Raum Brugg Windisch

Revision der Ortsplanung: mehr Beratung statt straffe Regelungen

An einer Informationsveranstaltung wird die neue Nutzungsplanung für den Raum Brugg Windisch vorgestellt. Bruggs Stadtammann Barbara Horlacher ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis – der Kanton spricht sogar von einer Pionierleistung.

Michael Hunziker
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Rosi Magon, Vizepräsidentin in Windisch, vergleicht die Revision der Ortsplanung mit einem Marathon.

Rosi Magon, Vizepräsidentin in Windisch, vergleicht die Revision der Ortsplanung mit einem Marathon.

Michael Hunziker

Grosser Schritt bei der Ortsplanungsrevision «Raum Brugg Windisch»: Ab nächster Woche wird die Nutzungsplanung öffentlich aufgelegt. Die verantwortlichen Gemeindevertreter sowie die Fachplaner präsentieren das Dossier zudem an einer Informationsveranstaltung.

Rosi Magon, Vizepräsidentin in Windisch, verglich die Revision der Ortsplanung mit einem Marathon. «Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden», stellte sie an der gestrigen Medienorientierung fest.

Red und Antwort standen mit ihr: Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg; Barbara Gloor, Fachplanerin Metron AG; Roland Schneider, Leiter Planung und Bau Windisch; Stefan Hein, Leiter Planung und Bau Brugg.

107 Eingaben gingen ein

Bei der öffentlichen Mitwirkung zur Nutzungsplanung im letzten Jahr sind insgesamt 107 Eingaben eingegangen: 38 in Brugg, 69 in Windisch. Die Behörden freuen sich über die rege Teilnahme, sagte Rosi Magon. Diese zeige das grosse Interesse an dieser gemeinsamen Planung. Ebenfalls lasse sich gewährleisten, dass unterschiedliche Sichtweisen einfliessen.

Auch der Kanton lobt den bisherigen Prozess mit der breiten Partizipation. Er spricht gar von einer Pionierleistung im Aargau. «Wir sind gerne Pioniere», stellte Bruggs Stadtammann Barbara Horlacher nicht ohne Stolz fest und erwähnte die gute Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg. «Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis.»

Der Raum Brugg Windisch könne gestärkt und weiterentwickelt werden − als attraktiver Wohnort mit hoher Lebensqualität, als regionales Kultur- und Bildungszentrum sowie als Wirtschaftsstandort im Aargau und im Metropolraum Zürich.

Zwei der drei Planungsinstrumente sind per Anfang dieses Jahres in Kraft gesetzt worden: der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept (NLEK).

Bei der Nutzungsplanung (NuPla) war gemäss Rosi Magon eine längere Abstimmung erforderlich mit dem Kanton – damit aktuelle Projekte und wichtige Themen Eingang finden: die Umsetzung der Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase) beispielsweise oder die Umsetzung des Mehrwertausgleichs bei Ein-, Um- oder Aufzonungen im Rahmen der Innenentwicklung.

Einzonung im «Winkel» geplant

Fachplanerin Barbara Gloor zeigte die Schwerpunkte auf. Alles in allem sei eine neue Planungskultur entstanden, die weniger auf straffe Regelungen und mehr auf massgeschneiderte Beratung setze, führte sie aus.

Geschaffen werden die Grundlagen, um in den nächsten 15 Jahren den Platz für ein mögliches Bevölkerungswachstum bereitzustellen. Setzt sich dieses wie in den letzten Jahren fort, ist im Raum Brugg Windisch bis 2030 mit rund 22 750 Einwohnern zu rechnen, bis 2040 mit rund 23 950. «Die Arbeitsplatzentwicklung soll grundsätzlich in einem der Einwohnerentwicklung vergleichbaren Ausmass erfolgen», so Barbara Gloor.

Ein zentrales Thema sei die Entwicklung nach innen. Denn gewährleistet werden soll, dass sich das Wachstum auf das bestehende Siedlungsgebiet konzentriert und die umliegende Landschaft erhalten bleibt.

Vorgesehen sind unterschiedliche Massnahmen. Barbara Gloor nannte Stichworte wie: Gebiete für Nachverdichtung, Hochhausstandorte, Erneuerungszonen, Sondernutzungsplanung beziehungsweise Gestaltungsplan.

Weil mit der Innenentwicklung der Platzbedarf der nächsten 15 Jahre nicht gedeckt werden kann, ist eine Einzonung von 4,37 Hektaren im Gebiet Winkel – an der Grenze zu Hausen – geplant in eine Wohn- und Arbeitszone.

Ein neues Instrument ist überdies das «Zielbild 2040+». Zweck ist, die stark befahrene Zurzacherstrasse zu erhalten und gleichzeitig als öffentlichen Raum aufzuwerten. Die sanfte Weiterentwicklung der bedeutenden Gebiete Altstadt, Altenburg, Königsfelden und Amphitheater schliesslich wird mit spezifischen Zonen geregelt.

Für die Altstadt wurde zudem ein Altstadtreglement erarbeitet – unter anderem mit Vorgaben zur Gestaltung von Bauten, Dächern, Aussenräumen und Reklamewesen.

Kanton sichert Unterstützung zu

Für den Geisseschache mit den vielen Freizeit- und Sportanlässen wird die «Grünzone im Geisseschache» geschaffen. Die Einzonung von 5,64 Hektaren bedingt laut Barbara Gloor – als Kompensation – eine entsprechende Auszonung.

Knapp die Hälfte könne im Raum Brugg Windisch erfolgen. Der Kanton habe nun im Rahmen der Vorprüfung den Bezug aus dem kantonalen Topf für öffentliche Zwecke unterstützt.

Vom 26. Februar bis 27. März wird die Nutzungsplanung öffentlich aufgelegt. Aufgeschaltet werden die Unterlagen – samt Mitwirkungsberichten – auch auf der Website www.raumbruggwindisch.ch.

Informationsveranstaltung zur Nutzungsplanung: Dienstag, 27. Februar, 19 Uhr, Campussaal Brugg-Windisch;

Informationsveranstaltung zum Altstadtreglement: Freitag, 23. Februar, 16 bis 18 Uhr, Rathaussaal Brugg.