Brugg

Nach Brand: Die Badegäste brauchen noch etwas Geduld

Für die nächsten Tage sagen die Wetterfrösche prächtiges Wetter voraus. Das Freibad in Brugg wird allerdings leer bleiben. Nach dem Brand im Filtergebäude kann die Saison erst am Samstag, 13. Juni, eröffnet werden.

Michael Hunziker
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So schön wird es schon bald wieder sein, wie damals 2009, als verschiedene waghalsige Sprünge von den neuen Sprungtürmen gezeigt wurden. (Archiv)

So schön wird es schon bald wieder sein, wie damals 2009, als verschiedene waghalsige Sprünge von den neuen Sprungtürmen gezeigt wurden. (Archiv)

Arthur Dietiker

In den nächsten Tagen – so jedenfalls versprechen die Meteorologen – wird es richtig Sommer. Sonne und Temperaturen von 30 Grad sind angesagt.

Was gibt es Schöneres, als die Wärme zu geniessen und sich zwischendurch im Wasser abzukühlen? Ein paar Längen schwimmen, ein kühner Sprung vom Sprungturm wagen . . . Nur: Im Brugger Freibad ist derweil kein Gedränge zu verzeichnen, fröhliche Badgegäste sind Mangelware. Denn sowohl das Schwimmer- als auch das Nichtschwimmerbecken sind noch nicht in Betrieb. Wegen eines Brands im Filtergebäude konnte die Saison nicht wie geplant beginnen (die az berichtete).

Saisonabonnemente sind billiger

Bei diesem schönen Wetter möchte er der Badi gerne einen Besuch abstatten; er frage sich, wie lange die Reparatur des Aussenbads noch daure, lautet ein Kommentar auf Facebook. Ein «Ex-Brugger in Meisterschwanden» am Hallwilersee kann sich derweil die Schadenfreude nicht ganz verkneifen: «Unser Aussenbad hier ist 365 Tage offen . . . natürlich auch für Brugger.»

Sie alle können aufatmen: Nach aufwendigen und umfassenden Instandstellungsarbeiten der Betriebseinrichtungen, sagt Willi Kohler von der Abteilung Planung und Bau, öffnet das Freibad am Samstag, 13. Juni. Auf die Saisonabonnemente wird eine Reduktion – «im Umfang der eingeschränkten Betriebsdauer» – gewährt. Das heisst, die Saisonkarte wird für 65 statt 90 Franken für Erwachsene, für 35 statt 50 Franken für Kinder sowie für 43 statt 60 Franken für Jugendliche abgegeben. Personen, die ihr Saisonabonnement bereits bezogen haben, können die Reduktion an der Kasse einfordern.

Nicht nur finanzieller Verlust

Beim Brand im Filtergebäude wurden am 24. April die technischen Installationen der Wasseraufbereitung für das Nichtschwimmer- sowie das Schwimmerbecken weitgehend zerstört. Die Aufräum- und Demontagearbeiten wurden zwar umgehend an die Hand genommen, der Stadtrat wies in einer Medienmitteilung Ende April dennoch darauf hin, dass mit einer Ausfallzeit von mehreren Wochen gerechnet werden muss. Immerhin: Die Liegewiesen, das Gartenrestaurant sowie das Aussenplanschbecken waren rechtzeitig mit dem Beginn der Freiluft-Saison am 9. Mai bereit. Die Schwimmbecken im Hallenbad stehen bis zur Revision Ende Juni zur Verfügung.

In einem Beitrag im Fernsehsender Tele M1 machte Chefbademeister Pius Huber Mitte Mai auf die vom Brand in Mitleidenschaft gezogenen Leitungen, Schläuche und Rohre sowie die defekte Pumpe im Filtergebäude aufmerksam. Ein Verlust sei nicht nur auf der finanziellen Seite zu verzeichnen, dazu käme der Imageschaden, hielt er fest.

Ein Mann, der über viel Erfahrung im Betrieb eines öffentlichen Schwimmbads verfügt, hat gegenüber der Aargauer Zeitung den Verdacht geäussert, dass bei der Alarmierung nicht alles wunschgemäss geklappt haben dürfte. Sonst wäre durch den Brand nicht ein Schaden in diesem Ausmass entstanden. Seiner Ansicht nach stellt sich die Frage, ob es beim Unterhalt der Anlage oder bei der Organisation zu Versäumnissen gekommen ist.