Habsburg
Lenzburger Künstler berät Habsburger Kinder beim Hydrantenbemalen

Die Erst- bis Fünftklässler der Gesamtschule Habsburg besuchten den Künstler Fritz Huser in seinem Atelier in Lenzburg – mit gutem Grund. Der Maler unterstützt die Kinder nämlich bei einem grossen Vorhaben.

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Die Primarklässler aus Habsburg lieben es, in Fritz Husers Atelier zu wirken.

Die Primarklässler aus Habsburg lieben es, in Fritz Husers Atelier zu wirken.

ZVG

Die Tür zum Müllerhaus und mit ihr die Türe zur Welt von Fritz Huser öffnete sich langsam. Der Künstler sowie Claudia Santini von «A wie Atelier», dem Kulturförderungsprogramm des Kantons Aargau, erwarteten die zehn Primarschüler der Gesamtschule Habsburg. Diese nahmen darauf das Atelier in Besitz – zunächst zaghaft und zurückhaltend, dann interessiert Fragen stellend und schliesslich völlig natürlich.

Arbeit mit echten Pigmenten

Fritz Huser erzählte aus dem Leben eines Künstlers und damit auch aus seinem Leben. Er erzählte von Welten und Reisen in den Köpfen, von Erfolgen und Misserfolgen, von Amüsantem und Nachdenklichem. Dass aus Steinen und Metallen Farben werden – Fritz Huser arbeitet nur mit echten Pigmenten – wurde ebenso staunend aufgenommen wie die Tatsache, dass sich Bilder ab und zu auch selber malen, indem sie den Pinsel des Künstlers führen.

Über eine animierte Dokumentation zeigte Fritz Huser anhand eines Bildes aus seinem neuen Buch «Der Zauberlehrling» (nach dem berühmten Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe) das Entstehen eines Bildes in
20 Schritten.

Fasziniert schauten die Kinder zu, wie sich die ersten Linien zu Farbflächen, diese sich zu Gegenständen und schliesslich zu einem Bild fügten. Nach Ausrufen des Entzückens und weiteren zauberhaften Eindrücken rückten schliesslich Hydranten ins Zentrum des Atelierbesuches.

Die Primarschülerinnen und -schüler werden im Mai in Habsburg fünf alte Hydranten bemalen – und Fritz Huser wird sie dabei konzeptionell begleiten. Aus den Hydranten sollen Zauberlehrlinge werden, vielleicht ähnlich jenem Lehrling, der die gerufenen Geister nicht mehr los wurde.

Nach dem Malen eines ersten Prototypen trafen sich alle Kinder noch einmal in der Runde. Die entstandenen Werke wurden von den jungen Künstlern vorgestellt und von den Betrachtern gewürdigt. Mit vielen neuen Eindrücken und einer Kunstkarte von Fritz Huser machten sich die Kinder wieder auf den Heimweg. Ende Mai wird in Habsburg weiter am Projekt gearbeitet. Die Hydranten warten auf die Kinder, denn sie wollen lieber Wasser speiende Zauberlehrlinge sein. Die Kinder bemalen die Hydranten am 30. Mai; am 14. Juni ist Vernissage. (AZ)