Brugg

In Praxis bewährt: Ein Traktor bringt mehr als ein Forstschlepper

Die Ansprüche an den Maschinenpark ändern sich: Die Ortsbürgergemeindeversammlung entscheidet über Kredite von 146'000 Franken für den Kauf eines Traktors mit Anbaugeräten.

Michael Hunziker
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Ein Traktor hat für den Forstbetrieb Brugg mehr Vorteile. (Symbolbild)

Ein Traktor hat für den Forstbetrieb Brugg mehr Vorteile. (Symbolbild)

Keystone

Die Forstwirtschaft ist im Wandel. Das eigentliche Kerngeschäft, die Holzernte, gerate immer mehr unter finanziellen Druck, stellt der Brugger Stadtrat in seinen Ausführungen zur Ortsbürgergemeindeversammlung fest. Eine Verbesserung der Holzpreise zeichne sich gemäss Prognosen nicht ab. Der Forstbetrieb Brugg müsse daher den Fokus weg von der traditionellen Holzernte hin zu gewinnbringenden oder zumindest kostendeckenden Dienstleistungen legen. Allerdings: «Dies hat auch einen grossen Einfluss auf die Ansprüche an den Maschinenpark.»

Der 2004 angeschaffte Forstschlepper Welte 110 sei ein Fahrzeug, das explizit für die konventionelle Holzernte konzipiert sei. «Für den Einsatz im Bereich ‹Dienstleistungen für Dritte› ist er jedoch nur bedingt geeignet», führt der Stadtrat aus. Anders ausgedrückt: Um das Auftragsvolumen termingerecht und sicher bewältigen zu können, hat der Forstbetrieb seit einiger Zeit ein zusätzliches Fahrzeug gemietet, ab Ende 2014 einen Traktor vom Typ Massey Ferguson 5612.

Occasions-Fahrzeug nicht empehlenswert

Die Wahl hat sich als optimal herausgestellt, und der Forstbetrieb möchte nun den bisher gemieteten Traktor samt Anbaugeräten kaufen. Die Vorteile: Das Fahrzeug habe sich in der Praxis bewährt, der Forstbetrieb kenne es sehr gut, es brauche keine Einarbeitungszeit mehr. Auch mit der Lieferfirma seien positive Erfahrungen gemacht worden. Weiter sprechen laut Stadtrat finanzielle Überlegungen für einen Kauf. Überdies werde ein grosser Teil der bisher bezahlten Mietkosten dem Kaufpreis angerechnet.

Die Anschaffung eines anderen Occasions-Fahrzeugs sei zwar geprüft, allerdings als nicht empfehlenswert beurteilt worden, fügt der Stadtrat an. Der Kauf des bislang gemieteten Traktors schlägt mit 93'000 Franken zu Buche, die Anbaugeräte – Auslegemäher und Astsäge – mit 53'000 Franken.

Weiter zur Diskussion stehen an der Ortsbürgergemeindeversammlung morgen Dienstag das Budget 2017, zwei Einbürgerungen sowie der Kauf von drei Waldparzellen in Riniken und Rüfenach zum Preis von 7500 Franken. Seit vielen Jahren ist die Armasuisse im Besitz dieser Parzellen mitten in den Waldungen der Ortsbürgergemeinde auf dem Bruggerberg. Laut Stadtrat handelt es sich um alte Artillerie-Geschützstellungen, die im 2. Weltkrieg erbaut wurden. Im Laufe der Zeit wurden sie aufgrund der politischen und strategischen Entwicklungen nicht mehr benötigt. Aus Sicht des Stadtrats ist es sinnvoll, diese Waldparzellen von 1,07 Hektaren in den darum liegenden, grossen Waldkomplex von 288 Hektaren zu integrieren. (mhu)

Ortsbürgergemeindeversammlung

Am Dienstag, 6. Dezember 2016 (20 Uhr) im Rathaussaal Brugg.