Brugg

Mit Stradivari-Quartett war Weltklasse zu Besuch in der Stadtkirche

Einmal mehr konnte der Umiker Geiger Sebastian Bohren national und international bekannte Musiker nach Brugg locken. Das Konzert im Rahmen der Reihe «Stretta Concerts» zog viel Publikum an. Und es wurde dafür mit grossartiger Musik belohnt.

Max Weyermann
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Der Umiker Geiger Sebastian Bohren (links) und seine Mitmusiker des Stradivari-Quartetts nehmen den Applaus entgegen.

Der Umiker Geiger Sebastian Bohren (links) und seine Mitmusiker des Stradivari-Quartetts nehmen den Applaus entgegen.

Max Weyermann

Es ist bekanntlich eines der schwierigsten Unterfangen, Musik mit Worten zu beschreiben. Aber wenn national und international renommierte Spitzenkünstler Werke der berühmtesten Tonschöpfer vortragen, sind für solche Konzerte meistens nur Superlative angebracht.

Besonders erfreulich ist der Fakt, dass der in Umiken aufgewachsene Geiger Sebastian Bohren jederzeit für interpretatorische Qualität bürgt. Sein in unserer Region von früheren Auftritten her bestens bekannter Name bewog denn auch ein zahlreiches Publikum zum Besuch des Konzerts vom Samstagabend in der Stadtkirche Brugg.

Werke auf CD erschienen

Zusammen mit seinen Mitmusikern Xiaoming Wang (Violine), Lech Antonio Uszynski (Viola) und Maja Weber (Violoncello) interpretierte Sebastian Bohren das Streichquartett in D-Dur KV 575 aus der Reihe der um 1790 von Wolfgang Amadeus Mozart komponierten, dem Cello spielenden König Friedrich Wilhelm II. gewidmeten, Preussischen Quartette. Diese Werke hat das Stradivari-Quartett im vergangenen Jahr auf einer CD herausgegeben.

Die zwei Allegretto-Ecksätze und die Mittelsätze Andante und Menuetto sind von einer sinnenfreudigen, harmonischen Melodik geprägt, in der dem klangvoll singenden Cello eine wichtige Rolle im Chor mit den drei anderen Instrumenten zukommt. Reizvolle tänzerische Elemente unterstreichen die Eleganz dieses berühmten Werks des Wiener Meisters der Klassik.

Verdiente Standing Ovations

Nach dem auf vier Stradivari aus den Jahren 1715 bis 1734 vorgetragenen «Auftakt» stand mit dem zwischen 1858 und 1860 entstandenen Streichsextett in B-Dur op. 18 von Johannes Brahms ein – trotz klassischen Vorbildern – stilistisch anders geartetes, aber ebenso attraktives Werk auf dem Programm. Für dessen Wiedergabe gesellten sich die Amerikanerin Blythe Teh Engstroem (Gattin von Martin Engstroem, Direktor des Verbier Festivals), mit ihrer Viola von Giovanni Paolo Maggini (1580 bis 1632), und Christian Poltéra mit seinem Stradivari-Cello zum Quartett.

Die Romantik widerspiegelt sich im Streichsextett mit den Sätzen Allegro, Andante, Scherzo und Rondo in warm klingenden lyrischen Melodieführungen, in denen ebenfalls oft das Cello im Vordergrund steht. Dazwischen sind jedoch auch bedächtig schreitende Klänge und für Spannung sorgende Aufwallungen eingebaut.

Die Ausführenden erhielten für die Darbietung der beiden Kompositionen aus zwei aufeinanderfolgenden musikalischen Epochen lang anhaltenden Applaus mit Standing Ovations. Laut Sebastian Bohren plant das Stradivari-Quartett weitere Konzerte mit berühmten Interpreten in der Brugger Stadtkirche.