Unterschied weg

Beinwil schraubt am Dorfwappen und gleicht jetzt Nachbar Auw aufs Haar

Die Freiämter Gemeinde Beinwil hat die Linde in ihrem Wappen neu auf weissen Hintergrund gestellt. Jetzt sieht das Wappen gleich aus wie jenes der Nachbargemeinde Auw. Das passt nicht allen.

Eddy Schambron
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Links das (korrekte) Beinwiler Wappen, rechts das von Auw. (Bild: Eddy Schambron)

Links das (korrekte) Beinwiler Wappen, rechts das von Auw. (Bild: Eddy Schambron)

Aargauer Zeitung

Der Unterschied war bis vor kurzen, dass die Beinwiler Linde einen gelben, die Auwer einen weissen Hintergrund hatte. Mit dem neuen Leitbild und damit mit der neuen Gestaltung von Briefpapier und Couverts steht die Beinwiler Linde nämlich jetzt auch vor einem weissen Hintergrund.

Das passt nicht allen in Beuel. «Wir haben das ausgiebig diskutiert», räumt Gemeindeschreiber Erhard Huwyler ein. Am Schluss fand der neue Gestaltungsvorschlag mit einem Balken aus unterschiedlichen Grün, Gelb und der Wappenlinde die Mehrheit im Gemeinderat – aus gestalterischen Gründen eben ohne gelben Hintergrund für die Linde.

Nicht das erste Wappen

Das Beinwiler Wappen ist in Anspielung auf die geografische Lage der Gemeinde am Lindenberg entstanden. Es ist allerdings nicht das erste Wappen der Gemeinde. Das Archivum Murense von Pater Leodegar Mayer von 1734 zeigt als Gemeindewappen von Beinwil in Weiss einen stehenden Geistlichen, wohl der heilige Burkard, mit weissem Gewand, rotem Messgewand und schwarzer Kopfbedeckung.

Dieses Wappen ist aber von der politischen Gemeinde nie geführt worden. Das Siegel von 1811 enthält eine stilisierte Linde. Als die Feuerwehr 1948 Wappenschilde für ihre Stahlhelme beschaffte, erklärte der Gemeindeart die grüne Linde auf gelbem Grund zum offiziellen Gemeindewappen.

Zudem ist 1950 der Ortsname «Beinwil bei Muri» mit Wirkung ab 1951 offiziell in Beinwil (Freiamt) abgeändert worden, wie Gemeindeschreiber Erhard Huwyler festhält. Damit sah sich der Gemeinderat veranlasst, neue Stempel und Siegel anzuschaffen.

1951 liess er für die Beschaffung eines Gemeindestempels vom Berner Heraldiker Paul Boesch eine neue Vorlage zeichnen. Ein Jahr später ging diese vereinfachte Form der Linde auch in das Gemeindewappen ein.

Andere Farben für Auw

Das Auwer Wappen ist jünger. 1920 folgte die Gemeinde dem Beispiel anderer Ortschaften am Lindenberg und liess einen Stempel mit einer Linde anfertigen. Die Festlegung einer genehmen Fassung in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv dauerte aber bis 1961.

Angenommen wurde schliesslich die stilisierte Zeichnung einer ausgerissenen Linde von Paul Boesch, welche dieser für die Gemeinde Beinwil geschaffen hatte, aber mit anderen Farben. Zwischen 1965 und 1978 wurde dem bis dahin braunen Lindenstamm mit Wurzeln die heraldische Tinktur Grün zugewiesen.