Brugg
Weihnachtsmarkt soll grösser werden – aber wie?

Viele Altstadt-Geschäfte wünschen sich, dass der Weihnachtsmarkt bis zu ihnen reicht. Der Markt hat seine Kapazitätsgrenze erreicht.

Janine Müller
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Der Brugger Weihnachtsmarkt findet vor allem auf dem Neumarktplatz und beim Eisi statt.

Der Brugger Weihnachtsmarkt findet vor allem auf dem Neumarktplatz und beim Eisi statt.

Nach dem Weihnachtsmarkt vor einem Jahr ging es in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Brugg wenn . . .» hoch zu und her. Intensiv diskutiert wurde, dass der Weihnachtsmarkt nur auf dem Neumarktplatz und beim Eisi stattfindet und sich nicht weiter in die Altstadt zieht. Jemand schrieb: «Die zauberhafte Altstadt schneidet man damit vom kommerziellen Teil komplett ab.» Es kamen im Anschluss allerlei Vorschläge: Die Altstadt-Geschäfte sollen halt selber einen Stand betreiben. Oder sie sollen Künstler engagieren, die Leute in die Altstadt locken. Oder: Der Weihnachtsmarkt soll vom Schwarzen Turm bis zum Eisi stattfinden. Das wäre dann also vergleichbar mit den üblichen Märkten, die Brugg kennt.

Eine Umfrage unter einigen Ladenbesitzern in der Altstadt zeigt: Viele wünschen sich, dass der Weihnachtsmarkt bis in die Altstadt runtergezogen wird. Jeannette Schaffner vom Spielwarengeschäft Amsler meint: «Wir würden uns dadurch mehr Kunden erhoffen.» Und Doris Müller Erismann, Inhaberin der Boutique fil à fil, meint: «Ich würde mir auch wünschen, dass der Weihnachtsmarkt in der Altstadt stattfindet. Die Leute gehen nämlich nur den Ständen nach und kommen dann nicht bis zu uns runter.»

Unter den Altstadt-Geschäften sei diese Idee schon lange ein Thema.Iren Bärtschi, Inhaberin der Mode-Boutique prunkstück, gibt zu bedenken: «Es kommt drauf an, wie dann der Markt gestaltet ist. Die Idee ist an sich gut, aber wenn unsere Läden dann nicht mehr sichtbar sind, wenn die Marktstände alles zustellen, dann bringt es auch nichts.» Die Idee sei aus ihrer Sicht schwierig umzusetzen. Bärtschi fügt an: «Es würde Sinn machen, im unteren Teil der Altstadt noch einen Anziehungspunkt zu schaffen. Irgendetwas Cooles beim Erdbeeribrunnen zum Beispiel.» Das würde die Weihnachtsmarktbesucher auch in die Altstadt locken.

Anders klingt es bei Lucia Vogel von der Chapellerie Vogel. Sie findet: «Der Weihnachtsmarkt ist gut so, wie er jetzt ist.» Es sei nicht nötig, den Markt bis in die Altstadt zu ziehen. «Die Leute kommen auch so zu uns», sagt sie. «Ich bin jeweils zufrieden mit dem Sonntagsverkauf.» Die Marktstände würden nur alles zustellen und die Läden verbauen. «Beim Eisi und auf dem Neumarktplatz hat es viel mehr Platz für die Stände. Hier in der Altstadt wird es jeweils eng.»

Markt erreicht Kapazitätsgrenze

Bei Zentrum Brugg, dem Brugger Gewerbeverein, weiss man von der Diskussion. «Beim nächsten Weihnachtsmarkt ändert sich sicher noch nichts. Das Thema ist aber in Bearbeitung», sagt Urs Boller, Leiter der Geschäftsstelle. Die Idee, den Weihnachtsmarkt bis in die Altstadt zu verlängern, sei bereits einmal eingebracht worden, wurde dann aber abgelehnt. Es gebe verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, beispielsweise, was mit dem Bus passiert, der durch die Altstadt fährt, und wie es mit der Strassensperrung zwischen Eisi und Altstadt funktionieren würde.

«Grundsätzlich wären wir schon an einer Erweiterung des Weihnachtsmarkts interessiert», führt Boller aus. Denn der Brugger Weihnachtsmarkt gerät an seine Kapazitätsgrenze. Der diesjährige Markt bietet wieder Platz für 120 Stände, wie bereits in den Jahren zuvor. «Mehr geht nicht», sagt Boller.

Weihnachtsmarkt Brugg Samstag, 10. Dezember, von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag, 11. Dezember, von 11 bis 18 Uhr.

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