Zu Besuch in Rottweil (D)
So geht die Partnerstadt von Brugg mit den Fusionen um

In den 1970er-Jahren fusionierte Rottweil mit sechs Gemeinden. Die Stadt Brugg liebäugelt zurzeit mit einem Zusammenschluss mit einer dritten Gemeinde: Schinznach-Bad. Wir haben uns in Rottweil umgehört, wie sich die Fusionen heute noch auswirken.

Janine Müller
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Zu Besuch in Rottweil Jeden Samstagmorgen findet in Rottweil der Markt statt, wo Früchte, Gemüse, Käse, Fleisch und Blumen gekauft werden können.
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Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Die Häuser sind prachtvoll bemalt.
Zu Besuch in Rottweil Das Markenzeichen: der Rottweiler.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Die herausgeputzten Häuser locken Besucher an.
Zu Besuch in Rottweil In der ganzen Stadt verteilt finden sich überall diese Rottweiler Liegestühle.
Zu Besuch in Rottweil Die herausgeputzten Häuser locken Besucher an.
Zu Besuch in Rottweil
Zu Besuch in Rottweil Die herausgeputzten Häuser locken Besucher an.
Zu Besuch in Rottweil Die herausgeputzten Häuser locken Besucher an.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Die Häuser sind prachtvoll bemalt.
Zu Besuch in Rottweil Jeden Samstagmorgen findet in Rottweil der Markt statt, wo Früchte, Gemüse, Käse, Fleisch und Blumen gekauft werden können.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr.
Zu Besuch in Rottweil Markttreiben am Samstagmorgen.
Zu Besuch in Rottweil Die "netten Toiletten" waren in Brugg ebenfalls Gesprächsthema. Allerdings wird die Idee nun nicht weiter verfolgt. In Rottweil funktioniert es.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr. Im Hintergrund der rund 245 Meter hohe Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr. Im Hintergrund der rund 245 Meter hohe Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr. Im Hintergrund der rund 245 Meter hohe Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr. Im Hintergrund der rund 245 Meter hohe Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp.
Zu Besuch in Rottweil Auf der Hochbrücktorstrasse in Rottweil herrscht viel Verkehr. Im Hintergrund der rund 245 Meter hohe Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform. Die Stadt Rottweil bietet Führungen um die Baustelle herum an.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform. Stadtführer Günther König weiss viel zu erzählen.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform. Stadtführer Günther König weiss viel zu erzählen.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform. Stadtführer Günther König weiss viel zu erzählen.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.
Zu Besuch in Rottweil In Rottweil entsteht ein Aufzugs-Testturm für das Unternehmen ThyssenKrupp Elevators. Für die Bevölkerung und Touristen gibts eine Aussichtsplattform.

Zu Besuch in Rottweil Jeden Samstagmorgen findet in Rottweil der Markt statt, wo Früchte, Gemüse, Käse, Fleisch und Blumen gekauft werden können.

Janine Müller

Die Stadt Brugg hat noch vor sich, was die Partnerstadt Rottweil (D) längst hinter sich hat: Gemeindezusammenschlüsse. Nach Lauffohr und Umiken strebt Brugg nun auch eine Fusion mit Schinznach-Bad an. Wobei Fusion für die einen oder anderen nicht das richtige Wort ist. Die Deutschen haben dafür einen treffenderen Ausdruck: Eingemeindung.

Die Stadt Rottweil – Brugg pflegt seit 103 Jahren die Partnerschaft mit der ältesten Stadt Baden-Württembergs – gliederte seit 1939 sieben Gemeinden ein: Die Gemeinde Bühlingen stiess im Jahr 1939 zu Rottweil. Dann dauerte es, bis die nächste Gemeinde dazu kam. Am 1. Dezember 1971 wurde Hausen ob Rottweil eingemeindet. Am 1. März 1972 folgte Feckenhausen, am 1. Oktober 1972 Göllsdorf, am 1. Januar 1973 Neukirch, am 1. Januar 1974 Zepfenhan und schliesslich am 1. Januar 1975 als bis anhin letzte Gemeinde Neufra. Weitere Eingemeindungen der Stadt Rottweil stehen zurzeit nicht an.

Der Testturm soll Touristen anlocken

Allein schon die Baustelle zieht die Besucher in Scharen an: Unweit des Stadtzentrums entsteht – dank Widerstand aus der Bevölkerung – die höchste Aussichtsplattform Deutschlands.

Seit knapp zwei Jahren lässt der Aufzughersteller ThyssenKrupp auf Rottweils einzigem freien Industriegebiet einen rund 245 Meter hohen Testturm für Aufzüge erstellen. Läuft alles nach Plan, wird der Turm im Mai 2017 eröffnet. Regelmässig finden Baustellenführungen statt. Günther König führt im Auftrag der Stadt Rottweil an diesem Nachmittag gut 20 Interessierte um die Baustelle herum. Es sei der Stadtplaner gewesen, der den Bau des Testturms ins Gespräch gebracht habe, so König. Denn: «Rottweil ist eine nette Stadt, aber relativ arm, da sie nur über wenig Industrie verfügt», beginnt er seine Ausführungen. Nun werde die Aufzugstechnik hier in Rottweil revolutioniert.

Entscheidend für die Standortwahl war die optimale Verkehrsanbindung an die Autobahn Singen–Stuttgart, an die Bahnlinie Stuttgart–Zürich und die Nähe zu den Flughäfen Zürich und Stuttgart. Die Firma ThyssenKrupp Elevator (TKE) empfängt viele Kunden aus Asien und den arabischen Ländern, die sich für moderne Aufzüge in Wolkenkratzern interessieren. In insgesamt zwölf Schächten können im Turm künftig die Aufzugslösungen mit Höchstgeschwindigkeiten von 64,8 km/h getestet und zertifiziert werden.

Zwei Jahre geheim verhandelt

Als die Stadtverwaltung nach rund zwei Jahren Verhandlungen hinter verschlossenen Türen an die Öffentlichkeit ging, seien etwa 80 Prozent der Bevölkerung für den Turm gewesen, erzählt König. Trotzdem regte sich in der Bevölkerung auch Widerstand. Dieser ermöglichte weitere Verhandlungen zwischen TKE und dem Oberbürgermeister. Ausgehandelt wurde, eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform auf 232 Meter Höhe – es sollte die höchste Deutschlands sein.
Die Plattform bietet dank rundum bodentiefer Verglasung eine einmalige 360-Grad-Sicht bis zur Schwäbischen Alb – bei idealen Bedingungen sogar bis zu den Schweizer Alpen. Ein Panorama-Aufzug mit Glaswänden soll bereits den Weg nach oben zu einem speziellen Erlebnis machen.

Im Oktober 2014 erfolgte der erste Spatenstich, zwei Monate später die Grundsteinlegung. Gebaut wird der Turm von der Firma Züblin. Die Baugrube hatte einen Durchmesser von 22 und eine Tiefe von 30 Metern. Der Aushub wurde nicht weggefahren, sondern auf dem angrenzenden Land verteilt. Wie das Gelände um den Turm herum nach Bauabschluss gestaltet wird, steht noch nicht fest. Auch die Parkplatzfrage sei noch nicht restlos geklärt, berichtet Günther König weiter.

Widerstand gegen Hängebrücke

Die Aussichtsplattform sowie ein besucherfreundliches Gastrokonzept sollen für Rottweil zu einem Anziehungspunkt für Touristen werden. Damit beides bequem besucht werden kann, ist der Bau eines weiteren Rekord-Projekts geplant: eine 900 Meter lange Fussgänger-Hängbrücke – die längste der Welt – von der historischen Innenstadt über das Neckartal direkt zum Testturm. Noch gibt es Widerstand.

Bis im August letzten Jahres wurde am Testturm mittels Gleitschalungstechnik rund um die Uhr betoniert. An den Wochenenden versammelten sich bis zu 3000 Schaulustige vor Ort. Mittlerweile ist der Kran weg. Mit Hochdruck wird nun am Innenausbau und an der Aussenmembran gearbeitet. (CM)

Der Einfluss ist grösser geworden

Befürchtungen, wie sie bei Fusionen immer geäussert werden – beispielsweise, dass die kleinere Gemeinde ihre Selbstständigkeit aufgeben muss, dass die Identität verloren geht oder politisch weniger ausgerichtet werden kann, gab es auch in Rottweil. Heute sagt Tobias Hermann, Sprecher der Stadt Rottweil: «Die ursprüngliche Befürchtung, dass die Stadtteile durch die Eingemeindung ihre Selbstständigkeit aufgeben und an Bürgernähe verlieren, ist nicht eingetroffen.» Mit der Ortschaftsverfassung – also Ortsvorsteher, Ortschaftsrat und Ortsverwaltung – sei gewährleistet, dass die Stadtteile eine Verwaltung vor Ort haben und sich auch eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Im politischen System kam es zu Änderungen. «Nach der Gebietsreform in den 1970er-Jahren wurden in vielen Gemeinden in Baden-Württemberg zunächst die sogenannte unechte Teilortswahl eingeführt», führt Hermann aus. «Demnach hatten eingemeindete Ortschaften einen bestimmten Anteil Sitze im Gemeinderat.» Dies habe jedoch zu sehr grossen Gremien geführt. Nachdem die Integration der Teilorte fortgeschritten war, schafften viele die unechte Teilortswahl wieder ab, so auch Rottweil. «Es gibt heute keine Regelung mehr, wie viele Mitglieder aus der Kernstadt und wie viele aus den Stadtteilen kommen dürfen», sagt Hermann. «Die Wahlen in den Gemeinderat sind reine Persönlichkeitswahlen; der Wohnort im Stadtgebiet spielt keine Rolle.»

Ein weiterer Vorteil von Fusionen ortet Hermann darin, dass alle Gemeinden von den Synergien der grösseren Einheit profitieren würden. «Sei es durch die Aufgabenbündelung oder durch die räumliche Konzentration von Infrastruktureinrichtungen». In den letzten 40 Jahren seien Rottweil und die eingemeindeten Dörfer zu einer Gesamtstadt zusammengewachsen. Dadurch habe sich die Bedeutung der Stadt in der Region vergrössert.
Trotzdem gibt es in Rottweil heute noch kritische Stimmen zu den Eingemeindungen. Hört man sich auf dem gut besuchten Samstagsmarkt um, schnappt man Wörter wie «Original-Rottweiler» oder Sätze wie «die Stadt Rottweil ist heute so aufgebläht» auf. Dazu sagt Hermann: «Die Integration der Stadtteile ist unseres Erachtens nach unter Wahrung der eigenen Identität der Ortsteile gelungen.» Natürlich würden sich die Menschen nach wie vor mit ihrem Teilort identifizieren. «Und das ist auch gut so. Die Ortschaften», fährt Hermann fort, «haben sich ihren dörflichen Charakter und ihre Vereinsstruktur bewahrt.» Das soll auch so sein. «Es erscheint uns wichtig, dass die Stadtteile trotz Eingemeindung eine gewisse Eigenständigkeit und ihre Identität als Ortschaft bewahren können», führt der Mediensprecher aus.

Den Vorwurf, dass die Aussengemeinden nichts zu sagen hätten, weist Hermann zurück. «Es besteht nach unserer Einschätzung auf allen Ebenen ein gutes Miteinander. Auch haben unsere Stadtteile nach wie vor einen eigenen Verantwortungs-, Gestaltungs- und Handlungsspielraum.» Zudem sei die Verwaltung sehr schlank gehalten.

Was bedeutet für Sie Heimat? Können Sie verstehen, dass bei Fusionen Angst vor einem Identitätsverlust aufkommt?

Marianne Wendland, 69, Göllsdorf (Rottweil) «Ich wohne erst seit drei Jahren in Göllsdorf, das 1972 in die Stadt Rottweil eingemeindet wurde. Abgesehen vom Samstagsmarkt haben wir keine Verbindung zu Rottweil. Die Original-Göllsdorfer haben manchmal schon das Gefühl, weniger zu sagen zu haben.»
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Nino Villalilla, 44, Reichenbach an der Fils «Heimat ist, wo man sich wohl-fühlt und die Leute kennt. Ich komme aus dem Raum Stuttgart, da ist man grundsätzlich offen. Dass sich die Strukturen ändern, ist nicht nur bei Gemeinden so, sondern in der Wirtschaft oder privat an der Tagesordnung.»
Elisabeth Broghammer, 76, Zimmern «Ich glaube nicht, dass man mit einer Fusion die Identität verliert. Ursprünglich stamme ich aus Bühlingen, das 1939 in die Stadt Rottweil eingemeindet wurde. Meine Mutter war die Erste, die damals in Rottweil heiratete. Heimat ist, wo man sich wohlfühlt.»
Richard Eisenhut, 69, Frittlingen «Ich komme aus Frittlingen. Das liegt zwischen Rottweil, wo mein Sohn lebt, und Tuttlingen. Persönlich fühle ich mich nicht sehr heimatverbunden. Heimat ist, wo ich mein Umfeld – meine Familie und Freunde – habe und wo ich meinen Beruf ausüben kann.»
Claudia Ott, 56 Lackendorf «Lackendorf ist seit 1972 mit heute 600 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Gemeinde Dunningen. Ich habe Verständnis für diese Ängste. Wir hatten einen Lebensmittelladen und Industrie. Jetzt ist alles weg. Wenn man alt ist, wird es besonders schwierig.»

Marianne Wendland, 69, Göllsdorf (Rottweil) «Ich wohne erst seit drei Jahren in Göllsdorf, das 1972 in die Stadt Rottweil eingemeindet wurde. Abgesehen vom Samstagsmarkt haben wir keine Verbindung zu Rottweil. Die Original-Göllsdorfer haben manchmal schon das Gefühl, weniger zu sagen zu haben.»

Aargauer Zeitung

Zwei Gemeinden wollten raus

Zu politischen Turbulenzen, beziehungsweise sogar Bestrebungen, die Eingemeindung rückgängig zu machen, gab es von zwei Gemeinden (Neukirch und Zepfenhan). Dies, weil ein neues Gefängnis in unmittelbarer Nähe gebaut werden sollte. «Dieser Konflikt ist mittlerweile aber beigelegt, nachdem ein anderer Standort gefunden wurde», sagt Tobias Hermann.

Brugg-Freunde haben einen Verein gegründet

Die Mitglieder des neuen Gremiums wollen sich am Brugger Stadtfest 2019 beteiligen. Das ist nur eine der Herausforderungen.

Die gegenseitigen Besuche des Männergesangvereins aus Brugg und seinem Pendant in Rottweil führten 1913 zur Ratifizierung eines städtepartnerschaftlichen Vertrags. Heute ist Brugg eine von vier Partnerstädten für die älteste Stadt Baden-Württembergs – neben L’Aquila (Italien), Hyères (Frankreich) und Imst (Österreich).

In Rottweil engagiert sich seit 16 Jahren ein loser Freundeskreis für die städtepartnerschaftliche Beziehung mit Brugg. Mit der Vereinsgründung Anfang Juli dieses Jahres wurde nun die Zukunft dieser Freundschaft gefestigt. Damit wollen die deutschen Freunde – angesichts der allgemeinen Sparmassnahmen der Stadt Rottweil – ein ebenbürtiges Gremium zum Verein «Brugger Freunde von Rottweil» schaffen, der momentan von 89 Einzelmitgliedern und drei Vereinen finanziert wird.
«Bisher haben bei uns 20 Personen ihren Beitritt erklärt. Im vereinslosen Freundeskreis waren wir 55 Personen», sagt Präsident Edgar Enderle in einem Café an der Rottweiler Hauptstrasse. Die Mitglieder sind zwischen 56 und über 90 Jahre alt. Der Verein erhält einen jährlichen Zuschuss von der Stadt Rottweil. Für besondere Anlässe gibt es zusätzliche Unterstützung. Zweck des jungen Vereins ist die Förderung, Pflege und Betreuung der städtepartnerschaftlichen Kontakte und Beziehungen, insbesondere mit dem Verein «Brugger Freunde von Rottweil» und der Stadtverwaltung Brugg sowie mit Vereinen und Gruppierungen der Partnerstadt. Ferner sei der Satzungszweck die gemeinnützige Förderung der Völkerverständigung durch kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Austausch unter allen Bevölkerungsschichten, Ständen und Berufen von Rottweil und Brugg, ergänzt der 68-jährige Präsident. Um diese Freundschaft am Leben zu erhalten, sollen weitere Mitglieder und die Jugend für ein Engagement gewonnen werden, so Enderle weiter.

Er selbst konnte sich erst mit 52 Jahren dank einer Reise nach Brugg für die Städtepartnerschaft begeistern. Treffen am Brugger Jugendfest und der Rottweiler Fasnet sind seither gesetzte Termine im Jahreskalender. «Die Willkommenskultur und die Herzlichkeit, die wir in Brugg bei unseren Besuchen erfahren, sind Beweise gegenseitiger Wertschätzung und des Respekts – verbunden mit grosser Gastfreundschaft», bilanziert der Präsident. Unklar ist, ob die Freunde aus Rottweil am Brugger Stadtfest 2019 wieder ein Festbeizli betreiben werden. Der Wunsch sei da, hänge aber von der Belastbarkeit der Mitglieder ab, so Enderle. (CM)

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