Brugg

Haupttraktandum war die Geselligkeit

An seiner Schlusssitzung besuchte der Einwohnerrat das Kornhaus und das Alterszentrum. Für einmal waren nicht Kreditbegehren und ähnlichen Traktanden - sondern mit einer interessanten Besichtigung und einem feinen Nachtessen.

Louis Probst
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Aargauer Zeitung

Für einmal nicht mit Kreditbegehren und ähnlichen Traktanden - sondern mit einer interessanten Besichtigung und einem feinen Nachtessen «traktierte» der Brugger Stadtrat den Einwohnerrat an der Schlusssitzung des Stadtparlaments.

Ausgangspunkt des traditionellen Anlasses war das Kornhaus - das ehemalige IBB-Gebäude - in der Unteren Hofstatt. Auf einer Führung durch Beat Klaus und Remo Böhler vom Büro Architheke (Brugg), das für den Umbau verantwortlich zeichnet, konnten sich die Ratsmitglieder vor Ort davon überzeugen, was mit den 6,245 Millionen Franken geschieht, die sie seinerzeit für den Umbau des historischen Gebäudes bewilligt hatten.

Struktur wird wieder sichtbar

«Für den Umbau ist ein grosser Kredit bewilligt worden. Von aussen sieht man aber gar nicht viel», meinte Beat Klaus. «Das gut 300 Jahre alte Gebäude ist jedoch komplett ausgeräumt worden. Einiges konnte dabei erhalten, und einiges konnte wieder sichtbar gemacht werden.» Sichtbar gemacht worden ist insbesondere die wohl einmalige Stützenkonstruktion mit den massiven Säulen aus Eichenholz, die zusammen mit dem neu eingezogenen «Betonkern» das Gebäude trägt.

Im kommenden Frühjahr soll das Kornhaus wieder bezogen werden. Das Erdgeschoss wird durch die Regionalpolizei belegt; das erste Obergeschoss ist für das Bezirksgericht reserviert und im zweiten Obergeschoss werden Amtsvormundschaft und Regionales Zivilstandsamt einziehen.

Nach einem Zwischenhalt bei der Musikschule, wo die Küchenbrigade des Alterszentrums Brugg unter der Leitung von Hansruedi Vogt mit einem Apéro und die Jungtambouren der Musikschule Brugg mit einer Probe ihres Könnens aufwarteten, ging es zum geselligen Teil der Schlusssitzung ins Alterszentrum Brugg, mit den Ansprachen von Stadtammann Daniel Moser, Stadträtin Dorina Jerosch und Einwohnerratspräsident Willi Däpp.

«Klares Zeichen für den Campus»

«Ein riesengrosses Anliegen ist ein Ja zum Campus-Kauf», betonte Stadtammann Moser. «Es ist äusserst wichtig, dass der Campus kommt. Und es ist ebenso wichtig, dass man im Aargau weiss, dass sich die Region Brugg für den Campus einsetzt. In der Referendumabstimmung geht es primär um die Finanzierung des Campus. Hier wollen wir ein klares Zeichen setzen.» In einem kleinen Rückblick auf sein erstes Amtsjahr stellte Daniel Moser fest, dass er beim Einarbeiten in sein Amt «sehr positive Erfahrungen» habe machen dürfen, und er sprach der Verwaltung seinen Dank aus. In einem kurzen Ausblick betonte er: «Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, Stadt und Region verdienen es.»

Ein Jahr der Veränderungen

«Die Voraussetzungen haben sich in diesem Jahr im Stadtrat und im Einwohnerrat, verändert», stellte Einwohnerratspräsident Willi Däpp fest. «Wir haben 13 neue Mitglieder im Einwohnerrat, davon acht aus Umiken. Auch die politische Zusammensetzung hat sich leicht verändert. Damit stellt sich die Frage, wie sich das auf die politische Arbeit auswirkt. Ich denke aber, dass wir auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung ein Stück weitergekommen sind.»

Als «Wermutstropfen» bezeichnete er den Aufwandüberschuss im Budget. «Investitionen aus dem Vermögen zu finanzieren, ist gut», sagte Willi Däpp. «Bei laufenden Ausgaben ist das weniger gut. Aber vielleicht ist es noch etwas früh, um schwarzzumalen.»