Region Brugg

Trotz Kursvielfalt sinkt die Teilnehmerzahl an der Volkshochschule

Die Volkshochschule blickt auf 40 Jahre zurück und will vermehrt auch ein jüngeres Publikum ansprechen.

Claudia Meier
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Beim VHS-Kurs am Mittwoch, 20. Februar, geht es darum, wie stark die Habsburger den Aargau geprägt haben. Archiv AZ/Katja Schlegel

Beim VHS-Kurs am Mittwoch, 20. Februar, geht es darum, wie stark die Habsburger den Aargau geprägt haben. Archiv AZ/Katja Schlegel

Katja Landolt-Schlegel

Die Volkshochschule (VHS) Region Brugg wirbt auf ihrer Website damit, dass sie Menschen schlau macht. Das Jahr 2019 ist für diese Institution, die sich im Spannungsfeld zwischen Volk und Hochschule bewegt, ein ganz besonderes. Im Herbst darf sie ihren 40. Geburtstag feiern. Dazu plant der Vorstand ein oder zwei Jubiläumsanlässe. Präzisere Angaben dazu kann der neue Präsident Hans Hauenstein zwar noch nicht machen, dafür er zeigt auf, wie sich die VHS Region Brugg in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

Dabei fällt auf, dass sich die Zahl der angebotenen Kurse zwischen 2008 bis 2018 verdoppelt hat – von 17 auf 34. Da für die VHS in dieser Zeit auch die Konkurrenz grösser geworden ist, bedeuten mehr Kurse nicht automatisch auch mehr Teilnehmer. So verzeichnete die VHS Region Brugg im Kursjahr 2008/2009 mit 467 zahlenden Teilnehmern noch 2 mehr als im letzten Kursjahr 2017/2018. Überhaupt sind bei den Kursbesuchen erhebliche Schwankungen feststellbar. Die grösste Teilnehmerzahl der letzten zehn Jahre wurde 2015/2016 mit 707 registriert.

Einheimische Dozenten sind beliebt

Die Schwankungen erklären sich laut Präsident Hans Hauenstein teilweise auch durch die «Art» der Kurse. Vorträge und «Lehrveranstaltungen» (in der Regel ohne vorherige Anmeldung) generierten wesentlich mehr Teilnehmer als Workshops. Besonders gefragt sind Kurse mit einheimischen oder bekannten Dozenten, mit Themen aus den Bereichen Gesundheit und Genuss/Lifestyle sowie solche über Kultur und Historisches mit Bezug zum Kanton Aargau.

Hans Hauenstein, Präsident VHS Region Brugg

Hans Hauenstein, Präsident VHS Region Brugg

zvg

Die meisten Teilnehmer sind zwischen 50 und 75 Jahre alt. «Tendenz eher Richtung ‹jünger›», so Hauenstein. Die VHS bringe auch Generationen zusammen. Während ältere Teilnehmer eher an Vorträgen wie etwa «Die Habsburger – eine aargauische Familie» interessiert sind, setzen jüngere auf Workshops wie «Yogafro – Yoga meets African circular Dance».

Hans Hauenstein, Präsident VHS Region Brugg

Wir wollen interessante Themen anbieten, die auch mal etwas unkonventionell sein dürfen.

Um die VHS weiterentwickeln zu können, will der Vorstand die Nachfrage nach Kursen aufrechterhalten und den Bekanntheitsgrad steigern. «Wir wollen interessante Themen anbieten, die auch mal etwas unkonventionell sein dürfen», so Hauenstein. Unter www.vhsag.ch ist das gesamte Kursangebot aller Aargauer Volkshochschulen aufgelistet. Wer seine Kurse nur kurzfristig buchen kann, erhalte im Internet dazu ein Erinnerungsfenster. «Eine Erleichterung für alle, welche volle Terminkalender führen», ist der Präsident überzeugt. In absehbarer Zeit soll man dann die Kurse auch direkt mit der Kreditkarte bezahlen können.

Für die VHS ist eine gute Vernetzung in der Region wichtig. Dazu gehören nicht nur die Kursteilnehmer und einheimische Referenten, sondern auch die Unterstützung durch zahlreiche Gemeinden.

Kooperation mit BWZ und Bibliothek

VHS-Mitglieder profitieren grundsätzlich von reduzierten Kurspreisen. Die Mitgliederzahl in der Region Brugg ist im vergangenen Jahrzehnt von 223 im Kursjahr 2008/2009 auf 275 im 2016/2017 angestiegen, bevor sie im Folgejahr auf 268 zurückging.

«Wir versuchen immer wieder, auch Themen anzubieten, die ein etwas jüngeres Publikum ansprechen, wollen aber andere Anbieter nicht andauernd konkurrenzieren», sagt Hauenstein zum Spannungsfeld, indem sich die VHS befindet. «Wir tanzen sozusagen auf zwei Hochzeiten: Wir möchten auf der einen Seite Vorträge und Workshops zu Themen anbieten, die den Leuten nahe sind. Diese können durchaus auch ‹trendy› sein. Auf der anderen Seite wollen wir auch Themen pflegen, die sich von Trends abheben, die nachhaltig sind: Kultur, Geschichte, Umweltfragen», präzisiert der Präsident.

Hans Hauenstein erwähnt zum Abschluss die wichtigsten Partner, ohne die diese Form der Erwachsenenbildung nicht möglich wäre: Das sind erstens die Gemeinden, die die VHS mit einem jährlichen Beitrag (in der Regel 30 Rappen pro Einwohner) unterstützen. Zweitens gewährt das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) der VHS regelmässig Gastrecht und drittens unterhält die Stadtbibliothek Brugg ein Regal mit passenden Büchern zu einzelnen VHS-Kursen.