Effingen

Robihorse sei Dank: So entschärft eine Gemeinde das Pferdemist-Problem

Pferdemist soll nicht auf der Strasse liegen bleiben. Dafür gibts im 600-Seelen-Dorf Effingen zwei Robihorses, in dem der Mist wie bei Robidogs gesammelt wird. Später landet er teils in den Gärten - als Dünger.

Claudia Meier
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«Eigentlich staune ich schon, dass andere dieses System nicht kennen», sagt Geschäftsführer Christof Brogli von der Horsefarm GmbH in Effingen. Das Prinzip ist simpel: Weil sich Pferdemist anders als Hundekot nicht mit einem Säckchen einsammeln und im grünen Robidog entsorgen lässt, haben sich die Betreiber der Horsefarm etwas anderes einfallen lassen. An zwei Standorten in der Gemeinde haben sie einen grossen Behälter mit Schaufel und Kratzer deponiert. Einer steht an der Dorfstrasse bei der Abzweigung Richtung Kästhal und der andere im Altenberg-Quartier.

«Wir haben diese Behälter gesponsert, um der Bevölkerung zu zeigen, dass wir ihre Anliegen für saubere Strassen ernst nehmen», sagt Brogli. Konkret heisst das, dass seine Kunden beim Ausritt durch die bewohnten Quartiere den Pferdemist einsammeln und im Robihorse deponieren. Selbstverständlich dürfen auch alle andere Reiter diese Einrichtung benutzen.

Pferdemist geht in Biogas-Anlage

Das System bewährt sich in Effingen seit vier Jahren. Alle 6 bis 12 Wochen – je nach Jahreszeit – wird der Robihorse von der Horsefarm geleert. Gartenbesitzer schätzen den Pferdemist als guten Dünger und bedienen sich vor allem im Frühling und im Sommer. Ist der Behälter voll, wird der Pferdemist aussortiert. Später landet er in der Biogas-Anlage auf einem Bauernhof in Densbüren. Es komme immer wieder vor, dass auch andere Abfälle im Robihorse entsorgt werden, räumt Brogli ein. Der Geschäftsführer ist der Ansicht, dass Pferdehalter so einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. Schliesslich müssten sie nicht wie Hundehalter eine Gebühr abliefern.

Brogli ist sich auch nicht zu schade, bei Gelegenheit fremden Pferdemist zusammenzunehmen. «Jeder kann das mal vergessen», sagt er. Das Einsammeln beschränke sich grundsätzlich auf die Quartierstrassen in den bewohnten Gebieten – Hauptstrasse ausgenommen. Alles andere mache wenig Sinn, weil nach einem Regenschauer eh nicht mehr viel vom Pferdemist zu sehen sei.