Windisch

Jugendfest Windisch: Eine Künstlerin mit Bodenhaftung hält die Festrede

Am Jugendfest spricht erstmals eine junge Frau aus Windisch zum Motto «Visionen - Illusionen». Pedrozzi machte sich sofort ans Werk und schrieb mehrere Entwürfe für ihre Rede bis sie mit dem Resultat zufrieden war.

Claudia Meier
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Festrednerin Zoé Pedrozzi

Festrednerin Zoé Pedrozzi

AZ

«Für mich ist es eine grosse Ehre, dass ich angefragt wurde», sagt Zoé Pedrozzi begeistert. «Endlich mal kein langweiliger Politiker», hörte die knapp 18-Jährige von verschiedenen Seiten. «Das Jugendfest ist ein Fest für die Jugend. Also soll sie auch zu Wort kommen», sagt Schulleiter Martin De Boni, der Pedrozzi anfragte. Es brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit. Nach einer Stunde Bedenkzeit sagte die angehende Grafikerin zu. «Zoé hat in Windisch die Schulen besucht und im Frühling ihre Fotografien in der Bossartschüür ausgestellt. Sie hat keine Berührungsängste. Sie ist kreativ und positiv», so De Boni weiter.

Sie hat die Rede schon eingeübt
Mit ihrer Auftrittskompetenzlehrerin an der Schule für Gestaltung in Basel hat sie nun die Rede eingeübt. «Ich will den Jugendlichen am Beispiel der Rede aufzeigen, wie ich etwas anpacke, Ideen sammle und dann umsetze.» In der Grafikausbildung hat sie diese Kompetenzen verfeinert.

«Ich lasse mich gerne unterwegs und von der Natur inspirieren.» Am liebsten geht sie in Unterwindisch im Wald dem Fluss entlang. «Windisch ist meine Heimat», sagt Pedrozzi, die zwar als Pendlerin nicht mehr vom Dorfleben mitbekommt. Sie hat zwei Brüder. Ihre Eltern stammen aus dem Tessin. Zoé kam in Lausanne zur Welt und lebte mit ihrer Familie ein Jahr in den USA.

Frühere Reden waren langweilig

Pedrozzi geht mit offenen Augen durchs Leben. Grosse Visionen für ihr eigenes Leben hat sie nicht. Weiter als bis zum Ausbildungsabschluss in drei Jahren will sie noch nicht denken. «Natürlich habe ich viele Ideen. Aber ich lebe lieber in der Gegenwart als in der Zukunft. Ich will mir keine grossen Illusionen machen.» Die Festrednerin kennt sich selber gut. Das ist auch der Grund, warum die Rede bereits pfannenfertig vorliegt. Einen so wichtigen Auftritt unter Zeitdruck vorzubereiten, wäre ihr zu riskant.

Frühere Jugendfestreden hat Pedrozzi als «langweilig» in Erinnerung. Das soll dieses Jahr anders werden. «Ich wünsche mir, dass meine Rede bei den Zuhörern gut ankommt», sagt die Künstlerin abschliessend. Die Morgenfeier am Jugendfest findet am Samstag, 30. Juni von 9.30 bis 11.00 Uhr im Amphitheater Windisch statt.