Brugg

Im Kupperhaus trifft abstrakt auf gegenständlich

Ihre Werke könnten nicht unterschiedlicher sein – Peter Dobler und Hans Fitze stellen im Kupperhaus aus.

Barbara Scherer
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Sie kennen sich schon seit rund 30 Jahren, jetzt organisieren sie zum ersten Mal gemeinsam eine Ausstellung: Der Wettinger Hans Fitze (rechts) und der Villmerger Peter Dobler.

Sie kennen sich schon seit rund 30 Jahren, jetzt organisieren sie zum ersten Mal gemeinsam eine Ausstellung: Der Wettinger Hans Fitze (rechts) und der Villmerger Peter Dobler.

Barbara Scherer

Nur ein eingebautes Bücherregal erinnert daran, dass hier einst die Unterlagen des Steueramts der Stadt Brugg gelagert wurden. Jetzt steht das Kupperhaus an der Schulthess-Allee leer. Fast: Ab morgen verwandelt sich das Backsteinhaus in eine Galerie. Peter Dobler (64) und Hans Fitze (76) organisieren zum ersten Mal gemeinsam eine Ausstellung: «Moderne Kunst erleben».

Dabei könnten die Werke der beiden Aargauer Künstler nicht unterschiedlicher sein: Während der Wettinger Hans Fitze gegenständlich und auch im dreidimensionalen Raum arbeitet, sind die Werke des Villmerger Peter Dobler sehr abstrakt. Doch genau dieser Kontrast hat die beiden zusammengeführt. «Wir schätzen uns persönlich und künstlerisch», sagt Dobler und nickt Fitze wissend zu: Die beiden Männer kennen sich schon seit rund 30 Jahren.

Verschiedene Kunststile vereint

Peter Dobler stellte damals Bilderrähmen her und musste eine Lieferung tätigen; der Empfänger war Hans Fitze. «Wir waren uns gleich sympathisch», sagt Fitze und schmunzelt. Der gelernte Koch tauschte bereits in den Achtzigerjahren den Kochlöffel gegen einen Pinsel ein und machte die Kunst zu seinem Hauptverdienst. Peter Dobler arbeitete immer im Kunstsektor: Bis 2003 führte er eine Galerie in Wohlen, dann entschloss auch er sich, nur noch mit seiner Kunst Geld zu verdienen.

Lange Zeit blieben die Künstler in Kontakt; Fitze stellte sogar einmal in Doblers Galerie aus. Dann verloren sich die Männer aus den Augen. «Erst als ich vor fünf Jahren mein neues Atelier in Seon einrichtete, fuhr ich per Zufall an Hans Atelier vorbei», sagt Peter Dobler und fügt mit einem Lachen an: «Er hat mich erst gar nicht erkannt.» Doch dann stimmt die Chemie sofort wieder. Als Dobler vom leerstehenden Kupperhaus erfährt, und das dieses für kulturelle Anlässe und Nutzungen mit öffentlichem Charakter zur Verfügung gestellt wird (die AZ berichtete), entscheidet er sich, eine Ausstellung zu organisieren. Das Haus bietet viel Platz, daher lädt Dobler seinen Künstlerfreund Fitze ein, gemeinsam auszustellen.

Beiden gefällt die Idee, zwei so verschiedene Kunststile gemeinsam zu präsentieren. «Die Ausstellung bietet für verschiedene Geschmäcker etwas an», sagt Dobler. Fitze nickt und fügt an: «Ich glaube, das Konzept könnte gut ankommen.»

So dominieren die abstrakten Bilder von Peter Dobler die Räume im Erdgeschoss und Hans Fitze figürliche Darstellungen bestücken den ersten Stock. Doblers Erfahrung als Galerist ist schnell erkennbar in der Anordnung der Werke: Die Farben wechseln sich ab, kein Raum wirkt wie der andere. «Eine Ausstellung muss spannend und einzigartig sein», so Dobler.

Das Motto Einzigartigkeit zieht sich auch durch seine Bilder: Jedes ist ein Einzelstück. Hans Fitze setzt dagegen auf verschiedene Materialien. So sind einige Bilder dreidimensional, auch stellt er Skulpturen aus Bronze her. Er experimentiere einfach gerne - und das nicht nur auf der Leinwand: «Ich koche auch heute noch, deshalb stelle ich für die Vernissage Ravioli her», sagt Fitze. Nudeln macht der Wettinger so gerne, dass er auch immer wieder welche in seinem Atelier herstellt und zwischen den Werken zum Trocknen aufhängt.

«Moderne Kunst erleben» Vernissage am 11. Mai, 16 bis 20 Uhr; die Ausstellung dauert bis zum 26. Mai und ist jeweils am Samstag und Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet.