beim regionalen Naturpark um Schutz durch Nutzung. Mit seinen rund 40 000 Einwohnern sei der Jurapark Aargau im Vergleich zu anderen Naturpärken relativ dicht besiedelt, erklärte Neff weiter. Der Jurapark Aargau sei deshalb auch eine Vernetzungsplattform mit anderen Vermarktungsmöglichkeiten als sie beispielsweise ein einziger der 325 Landwirtschaftsbetriebe im Park-Perimeter hat.

Landschaft begeistert Banker

Das Gebiet zwischen Laufenburg, Rheinfelden, Aarau und Brugg zeichnet sich durch einen hohen Natur- und Landschaftswert aus, in dem sich 425 geschützte Arten finden lassen. Mit sanftem Tourismus und nachhaltigen Freizeitaktivitäten ist der Jurapark sowohl für die Bewohner wie für Gäste ein interessantes Gebiet.

Christine Neff erzählte vom Geissen-Trekking beim Hof Kasteln, der ersten offiziellen Mountainbike-Rundtour im Kanton Aargau am Tiersteinberg im Fricktal sowie den Arbeitseinsätzen in der Natur für Angestellte von Firmen wie UBS oder Axpo. «Viele Teilnehmer wundern sich, dass der Aargau noch etwas anderes bietet als nur Autobahnen», sagte Neff.

Jurapark-Geschäftsleiterin Christine Neff ist am Tourismus-Apéro die Hauptreferentin.

Jurapark-Geschäftsleiterin Christine Neff ist am Tourismus-Apéro die Hauptreferentin.

Im Frühling wird «La Route Verte» lanciert. Das ist eine 444 Kilometer lange Veloroute von Schaffhausen nach Genf, die durch mehrere Naturparks führt. Ein sehr beliebter Anlass ist die Weinwanderung. Über 200 Gäste aus der halben Schweiz wandern in Gruppen durch die Rebberge. Dieses Jahr organisiert der Jurapark Aargau den Anlass im Schenkenbergertal. Er findet am Samstag, 11. August statt.

Brugger City-OL wird patentiert

Am Sonntag nach der Weinwanderung, am 12. August, wird in der Region Brugg der sechste slowUp durchgeführt. Letztes Jahr beteiligten sich 33 000 Besucher, wie Thilo Capodanno, der neue Geschäftsstellen-Leiter von Brugg Regio, informierte. Er sagte auch, dass 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr Leute an Stadtführungen in Brugg interessiert waren.

Apropos Stadtführungen: Jürg Hässig, Präsident von Tourismus Region Brugg, ergänzte, dass der Verein im neuen Jahr noch stärker mit den jungen Erfindern des Brugger City-OL zusammenarbeiten will. Stellvertretend für das innovative Maturanden-Team, das den fest installierten City-OL mit 30 Posten in der Brugger Altstadt entwickelt hatte, berichtete Maren Ludorf, dass sie daran seien, das Konzept patentieren zu lassen, und es dann auf andere Städte übertragen möchten.

Hotel- und Restaurantführer für alle

In den letzten Jahren war es Tradition, dass am Tourismus-Apéro jeweils der aktualisierte Gastro- und Freizeitführer unter die Leute gebracht wurde. Dieser hatte eine Auflage von lediglich 4000 Exemplaren und erschien einmal im Jahr.

Mit der Erkenntnis, dass die Bevölkerung aus der Region das regionale Gastro-Angebot stärker nutzt als die auswärtigen Gäste, haben sich die Verantwortlichen nun entschieden, das Konzept zu überarbeiten und die Auflage auf 30 000 Exemplare zu steigern, erklärte der Kommunikationsprofi Martin Jakob. Die neue Genuss-Agenda der Region mit dem Titel «Gut und Gern» wird mit redaktionellen Beiträgen ergänzt und zum Frühlingsanfang am 22. März der Zeitung General-Anzeiger beigelegt.

Tourismus-Präsident Jürg Hässig stellte das Jahresprogramm mit Stadtführungen am 5. Mai und am 15. September sowie einem Bauernhof-Tag am 22. September vor.