Rüfenach/Lengnau
Sein Alter war woanders ein Hindernis: Mit 28 Jahren wird Michael Fux Rektor

Die Schule Rüfenach hat in Michael Fux, 28, einen neuen Rektor gefunden. Sein Ziel ist es, die Schüler zum selbstverantwortlichen Denken anzuregen. Der Lengnauer hat auch politisch grosse Ambitionen.

Pascal Bruhin
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Michael Fux freut sich auf die Verantwortung, die er als Schulleiter in Rüfenach trägt.

Michael Fux freut sich auf die Verantwortung, die er als Schulleiter in Rüfenach trägt.

Alex Spichale

Er ist jung, dynamisch und sportlich – Michael Fux entspricht nicht dem gängigen Klischee eines «Herrn Rektors». Mit Beginn des neuen Schuljahrs am Montag übernimmt er das Amt des Schulleiters der Primarschule in Rüfenach. «Wenn mir jemand zu Kantonsschulzeiten prophezeit hätte, dass ich später als Lehrer oder gar als Schulleiter tätig sein werde, hätte ich ihm wohl nicht geglaubt», sagt er. Mit seinen 28 Jahren ist Fux laut kantonalem Departement Bildung, Kultur und Sport die zweitjüngste Schulleitungsperson im ganzen Aargau.

Aufgewachsen und noch heute wohnhaft in Lengnau, absolvierte er die Kantonsschule in Baden, bevor er sich für das Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich entschied. Die Materie entsprach ihm jedoch nicht. «Durch Erfahrungen in unterschiedlichen Berufsfeldern, unter anderem als Immobilienmakler sowie in der Administration eines Einkaufszentrums, wurde mir die zentrale Rolle von Kindern und jungen Menschen in unserem Leben zunehmend bewusst.»

So entschied er sich, das Studium abzubrechen und sich der Pädagogik zu widmen. Bereits davor engagierte er sich für die Jugendarbeit. «Es ist mir klar geworden, dass Kinder die Zukunft der Gesellschaft sind.» Er besuchte die Pädagogische Hochschule in Brugg-Windisch, die er letzten Winter abschloss. Parallel zum Studium arbeitete er an der Schule Würenlos. Zwischenzeitlich unterrichtete er an der Primarschule Leuggern.

Am Fensterplatz blüht manch ein Pflänzchen auf

Mit dem Bedürfnis nach mehr Verantwortung bewarb er sich an mehreren Schulen um die Position als Schulleiter. Sein jugendliches Alter war allerdings vielerorts ein Hindernis. An der kleinen Primarschule in Rüfenach, wo rund 50 Kinder von 20 Lehrpersonen unterrichtet werden, übernimmt er nun das 30-Prozent-Pensum seiner Vorgängerin Priska Künüç. Zudem wird er einige Lektionen unterrichten und weiterhin als Lehrperson an der Sekundarschule in Würenlos tätig sein.

«Wie ein Gärtner für seine Pflanzen ein optimales Gedeihen erzielen möchte, so sehe ich den Auftrag einer guten Lehrperson», so seine pädagogische Vision. «Bei einem Gewächs braucht es vielleicht etwas mehr Wasser, ein anderes gedeiht an einem Fensterplatz auf wundersame Art und Weise prächtig.»

So will Fux die Kinder und Jugendlichen durch den komplexen Prozess des Erwachsenwerdens begleiten. Wichtig ist ihm dabei, die jungen Menschen zum selbstverantwortlichen Denken anzuregen. «Ich möchte Räume schaffen, in denen sich die Kinder nach ihren Bedürfnissen entfalten können.»

Für die FDP will er im Herbst in den Grossen Rat

Kritisch sieht er die Tatsache, dass die Schule zunehmend die Erziehung der Kinder übernehmen muss. «Die klassische Familienstruktur verliert tendenziell an Wert. Die Schule hat immer mehr Verantwortung zu tragen», sagt er. Fux selbst ist in traditionellen Verhältnissen – Vater Bankangestellter, Mutter Hausfrau – gross geworden. Mit Eltern, Schwester und Grosseltern wuchs er in einem Mehrgenerationenhaus auf.

Fux engagiert sich nicht nur als Schulleiter und Lehrer für die Gesellschaft. Auch politisch ist er aktiv. Er ist Präsident der FDP Lengnau und Vorstandsmitglied der FDP Bezirk Zurzach. Für die Freisinnigen kandidiert er Ende Oktober für den Grossen Rat. Seine Freizeit verbringt er mit Sport und Musik oder geniesst mit seiner Partnerin die Natur.