Remigen/Villnachern
Immer wieder brenzlige Situationen: Kanton reduziert die Höchstgeschwindigkeit im Bereich Hasel

Mit dem neuen Restaurant beim Zoo Hasel ist der Publikumsverkehr im Ausserortsbereich gestiegen. Jetzt wird die erlaubte Tempolimite von 80 auf 60 km/h angepasst. Eine ähnliche Massnahme wünscht sich auch der Gemeinderat Villnachern für den Badi-Bereich.

Claudia Meier
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Auf einer Länge von 260 Metern wird vor dem «Chevy's Road Stop» das Tempolimit von 80 km/h auf 60 km/h reduziert.

Auf einer Länge von 260 Metern wird vor dem «Chevy's Road Stop» das Tempolimit von 80 km/h auf 60 km/h reduziert.

Deborah Bläuer

Seit Kevin Rünzi neben dem Zoo Hasel seinen «Chevy’s Road Stop» eröffnet hat und das Coronaregime gelockert ist, herrscht auf dem Parkplatz im Ausserortsbereich zwischen Remigen und Villigen viel Betrieb. Töff- und Autofahrer üben sich bei der Ausfahrt in die Kantonsstrasse oder an der Kreuzung in Geduld. Gäste im Gartenrestaurant haben schon oft brenzlige Verkehrssituationen beobachtet.

Der Zoo Hasel und «Chevy's Road Stop» haben im Ausserortsbereich eine exponierte Verkehrslage neben einer Strassenkreuzung.

Der Zoo Hasel und «Chevy's Road Stop» haben im Ausserortsbereich eine exponierte Verkehrslage neben einer Strassenkreuzung.

Deborah Bläuer

Vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) wurde während der Sommerferien im Amtsblatt des Kantons Aargau eine Verfügung ausgeschrieben, wonach im Bereich Hasel die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 km/h reduziert werden soll. Dagegen sind keine Einsprachen eingegangen, wie Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim BVU, auf Nachfrage mitteilt.

Unfälle aufgrund von Unaufmerksamkeiten

Die bestellten Signale werden in den nächsten Wochen montiert. Die neue Geschwindigkeitslimite von 60 km/h gilt laut Schnetzler auf einer Länge von rund 260 Metern über dem Knotenbereich. Damit wird einem Anliegen entsprochen, das in Remigen schon seit einigen Jahren Thema ist. Doch warum wurden entsprechende Anträge der Gemeinde in der Vergangenheit vom Kanton jeweils abgelehnt? Kai Schnetzler sagt dazu:

«Die Situation ist grundsätzlich übersichtlich, hatte relativ wenig Verkehrsaufkommen und erforderte deshalb keine zusätzliche Geschwindigkeitsreduktion.»

Zudem seien sämtliche Unfälle nicht aufgrund überhöhter Geschwindigkeit entstanden, sondern aufgrund von Unaufmerksamkeiten.

In Villnachern beginnt der Innerortsbereich mit Tempo 50 nach der Badi.

In Villnachern beginnt der Innerortsbereich mit Tempo 50 nach der Badi.

Claudia Meier

Dass jetzt die Tempolimite reduziert wird, erklärt der BVU-Vertreter so: «Der Zoo Hasel und insbesondere das neue Restaurant haben deutlich mehr Besucher erhalten und dies führte zu kritischen Situationen für Fahrzeuglenkende und Zufussgehende.» Die heutige Situation rechtfertige eine reduzierte Geschwindigkeit gemäss dem geltenden nationalen Strassenverkehrsrecht.

Gemeinderat Villnachern würde Neubeurteilung begrüssen

Auch in Villnachern werden aus der Bevölkerung immer wieder Stimmen laut, die sich eine bessere Verkehrssituation durch eine Temporeduktion vor der Badi Villnachern wünschen.

Die Idee lautet, dass die 50er-Tafel hinter den Badi-Eingang verschoben werden könnte. Laut Gemeindeammann Roland König ist diese Frage an der letzten Gemeindeversammlung wie folgt beantwortet worden:

«Nach der Sanierung der Hauptstrasse wurde dieser Antrag in den Jahren 2015 bis 2018 mindestens zweimal seitens Gemeinderat gestellt. Vom Kanton wurde er dazumal aber mit dem Verweis auf gesetzliche Vorgaben nicht bewilligt.»

Die Gemeinde Villnachern habe sogar selber schon eine 60er-Tafel beim Badi-Areal aufgestellt, sei dafür aber vom Kanton gerügt worden und habee die Signalisation wieder entfernen müssen, fügt der Gemeindeammann an.

Eine Neubeurteilung der «50er-Geschwindigkeitsbegrenzung» beim Badi-Areal und eine Bewilligung seitens des Kantons würde der Gemeinderat Villnachern laut Roland König «sehr begrüssen».

Eine breitere Mittelinsel anstatt Temporeduktion

Doch ein Neuversuch dürfte es im Fall Villnachern schwer haben. Der BVU-Vertreter erinnert daran, dass im Rahmen des 2015 realisierten Strassenbauprojekts die Situation der querenden Zufussgehenden und Velofahrenden überprüft wurde. Obwohl die Situation grundsätzlich übersichtlich sei, sei damals zur Optimierung mit dem Projekt eine neue breitere Querungshilfe erstellt worden. Kai Schnetzler ergänzt:

«Berücksichtigt wurde damals auch, dass die Badi nur während der Sommermonate in Betrieb ist.»

Aufgrund der vorliegenden unauffälligen Situation sei damals auf eine vertiefte Prüfung mit einem Gutachten für eine abweichende Geschwindigkeit verzichtet worden.

Mit dem Strassenbauprojekt entstand in Villnachern 2025 eine neue Mittelinsel zwischen Radweg und Badi-Eingang.

Mit dem Strassenbauprojekt entstand in Villnachern 2025 eine neue Mittelinsel zwischen Radweg und Badi-Eingang.

zvg

Der Sektionsleiter betont, dass der Kanton viel in verkehrssichere Strassen investiere, um Unfälle zu verhindern. Bisher sei für die Sensibilisierung während der Badezeit ein Signal «Andere Gefahren: Badebetrieb» erstellt worden, das die Fahrzeuglenkenden explizit auf die Situation hinweise und für eine aufmerksame Fahrweise sensibilisiere. Weitere Massnahmen im Rahmen des Strassenverkehrsrechts sind laut Kai Schnetzler möglich; die Sektion Verkehrssicherheit werde nochmals auf die Gemeinde zugehen.