Muri

1,5 Tonnen Drähte geklaut: Kupferdieb muss für fast 2 Jahre hinter Gitter

Zwölf Monate Gefängnis unbedingt, plus neun Monate aus ursprünglich bedingt ausgesprochenen früheren Freiheitsstrafe, plus Kosten: Das Bezirksgericht Muri folgte bei der Verurteilung eines rumänischen Kupferdiebes den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Eddy Schambron
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Kupfer ist ein wertvolles Metall. Ein junger Rumäne muss für einen Diebstahl zwölf Monate hinter Gitter.

Kupfer ist ein wertvolles Metall. Ein junger Rumäne muss für einen Diebstahl zwölf Monate hinter Gitter.

Der Rumäne war im November 2012 zusammen mit mindestens zwei weiteren, unbekannten Personen bei der Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil eingestiegen.

Sie klauten einen Stahlbehälter gefüllt mit rund 1500 Kilogramm ausgeschälten Kupferdrähten. Der Wert des Kupfers betrug etwa 6000 Franken, zudem entstand Sachschaden von etwa 1000 Franken.

Schwerer als der Geldwert wog für das Gericht, dass der junge, gut ausgebildete Rumäne keine Einsicht zeigte und bei den Voruntersuchungen durch querulatorisches Verhalten auffiel.

Am Tatort war seine DNA zweifelsfrei festgestellt worden; die Begründung, diese Spur sei von andern gelegt worden, erschien dem Gericht dann doch zu abenteuerlich.

Auch zeigte sich das vermeintliche Alibi zur Tatzeit, ein Aufenthalt in Rumänien, als nicht wirklich tragfähig.

Neben dem Einbruchdiebstahl wurde dem Mann auch das Missachten des Einreiseverbotes - er war damit seit einer ersten Verurteilung belegt - und das mehrfache Ausüben einer unbewilligten Erwerbstätigkeit zur Last gelegt.

Das Bezirksgericht erachtete ihn in allen Punkt als schuldig. Sein Verteidiger hatte «im Zweifel für den Angeklagten» auf Freispruch plädiert - mit Ausnahme einer illegalen Einreise.

Das Gericht sah beim Delinquenten «keinerlei Entwicklung seit der ersten Verurteilung», wie sich Gerichtspräsident Michael Plattner ausdrückte.

Schon 2012 hatte der Rumäne einen bandenmässigen Diebstahl zu verantworten. Nicht lange, nachdem er verurteilt und ausgewiesen war, stand er wieder in der Schweiz, um erneut einen Einbruchdiebstahl zu begehen.

«Sie haben nach der ersten Verurteilung ihr Leben nicht in den Griff genommen, trotz grundsolider Ausbildung», stellte Plattner fest.

Sein Verhalten lasse keine positive Prognose zu. Das Gericht habe sogar diskutiert, noch über das Strafmass der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten zu gehen.