Pizza-Tour

Lebenszeichen aus Sapri

Ja, es gibt uns noch. Und es geht uns täglich besser. Doch auch eine kleine Hirnerschütterung braucht ihre Zeit zum Heilen. Die nehmen wir uns seit heute in Sapri. Hier warten wir mindestens bis Dienstag auf den Ausbruch des Sommers.

Martin Gysi
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T42-LaDiga

T42-LaDiga

Martin Gysi

Samstag, 26. Mai. Nicht, dass es uns nicht gefallen hätte in der Agri-Locanda «La Diga» hoch über Cannalonga bei Vallo della Lucania. Im Gegenteil, herrliche lokale Spezialitäten - die Pasta werden von der Nonna noch von Hand produziert, eine umwerfende Aussicht über die Hügel des Cilento bis ans Meer und dazu noch reichlich Natur, frische Luft und Ruhe. Ein idealer Ferienort für Leute, die naturnahe Bike- oder Wanderferien mit Baden am Meer kombinieren möchten. Und, wie der Inhaber Raffaele Tangredi stolz anmerkt: «Doppelt so gut und halb so teuer wie an der Küste vorn.» Wir können das bestätigen.

Nur eben, als lädierte Velofahrer mit lädierten Velos ist man dort oben etwas gar weit vom Schuss. Für die Fahrt zum Arzt, Apotheker oder Velomech ist man auf fremde Mitfahrgelegenheiten angewiesen. Neben den in früheren Blogs mehrmals angeführten Vorteilen des Velofahrens ist dies halt in gewissen Situationen ein erheblicher Nachteil.

Italienische Impressionen

Kurz und gut - heute Morgen lassen wir uns von Raffaele zur Stazione Vallo-Castelnuovo fahren um dort den 10.20 Uhr-Zug Richtung Süden zu nehmen. Da wir nicht genau wissen, wie das mit dem Veloverlad vor sich gehen wird, fahren wir zeitig los. Beim Ausladen unserer Räder und Gepäckstücke hören wir die Ansage für den 09.35 Uhr-Zug nach Sapri. Noch sieben Minuten. Vielleicht reicht das. Wo ist der Billetschalter? Dort. Er scheint geschlossen zu sein. Ich schaue mich um. Am Kiosk steht: «Vendita biglietti ». Ach so - so geht es auch. 10.60 Euro kostet die Reise für uns incl. Velos. Durch die Unterführung auf Perron 2 - schon naht der Zug. Die Lok hält genau neben uns. Der Kondukteur erklärt uns, dass der Wagen für die Bici hinten sei. Wir wollen loshasten. «Piano, piano!» Scharf beobachtet von Lokführer, Kondukteur und ein paar Fahrgästen marschieren wir gemessenen Schrittes zum letzten Wagen des langen Zuges. Kaum ist das zweite Velo drin, schliessen die Türen und der Zug fährt ab. Italien!

Sapri empfängt uns mit einem kräftigen Gewitter. Es zieht vorbei. Die Sonne scheint. Ein netter, kompetent wirkender Velomech hat mir versprochen, bis Montagabend (Pfingstmontag!) die beiden gerissenen Schaltkabel zu ersetzen. Martine kann morgen über Mittag (Sonntag, Pfingsten!) in der Apotheke das Pflaster über der Naht austauschen lassen. Italien!

Umgekehrte Weihnachtsbäume in Sapri Sapri

Umgekehrte Weihnachtsbäume in Sapri Sapri

Martin Gysi

PS: Hier in Sapri sehen wir vor unserer vorläufigen Bleibe, dem B&B Elios Residence, erstmals wieder diese im Süden so häufig anzutreffenden seltsamen umgekehrten Weihnachtsbäume - wie heissen die doch gleich? Aufklärung erwünscht!