Oberflachs
Was haben furzende Kühe mit dem Klimawandel zu tun?

Der Buurelandweg wird dieses Jahr in Oberflachs realisiert und führt von Anfang Mai bis Ende Oktober mitten durch die Rebberge. Zu erfahren ist Wissenswertes – und Beeindruckendes.

Michael Hunziker
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Wie beim Buurelandweg 2018 in Möhlin werden auch in Oberflachs verschiedene Erlebnisposten aufgebaut.

Wie beim Buurelandweg 2018 in Möhlin werden auch in Oberflachs verschiedene Erlebnisposten aufgebaut.

Bild: Marc Fischer (19. Juli 2018)

Welche Getreidesorten werden im Aargau angebaut? Was haben furzende Kühe mit dem Klimawandel zu tun? Welches Gemüse hat wann Saison? Und warum sind Abfall und Hundekot auf Wiesen und Feldern nicht nur unappetitlich, sondern auch gefährlich?

Wissenswertes – und Beeindruckendes – rund um die Themen Landwirtschaft, Ökologie und Natur ist zu erfahren auf dem Buurelandweg, einer rund vier Kilometer langen Rund­wanderung für die ganze Familie mit verschiedenen Erlebnisposten. Aufgebaut werden diese voraussichtlich Ende April im Schinznacher Ortsteil Oberflachs. Derzeit liegt das Baugesuch öffentlich auf.

Frei zugänglich sein wird der Buurelandweg vom 1. Mai bis 31. Oktober. Start und Ziel befinden sich beim Schloss Kasteln. Maskottchen Igor, ein pfiffiger Igel, nimmt das Publikum mit auf die kurzweilige Entdeckungsreise.

Landwirte produzieren nicht nur Lebensmittel

Verantwortlich für das Projekt ist der Bauernverband Aargau (BVA). «Der Buurelandweg bietet eine attraktive Mischung von Unterhaltung und Information. Zudem ermöglicht er es, eine wunderbare Region im Kanton Aargau zu entdecken», sagt Projektleiter Patrick Schellenberg vom Bauernverband Aargau. Das Schenkenbergertal, fügt er an, begeistere mit einer grandiosen Landschaft, die stark von der Landwirtschaft geprägt sei.

Der Buurelandweg führe mitten durch die Rebberge von Oberflachs. Die Besucherinnen und Besucher lernen die lokalen Winzer kennen, den Aargauer Weinbau sowie seine Geschichte. Oft gehe vergessen, fährt Schellenberg fort, dass die Landwirtinnen und Landwirte nicht nur die Lebensmittel produzieren, sondern auch die Naherholungsgebiete bewirtschaften. Die Weinberge von Oberflachs seien ein wunderbares Beispiel dafür. Schellenberg:

«Die jahrhundertealte Tradition ist ein Kulturgut, das noch heute mit viel Handarbeit und Herzblut von den lokalen Winzern gepflegt wird.»

Seit 2016 wird der Buurelandweg jedes Jahr in einer anderen Region realisiert. Er verbindet spielerische Elemente und Informationsvermittlung. «Dadurch eignet er sich hervorragend für Familienausflüge», sagt Schellenberg. Auch bei Schulklassen sei das Angebot in den letzten Jahren auf grosses Interesse gestossen.

Im Coronajahr 2020 war das Angebot ein Glücksfall

Der Buurelandweg soll das Publikum für die Anliegen der modernen Landwirtschaft sensibilisieren und die Herausforderungen vermitteln, erklärt der Projektleiter. «Wir wollen die Konsumentinnen und Konsumenten für die Qualitäten und Vorzüge der einheimischen Lebensmittelproduktion begeistern. Darum führen wir sie direkt dorthin, wo ihre Lebensmittel produziert werden.»

Gezeigt werde, das sei dem Bauernverband Aargau ein grosses Anliegen, ein realistisches und ehrliches Bild der Land­wirtschaft. «Dazu gehören auch kontrovers diskutierte Themen wie Trinkwasserqualität, Pflanzenschutzmittel und Klima­wandel. Wir stellen uns der Diskussion.»

Im Coronajahr 2020 erwies sich der Buurelandweg übrigens als absoluter Glücksfall für den Bauernverband Aargau, stellt Patrick Schellenberg ab­schliessend fest.

«Der Rundwanderweg war die einzige Publikumsveranstaltung, die trotz Corona durchgeführt werden konnte.»