Spass für Gross und Klein
Schienen, Weichen, Lokomotiven – in Brugg steht ein Eisenbahnmekka

«Das ist eine super Sache», sagt Liliane Weiss aus Wil im Mettauertal. Noch bis zum 6.Januar steht die Modelleisenbahn-Spielwerkstatt in Brugg als kostenloses Angebot für alle zur Verfügung.

Claudia Meier
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Mit einer speziellen Brille kann man die Perspektive aus dem Führerstand des ICE-Zuges miterleben. CM

Mit einer speziellen Brille kann man die Perspektive aus dem Führerstand des ICE-Zuges miterleben. CM

Zugegeben: Auf den ersten Blick wirkt der grosse Raum im zweiten Stock des ehemaligen Jelmoli-Gebäudes an der Hauptstrasse 2 in Brugg etwas chaotisch. Überall stehen Kisten, Tische, Bretter und – scheinbar unorganisiert – Schienen, Weichen, Lokomotiven und Legosteine. Doch der Schein trügt. Über ein halbes Dutzend Bahnanlagen sind seit dem 22.Dezember entstanden und verändern sich laufend. Die einen üben nur, die Schienen richtig zusammenzusetzen oder den Zug mittels Fernsteuerung oder Transformer zu steuern. Andere bauen kleine oder grössere Anlagen inklusive Tunnel, Wasserfall, Kirchen und Zoologischen Garten.

So viel Platz hat man kaum irgendwo zum Spielen. Der 9-jährige Noe aus Dättwil wünschte sich vergebens eine Modelleisenbahn auf Weihnachten. «Diesen Wunsch konnten wir ihm nicht erfüllen. Wir haben dafür einfach keinen Platz zu Hause», sagt Mutter Ursula Staubli. «Deshalb sind wir nun nach Brugg gekommen.» Noe durfte seinen Freund Lorenz mitnehmen und zusammen manövrieren sie mit zwei Lokomotiven auf der grossen Eisenbahn. «Es gefällt mir gut hier. Ich komme sicher wieder», sagt Noe ohne zu zögern.

Marcel Zimmermann aus Brugg ist mit seinen vier Söhnen seit dem ersten Tag hier. Er hat kurzerhand seine Lego-9-Volt-Anlage und Lego-Basissteine von zu Hause mitgebracht und mit dem vorhandenen Material ist nun eine grosse Anlage mit Viadukt, Fachwerkbrücke, Tunnel und Bahnhof entstanden. «Wir wollen noch öfters kommen. Meine Frau kann heute in Ruhe lädele», witzelt Zimmermann. Einer der vier Söhne ist in der Zwischenzeit ins Judo-Lager verreist, die anderen experimentieren weiter. «Meine Kinder sind nun bei der H0-Anlage angekommen, aber eine solche Anlage ist für uns zu teuer», sagt er.

Noch mehr Profis erwünscht

Auf grossen Brettern ist der Bahnhof Brugg auszumachen. Geht es nach dem Drahtzieher dieser kostenlosen Spielaktion, Heinz Trachsel, soll bis Ende Weihnachtsferien die Strecke Olten-Zürich entstehen. «Jetzt sind wir schon in Turgi. Dann geht es der Wand nach weiter bis Zürich», sagt der bald 15-jährige Pirmin. «Wir brauchen hier noch mehr Profis», sagt Trachsel, der Interessierte mit grosser Leidenschaft in die Tricks des Bahnbaus einführt.

Daniela Winterhofen hat ihre Kollegin aus Zürich mitgebracht. Der kleine Eric kann nicht warten, bis er den Transformer selber mal in die Hand nehmen darf. «Ich war letztes Jahr schon während der Weihnachtsferien in der Freudenstein-Turnhalle. Aber hier ist es viel zentraler», sagt Winterhofen und hofft, dass es das Angebot auch nächstes Jahr wieder geben wird. «Wir würden gerne etwas helfen, aber wir wissen nicht wie», sagt Ursula Staubli, die sich über das grosse Engagement von Heinz Trachsel wundert.

Einige kommen für ein paar Stunden, andere für mehrere Tage. «Auch mein Mann hat Freude an Modelleisenbahnen», sagt Liliane Weiss. «Zu Hause haben wir eine Bahn, die nur im Kreis herum fährt.» Weiss ist mit ihren beiden Kindern und einem Neffen gekommen. Die kleine Mona kommt kaum mehr aus dem Staunen heraus.

Alles anzufassen, frei zu experimentieren und mit unbekannten Kindern und Erwachsenen zu spielen, sind unvergessliche Weihnachtsferien-Erlebnisse, die wohl niemand mehr missen möchte.

Öffnungszeiten bis zum 6.Januar: täglich von 10–18 Uhr, Hauptstrasse 2,
2. Stock, Brugg. Eintritt frei.

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