Burg
AargauSüd sucht neue Räume für Geschäftsstelle: Diskussion um Standort und Versöhnung beim Whisky-Tasting

Die Geschäftsstelle des Regionalplanungsverbands aargauSüd ist zu gross und doch zu klein: zu viele Räume, das Sitzungszimmer aber hat weder Fenster noch genügend Platz für den Vorstand. Die Abgeordneten diskutierten, ob die Geschäftsstelle sich auch ausserhalb von Reinach nach neuen Räumen umsehen darf.

Eva Wanner
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Thomas Hermann, Mitgründer des Whisky-Schiffs und Mitinhaber von Grape&Grain in Lenzburg, sprach an der Versammlung des Regionalverbands aargauSüd über Whisky.

Thomas Hermann, Mitgründer des Whisky-Schiffs und Mitinhaber von Grape&Grain in Lenzburg, sprach an der Versammlung des Regionalverbands aargauSüd über Whisky.

Eva Wanner

Es war kein einfacher Einstand für Karin Faes. Die FDP-Grossrätin aus Schöftland leitete ihre erste Abgeordnetenversammlung des Regionalverbands aargauSüd, dem 13 Gemeinden angehören. Abgeordnete aus 11 davon waren am Donnerstagabend auf der Burg anwesend. Normalerweise rutschen die Traktanden glatt durch. Diesmal blieb die Versammlung an einem hängen: «Standort Geschäftsstelle».

Noch bevor die Versammlung richtig anfing, forderte jemand, das Traktandum sei von der Liste zu streichen. Denn es habe keine Unterlagen dazu; eine Abstimmung sei demnach nicht möglich. Die Mehrheit der Gemeinden verwarf diesen Antrag, das Traktandum wurde diskutiert.

Regionalplanungsverband sucht neue Büroräume

Der aktuelle Standort der Geschäftsstelle liegt in Reinach an der Hauptstrasse. Zwei Arbeitsplätze nutzt aargauSüd, ebenso das viel zu kleine, fensterlose Sitzungszimmer, das während der Pandemie nicht genutzt werden konnte.

Weitere Räume sind an einen Fahrlehrer sowie an «Impuls Zusammenleben aargauSüd» vermietet, unter dessen Dach zehn Gemeinden im Bereich des Zusammenlebens gemeinsam agieren; aktuell etwa die Flüchtlingsthematik betreffend.

Die Organisation ist zwar dem Regionalplanungsverband aargauSüd angegliedert, aber selbstständig. Sie will aus den Räumlichkeiten ausziehen, an einen anderen Standort in der Gemeinde Reinach.

Damit fällt ein Zustupf an die 18'000 Franken jährliche Miete für die Büros in Reinach weg; das macht rund zwei Prozent des gesamten Budgets von aargauSüd aus. Zwölf Monate beträgt die Kündigungsfrist – wie diese lange Zeit dannzumal zu Stande kam, weiss niemand mehr so genau. Ebenso wenig, warum in den Satzungen festgehalten ist, dass die Geschäftsstelle in Reinach sein muss.

Ebendies sollte per Abstimmung geändert werden. «Was wir brauchen, ist Handlungsspielraum», sagte Faes. Und dieser sei grösser, wenn der Vorstand in allen 13 Verbandsgemeinden nach Räumlichkeiten suchen könne, statt nur in Reinach.

Es kam Gegenwehr aus der Versammlung. Was wohl vor allem an einem Missverständnis lag: Es gehe, so betonten Faes und Geschäftsstellenleiter Herbert Huber, nur um aargauSüd. Auf den Sitz von Impuls Zusammenleben habe der Verband keinen Einfluss. Es kamen auch positive Voten und eine Feststellung: Der Kosten-Nutzen-Faktor könne besser optimiert werden, wenn man sich in einem grösseren Umkreis umsehe. Das sah schliesslich eine Mehrheit auch so.

«Kein Whisky ohne Wasser – kein Wasser ohne Whiskey!»

Die Gemüter kühlten sich ab – und konzentrierten sich auf ein ganz anderes Thema: das Referat von Thomas Hermann. Der 52-Jährige stammt gebürtig aus Burg, seine Eltern führen seit bald 50 Jahren den «Frohsinn» im Ort, sein Steckenpferd ist Whisky.

Dazu kam er via seinen Bruder. Beide sind Gründungsmitglieder der «Seventeendrams». Dram ist eine Masseinheit für Whisky, rund 4 cl. Schenkt man in diesem Mass ein, gibt eine Flasche 17 Portionen her – also Seventeen. Der Club war es, der 2014 das Whiskyschiff auf dem Hallwilersee gegründet hat; inzwischen hat sich das Tasting bei Whisky-Freunden in der ganzen Schweiz etabliert. Hermanns jüngster Coup: Er ist CEO und Mitgründer der Wein- und Spirituosenhandlung «Grape and Grain» in Lenzburg.

Hermann erklärte, aus welchen Komponenten sich «Scotch Single Malt» zusammensetzt: Scotch steht für Schottisch, Single dafür, dass der Whisky aus einer Brennerei kommt, also kein Verschnitt ist, und Malt steht für gemälzte Gerste. Weitere Anforderungen an einen Single Malt sind, dass er nicht unter 40 Volumenprozente stark ist.

Ins Holzfass kommt das Destillat mit 63,5 Volumenprozent; jedes Jahr lösen sich durch die Lagerung wortwörtlich zwei Prozent in Luft auf. Das nennen die Schotten «Angel's Share», zu Deutsch so viel wie «Engelsanteil», den sich ebendiese der Sage nach gönnen.

Heiss diskutiert wird jeweils die Frage, ob dem Whisky Wasser beigemischt werden darf. Hermann zitierte dazu ein schottisches Sprichwort: «Kein Whisky ohne Wasser – kein Wasser ohne Whisky!»

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