Brugg
US-Sängerin Lizz Wright in Brugg: Sie macht sprachlos und glücklich

Lizz Wright hat auf ihrer aktuellen Tournee ihr einziges Schweizer Konzert im Salzhaus in Brugg gegeben. Das Publikum konnte fast nicht genug kriegen von der Leuchtkraft der US-Sängerin und ihrer wundervollen Stimme.

Ursula Burgherr
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Bescheiden und natürlich: Lizz Wright verzaubert mit ihrer tiefen Samtstimme das Salzhaus-Publikum.

Bescheiden und natürlich: Lizz Wright verzaubert mit ihrer tiefen Samtstimme das Salzhaus-Publikum.

Ursula Burgherr

«Die Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme kehrt zurück», war auf der Website des Brugger Salzhauses zu lesen. Und das erwies sich nicht nur als werbewirksame Programmansage.

Lizz Wright kommt auf die Bühne und trifft das Publikum mit ihrem samtig-rauchigen Timbre von der ersten Sekunde an mitten ins Herz. Mit «If you believe» eröffnet sie ihr Konzert und knüpft damit an ihre Wurzeln an. Die streng gläubig erzogene Tochter eines Priesters war lange «im Auftrag des Herrn» unterwegs und schenkte Gospelchören ihre Stimme. Afroamerikanische Kirchenlieder wie das eindringliche «Walk with me Lord» sind heute noch fester Bestandteil ihres Programms.

Wie ein Engel

Ungeschminkt, ganz in Weiss gekleidet steht sie zwischen ihrer Band und sieht aus wie ein Engel. Doch die studierte Jazzsängerin will sich nicht schubladisieren lassen. Gute Musik ist für die 33-jährige Amerikanerin aus Georgia einfach gute Musik; ob Soul, Jazz, Blues, Funk, Pop oder Reggae. Wright schöpft aus allem, was sie interessiert, und kreiert daraus ihren ureigenen Stil. In ihren selber geschriebenen Songs erzählt sie dem Publikum in Brugg – ohne jeglichen Pathos oder Kitsch – Geschichten von Liebe und Vergebung. Und, dass man es immer irgendwie schafft im Leben.

Lizz Wright ist trotz des Erfolgs, den sie seit ihrem Debütalbum «Salt» (2003) weltweit geniesst, bescheiden und natürlich geblieben. Starrummel liegt ihr überhaupt nicht. Nach dem dritten Tonträger hätte sie ihre Karriere deswegen beinahe hingeschmissen. Stattdessen nahm sie sich eine Auszeit, legte einen Naturkräutergarten an und besuchte eine Kochschule.

Viele Gänsehautmomente

Nun hat die Konzertbühne Lizz Wright wieder. Der Aufenthalt in Brugg zwischen zwei Auftritten in Frankfurt und Bratislava ist ihr wichtig. Schon das dritte Mal gastiert sie hier – dieses Jahr ist die Aare-Stadt sogar der einzige Schweizer Ort auf der aktuellen Tournee. Zwischen den Musikern und dem Salzhaus-Team hat sich mittlerweile eine Freundschaft entwickelt.

Und das Aargauer Publikum kann von Wrights Leuchtkraft und ihrer wundervollen Naturstimme gar nicht genug kriegen. Auch ihre kongenialen Instrumentalisten kommen bei ausgedehnten Soli immer wieder zum Zug. Gänsehautmomente gibt es viele. Zum Beispiel bei den Coverversionen von Neil Youngs «Old Man» oder Roberta Flacks «The first time ever I saw your face», das auch auf dem neusten Album (Erscheinung im Herbst) zu hören sein wird. Produziert wurde es von Larry Klein, dem Ex-Mann von Joni Mitchell. Die Presse schreibt: «In die Musik von Lizz Wright kann man sich fallen lassen, an ihr kann man sich aufrichten, sie macht einen manchmal sprachlos und noch häufiger ganz einfach glücklich.» Genauso dürfte es den Konzertbesuchenden in Brugg ergangen sein.