Riniken
Umbau der Bushaltestelle erhitzt die Gemüter: Ex-Politiker sorgen sich um das Ortsbild

In Riniken stören sich ein Alt-Gemeindeammann und der frühere Gemeindeschreiber am Projekt für die neuen Bushaltestellen beim Gemeindehaus.

Claudia Meier
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Ex-Politiker sorgen sich um das Ortsbild

Ex-Politiker sorgen sich um das Ortsbild

san (14. April 2020) Bild: cm (5. Juni 2019

Aktuell laufen in mehreren Gemeinden Projekte für den Umbau von Bushaltestellen nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Oft ist die Umsetzung zwar eine knifflige Angelegenheit, aber längst nicht immer gibt es dagegen Widerstand. Doch gegen das Bauvorhaben in Riniken, wo die Bushaltestelle beim Gemeindehaus behindertengerecht werden soll, gibt es erhebliche Bedenken von alt Gemeindeammann Werner Huber sowie dem früheren Gemeindeschreiber und ehemaligen SVP-Grossrat, Jörg Hunn.

Letzterer führt aus: «Obwohl es aus den Unterlagen der Projektauflage nicht eindeutig hervorgeht, ist gemäss Auskunft des kantonalen Baudepartements eine Entfernung der Pflästerung im Bereich der Bushaltestelle beim Gemeindehaus in Richtung Remigen vorgesehen.» Diese Unterbrechung der vom Dorfsteig bis ins Unterdorf durchgehenden Pflästerung durch einen lieblosen Teerbelag sei unverständlich und auch unnötig.

Bei der Restaurierung des benachbarten Märkihauses, ein über 400-jähriges Hochstudhaus, sowie der Renovation des Gemeindehauses hätten sich die Baukommission, der Hunn angehörte und der Gemeinderat erfolgreich eingesetzt für eine dorfbildpassende und -prägende Umgebungsgestaltung. Und zwar in Anlehnung an die seit den 1950er-Jahren bestehende Wildpflästerung am Dorfsteig.

Sorgfältige Gestaltung von Platz und Buswartehaus

Diese Wildpflästerung wurde laut Jörg Hunn bei der Strassensanierung am Dorfsteig bei den Verzweigungen Mühlegasse (Kreisel) und Rüfenach/Remigen aus Gründen des Dorfbilds beibehalten. Zeugen der sorgfältigen Gestaltung seien unter anderem der Gemeindehausplatz mit Baum und Brunnen sowie das sich an die umliegenden Bauten anpassende Buswartehaus bei der Bushaltestelle in Richtung Brugg.

«Und nun soll die Pflästerung auf einem Zwischenteil verschwinden», ärgert sich der ehemalige Gemeindeschreiber. Diese Absicht zeuge von wenig Verständnis und von mangelnder Sensibilität gegenüber dem Dorfbild von Riniken.

Von flüchtig ausgearbeiteten und schwer verständlichen Projektunterlagen schreibt der ehemalige Gemeindeammann Werner Huber in seiner Einwendung an den Kanton. Dass auf dem Titelblatt des technischen Berichts ein Kartenausschnitt der Gemeinde Eiken enthalten sei, deute auf das Adaptieren von bestehenden Projekten ohne hinreichende Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten hin.

Das Projekt sei deshalb abzuweisen beziehungsweise zurückzuziehen und zu überarbeiten. Huber stellt klar, dass sich seine Einwendung nicht etwa gegen die baulichen Massnahmen im Zusammenhang der Behindertengleichstellung richtet.

Die Abteilung Tiefbau wolle ein Flickwerk erstellen

Aber es könne nicht sein, so Werner Huber, dass wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes und dem Umbau von Bushaltestellen das Prinzip der Pflästerungen im alten Ortsteil umgestossen werde. «Bei der im Sommer dieses Jahres von der Gemeindeversammlung genehmigten Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) wurden in der Dorfzone die gestalterischen Anforderungen an die Gebäudeeigentümer hochgestellt», fährt Huber fort. Der Riniker Bevölkerung sei das Dorfbild sehr viel wert.

Mit dem zur Auflage gebrachten Projekt erlaube sich die Abteilung Tiefbau des Kantons, in Riniken ein Flickwerk zu erstellen. Werner Huber verweist auf die Städte Brugg und Bremgarten, wo Gehwege gepflästert und trotzdem rollstuhlgängig sind. Die Unterlagen zum Bauvorhaben in Riniken liegen noch bis am 15. Dezember öffentlich auf oder können auf der Website des Kantons Aargau heruntergeladen werden.