Brugg

Wachtablösung auf Waffenplatz: Nico Jungo gibt Kommando ab

Auf Oberst im Generalstab Nico Jungo folgt Oberstleutnant André Güss. Auf ihn warten viele Aufgaben. Dazu gehört auch der Aus- und Umbau des Waffenplatzes Brugg, ein 55-Millionen-Projekt des Bundes.

Hans-Peter Widmer
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Oberst im Generalstab Nico Jungo fährt nach der Verabschiedung über die neue 46-Meter-Unterstützungsbrücke weg.

Oberst im Generalstab Nico Jungo fährt nach der Verabschiedung über die neue 46-Meter-Unterstützungsbrücke weg.

zvg

Gestern, um 11 Uhr, wurde – wie es im militärischen Alltag üblich ist – auf dem Geissenschachen-Übungsgelände des Genie-Waffenplatzes Brugg eine rund 50-köpfige Schar dem Vorgesetzten «bereit gemeldet». Aber es war nicht der normale Beginn eines gewöhnlichen Tagesablaufs, sondern der Auftakt zur schlichten Wachtablösung von Oberst im Generalstab (i Gst) Nico Jungo, dem bisherigen Kommandanten des Waffenplatzes sowie der Rekruten- und Unteroffiziersschulen Brugg.

Zugegen waren das militärische Berufspersonal des Waffenplatzes sowie Brigadier Peter C. Stocker, Chef des Lehrverbands Genie/Rettung der Armee – übrigens ein Aargauer. Als symbolisches Zeichen des Kommandowechsels übergab Nico Jungo die Waffenplatzfahne seinem Nachfolger Oberstleutnant André Güss.

Dann fuhr er über die neue 46-Meter-Unterstützungsbrücke, die in der nächsten Sommer-RS erstmals zum Einsatz kommt, weg.

Genist von der Pike auf

Der 46-jährige Oberst i Gst Nico Jungo, gebürtiger Deutsch-Freiburger, bilingue, verheiratet und Vater zweier Töchter, an der Universität Bern ausgebildeter Volkswirtschafter mit Zusatzstudien an der Universität Cranfield (GB) und an der Militärischen Führungsschule der ETH Zürich, verlässt mit Brugg seine militärische Heimat.

Genist von der Pike auf, absolvierte er die Sappeur-Rekrutenschule in Bremgarten sowie die Unter- und Offiziersschulen in Brugg. Seit 2011 war er Waffenplatz- und Schulkommandant in Brugg.

Jungo vermochte überdurchschnittlich viele Rekruten für eine Kaderlaufbahn zu gewinnen. Während seinem Kommando wurden 4500 Rekruten zu Soldaten und 540 Anwärter zu Unteroffizieren oder Offizieren ausgebildet. Sein Leitsatz war: «Ehrliche und bodenständige Arbeit zahlt sich aus».

Er pflegte im Sinne eines Brückenbauers auch gute Kontakte zum Umfeld des militärischen Standorts mit dem Resultat, dass es im Raum Brugg fast keine Waffenplatzgegner mehr gibt. Ab 1. März übernimmt er die Funktion als Kommandant-Stellvertreter des Lehrverbands Genie/Rettung.

Ebenfalls mit Brugg vertraut

Neuer Brugger Waffenplatz- und Schulkommandant wird der 44-jährige Oberstleutnant André Güss, ein in Flurlingen ZH wohnhafter, mit einer Kinderärztin verheirateter gebürtiger Schaffhauser. Auch er ist von Haus aus Panzer-Sappeur und hat seine militärische Ausbildung weitgehend in Brugg absolviert , sodass er mit seinem künftigen Kommandobereich gut vertraut ist.

Ihn erwarten herausfordernde Aufgaben. Dazu gehört vorab der Aus- und Umbau des Waffenplatzes Brugg, ein 55-Millionen-Projekt des Bundes. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee werden die bisherigen drei Rekrutenschulen pro Jahr auf zwei gestrafft – mit ungefähr gleich vielen Anwärtern. Schulkommandant Güss hat sodann die Ausbildung an der neuen 46-Meter-Unterstützungsbrücke und eventuell an einem neuen Patrouillenboot zu verantworten.