Habsburg/Scherz
Eigener Kindergarten: Künftig bleiben die Kleinen im Dorf

Ein Ende der Zusammenarbeit beim Kindergarten – welche Konsequenzen hat dieser Entscheid?

Michael Hunziker
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Ab Sommer können die Mädchen und Buben aus Habsburg den Weg zum Kindergarten zu Fuss bewältigen.

Ab Sommer können die Mädchen und Buben aus Habsburg den Weg zum Kindergarten zu Fuss bewältigen.

Kenneth Nars

Diese Nachricht kam überraschend: Am Informationsanlass zum Thema Schule in Habsburg wurde bekannt, dass der Kindergarten ab Schuljahr 2017/18 im Dorf selber angeboten wird. Seit Jahrzehnten besuchen die Mädchen und Buben den Kindergarten im benachbarten Scherz. Die Ankündigung hat Freude ausgelöst bei den Eltern in Habsburg, aber auch zu einigen Fragen geführt.

Allzu viele Details konnte der zuständige Gemeinderat Werner Rüegsegger allerdings – noch – keine nennen. Die Behörden müssten nun in den nächsten Schritten die Abklärungen treffen zur Organisation und zum Betrieb. Wo der eigene Kindergarten untergebracht wird, steht zum heutigen Zeitpunkt nicht definitiv fest. Es sollen aber bestehende Räumlichkeiten genutzt werden.

Gemeinderat Rüegsegger zeigte sich überzeugt, dass es für die Standortattraktivität ein Vorteil ist, wenn Kindergarten und Primarschule am gleichen Ort angeboten werden. Ebenfalls wies er darauf hin, dass diese Lösung im Vergleich zu heute nicht teurer kommen wird – auch wenn die Kosten am Schluss von der Anzahl Mädchen und Buben abhängig sind.
Laut kantonalem Departement Bildung, Kultur und Sport sind für eine Abteilung mindestens sieben Kinder erforderlich zur Führung eines Kindergartens. In der 430-Seelen-Gemeinde Habsburg betroffen sind voraussichtlich 11 Kinder, die ab diesem Sommer nicht mehr ins Postauto steigen werden, um den Weg ins Nachbardorf zurückzulegen.

Der Rückzug wird bedauert

Wie kommt der Entscheid dort an? «Scherz ist zu Recht stolz auf seinen bestens geführten und zentral gelegenen Kindergarten», antwortet Gemeindeammann Hans Vogel. Nach einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit werde der Rückzug von Habsburg bedauert.
Möglicherweise, gibt Vogel zu bedenken, hat dieser Entscheid auch damit zu tun, dass sich Scherz und Lupfig per Anfang 2018 zusammenschliessen. Die Schulgelder seien aus diesem Grund auf regionaler Ebene im Eigenamt neu berechnet und entsprechend den kantonalen Empfehlungen auf das Schuljahr 2017/18 nach oben angepasst worden. «Scherz hat aber immer klar kommuniziert, dass die Kinder aus Habsburg nach wie vor willkommen sind», fügt Gemeindeammann Vogel an.

Es gab ein paar Reaktionen

Mit einschneidenden Folgen für den Schulbetrieb in Scherz rechnet der Gemeindeammann nicht. «Durch den Zusammenschluss der beiden Schulstandorte Lupfig und Scherz entstehen neue Synergien bezüglich Pensen und Raumnutzung», stellt er fest. Der Rückzug von Habsburg dürfte deshalb langfristig nicht gravierend ins Gewicht fallen.

Zur Erinnerung: Im Vertrag über den Zusammenschluss von Lupfig und Scherz ist unter dem Titel «Organisation der neuen Gemeinde» festgehalten, dass sowohl der Kindergarten als auch die Unter- und Mittelstufe wie bisher in den einzelnen Ortsteilen geführt werden.

Die eine oder andere Reaktion sei eingetroffen bei der Gemeindekanzlei auf die Ankündigung aus Habsburg, sagt Vogel. Gehandelt habe es sich um Anfragen bezüglich der Konsequenzen dieses Entscheids. Welche Schritte durch den Rückzug von Habsburg allenfalls unternommen werden müssen, wird derzeit von der Schulleitung und der Schulpflege abgeklärt. Die Bevölkerung soll nächste Woche informiert werden.

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