Schinznach
Kulturgrund wird 90 Jahre alt und will Newcomern eine Bühne geben

Der älteste Kulturverein des Kantons feiert sein Jubiläum. Dabei will er den Nachwuchs jedoch in den Vordergrund bringen.

Désirée Ottiger
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Jaap Achterberg liest am Jubiläum eine fiktive Geschichte, die aus historischem Material des Vereins entstand.zvg/Ona Pinkus

Jaap Achterberg liest am Jubiläum eine fiktive Geschichte, die aus historischem Material des Vereins entstand.zvg/Ona Pinkus

zvg/Ona Pinkus

90 Jahre, so lange gibt es den Kulturgrund Schinznach schon. Damit ist er der älteste Kulturverein des Kantons. Die Vereinigung wurde damals durch Lehrer der Bezirksschule gegründet. In den Anfängen bestand das Programm ausschliesslich aus Referaten. Die Referenten waren Lehrer, Apotheker, der Pfarrer oder der Dorfarzt. Mit ihnen besass der Kulturgrund einen belehrenden Charakter. «Man wollte das Volk damals wissend machen, das hat immer auch einen grossen Beigeschmack», sagt die aktuelle Präsidentin Sandra Wiederkehr aus heutiger Sicht.

Starker Wandel des Vereins

Später begann sich der Kulturgrund für Musik zu öffnen, zuerst allerdings nur für klassische. Und noch immer fühlten sich damit nur gewisse Kreise angesprochen. In den Neunzigerjahren entfernte sich der Kulturgrund schliesslich vom elitären Touch. Der Verein öffnete sich für Kleinkunst. Musik, Theater und Satire gehörten fortan auch zum Programm. «Mit dieser Kulturvielfalt wollte man ein breites Publikum ansprechen», erklärt Wiederkehr.

Noch immer organisiert der Verein Theater-, Musik- und andere Kulturveranstaltungen mit den verschiedensten Künstlern. Eingeladen werden Einwohner und Einwohnerinnen, die von Erlebtem berichten und sonst ausschliesslich Profis. «Die Vielfalt ist so gross, es muss nie zweimal der gleiche Künstler kommen. Wir wollen Neues entdecken», betont Wiederkehr, die seit zehn Jahren Präsidentin des Vereins ist.

Der Verein Kulturgrund hat aktuell über 300 Mitglieder und führt pro Jahr ein gutes Dutzend Anlässe durch. Das Programm wird jedes Jahr durch eine Programmkommission zusammengestellt. Im Herbst gibt es jeweils eine Anlassreihe zu einem bestimmten Thema. Heuer lautet dieses «Klischee».

Jubiläum mit vielen Newcomern

Für das 90-Jahr-Jubiläum hat der Kulturgrund das Motto «Mit Nachwuchs ein Zeichen setzen» gewählt. Damit wolle man den Newcomern eine Bühne geben, erklärt Wiederkehr den Entscheid. Um das Jubiläum gebührend zu feiern und einen Querschnitt des Vereinsprogramms zu zeigen, wurden mehrere Künstler engagiert. Das Jubiläumsprogramm in der Aula Schinznach beginnt am Samstag, 10. Juni um 15 Uhr mit einem Monolog. Geschrieben wurde dieser von Tim Krohn. Um die Geschichte zu schreiben, hatte Krohn Einblick in Material, das in 90 Jahren Kulturgrund zusammengekommen ist. Einige Auszüge daraus liess er in seine fiktive Geschichte einfliessen. Inszeniert und gelesen wird der Text von Schauspieler Jaap Achterberg, einem gebürtigen Holländer, der heute in Schinznach lebt.

Um 17 Uhr folgt der Auftritt von Absolvierenden der Schauspielschule «comart». Die jungen Leute präsentieren «Les amuse-bouches». Sie bringen dabei, verbunden mit einem roten Faden, verschiedene Ausdrucksformen wie Pantomime, Artistik oder Clownerie auf die Bühne. Den Abschluss des ersten Jubiläumstags macht Pamplona Grup. Die acht jungen Aargauer spielen Klezmermusik aus dem Osten. Am Sonntag, 11. Juni, findet das Jubiläum seinen Abschluss mit einem Auftritt des Siggenthaler Jugendorchesters in der reformierten Kirche Schinznach-Dorf.

Jubiläumsanlass des Kulturgrund Schinznach am Samstag, 10. Juni ab 15 Uhr und Sonntag, 11. Juni ab 17 Uhr. Eintritt pro Tag: 20 Franken.

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